Tarmstedts Rat stimmt zu

Altenwohnungen an der alten Bahnstrecke

Falkenweg in Tarmstedt sollen vier kleinere Doppelhäuser für seniorengerechtes Wohnen gebaut werden. Auch an der Eichenstraße sind Neubauten geplant, hieß es jetzt im Gemeinderat.
15.09.2021, 21:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Kessels
Altenwohnungen an der alten Bahnstrecke

Am Falkenweg in Tarmstedt können seniorengerechte Wohnungen errichtet werden (Symbolfoto). Dafür gab es jetzt grünes Licht vom Gemeinderat.

Hans-Henning Hasselberg

Tarmstedt. Für den Falkenweg in Tarmstedt soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, bei dem die Gemeinde von ihrem üblichen Verfahren abweicht. Ob das auch in der Eichenstraße geschehen wird, ist nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats noch nicht sicher – zum Unverständnis des Grundstückseigentümers, wie dieser in einer Sitzungsunterbrechung sagte.

Für das Gelände am Falkenweg, das früher der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft Elbe-Weser (EVB) gehörte, hat der neue Eigentümer beantragt, einen Bebauungsplan aufzustellen, damit er dort vier kleinere Doppelhäuser für seniorengerechtes Wohnen errichten kann, erklärte Bürgermeister Wolf Vogel. Der Planungsausschuss empfehle, dem Wunsch nachzukommen, obwohl es in Tarmstedt eigentlich üblich sei, dass für neue Wohngebiete zunächst die Gemeinde den Baugrund erwerbe und dann die Grundstücke an die Bauherren verkaufe. Aber hier könne man, so der Planungsausschuss, eine Ausnahme zulassen.

In der Fragestunde vor der Sitzung hatte eine der zwölf Zuhörerinnen und Zuhörer angeregt, den Bebauungsplan auch gleich für die Seite östlich der Bahngleise aufzustellen. Dann könnten Anwohner, die dort Grundstücke besäßen, ebenfalls im Alter kleinere Häuser bauen. Der Ansicht war auch Bernd Sievert (SPD), aber nur unter der Prämisse, dass die Häuser seniorengerecht und eingeschossig würden und dass der Lärmschutz beachtet werde. Joachim Müller (CDU) meinte, man könne zustimmen, auch wenn seine Fraktion sich ein wenig schwertue damit, dass nicht die Gemeinde die Planung betreiben solle.

Klaus Rücker (CDU) wies darauf hin, dass die Bahngleise, obwohl nicht mehr in Betrieb, noch immer als Bahnstrecke gewidmet seien. „Theoretisch könnte da jederzeit der Zugverkehr wieder aufgenommen werden“, meinte er. Deshalb müssten bei Bebauung auf beiden Seiten auch beidseits Schallschutzwände aufgestellt werden. Das hinderte den Rat aber nicht daran, einstimmig zu beschließen, dass der Bebauungsplan Nummer 41 „Seniorengerechtes Wohnen Falkenweg“ aufgestellt werden soll. Die Kosten trägt der Antragsteller, mit dem die Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag abschließt.

Auch für ein Grundstück an der Eichenstraße, das von der Bremer Landstraße bis zur Scheune von Kahrs reicht, hat der Eigentümer beantragt, einen Bebauungsplan aufzustellen; nicht nur für Wohnhäuser. Nach der Behandlung im Planungsausschuss sei in einer interfraktionellen Sitzung vereinbart worden, dass dieser sich noch einmal mit dem Thema befassen soll, erklärte Wolf Vogel. Zu klären seien die Ausdehnung des Plangebiets und die emissionsrechtlichen Vorgaben. Auch hier beschloss der Rat einstimmig, so zu verfahren.

Nach dem Beschluss wurde die Sitzung unterbrochen, um den Eigentümer Günter Sievers zu Wort kommen zu lassen. Der zeigte sich von dem Beschluss enttäuscht. Immerhin habe er bereits ein Planungsbüro eingeschaltet. Im oberen Bereich sollten seniorengerechte Wohnhäuser entstehen, im unteren Bereich zur Bremer Landstraße hin ein „urbanes Gebiet“, aber nicht nur mit Geschäften. Die Bebauung solle sich der Umgebung anpassen, es seien auch genügend Grünflächen geplant. Die Baugrundstücke würde er an die Bauherren verkaufen. Gemeindedirektor Frank Holle, der an der Sitzung nicht teilnahm, habe ihm geraten, den Antrag möglichst schnell zu stellen, damit ihn noch der alte Gemeinderat behandeln könne, ehe er im November vom neu gewählten Rat abgelöst werde.

Der Planungsausschuss habe einstimmig empfohlen, den Bebauungsplan aufzustellen, sagte Günter Sievers. Deshalb sei er überrascht, dass die Beratung jetzt wieder an den Ausschuss zurückverwiesen werde. „Wie sollen wir denn jetzt weitermachen? Wir brauchen irgendwann mal eine Rückmeldung des Gemeinderats“, sagte er. Aber, so Wolf Vogel, es müsse noch einiges geklärt werden, unter anderem, was in den städtebaulichen Vertrag aufgenommen werden solle.

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