Samtgemeinde Tarmstedt baut ihre Schulen aus

Viel Geld für die Bildung

Investitionen in die Schulen prägen in diesem Jahr und künftig den Haushalt der Samtgemeinde Tarmstedt. Millionen Euro fließen dieses Jahr in den KGS-Anbau, danach ist die Grundschule Tarmstedt an der Reihe.
21.01.2021, 07:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Johannes Heeg
Viel Geld für die Bildung

An der Erweiterung der KGS-Oberstufe wird seit Monaten gearbeitet. Das nächste Großprojekt folgt sogleich: Die Samtgemeinde will mehrere Millionen Euro in die Modernisierung der Grundschule Tarmstedt investieren.

Johannes Heeg

Tarmstedt. 412 Seiten stark und voller Zahlen, Grafiken und Erläuterungen ist das Werk, mit dem sich kommende Woche der Finanzausschuss der Samtgemeinde Tarmstedt befassen wird. Es ist der Entwurf des Haushalts 2021, aus dem die Politiker herauslesen können, wie es finanziell um die Kommune bestellt ist und für was sie im laufenden Jahr und in den nächsten Jahren Geld ausgeben will und muss.

Der dickste Brocken bei den Investitionen ist ein schon weit fortgeschrittenes Projekt: die Erweiterung der Oberstufe der KGS Tarmstedt. Die Gesamtkosten betragen rund 4,6 Millionen Euro. Davon entfallen 4,2 Millionen auf den Anbau und 350 000 Euro auf die umfangreiche Brandschutz-Ertüchtigung des bestehenden Gebäudes. Vom Landkreis gibt es zwar einen hohen Zuschuss, das meiste muss die Samtgemeinde jedoch selber bezahlen. 2,8 Millionen Euro sind dafür im Haushalt eingeplant, wovon allerdings wiederum rund 1,2 Millionen als zinsloses Darlehen aus der Kreisschulbaukasse kommen sollen.

Der Oberstufenanbau ist noch im Gange, da zeichnet sich im Haushalt schon der nächste große Schulbau ab: die Ertüchtigung der Grundschule Tarmstedt zur modernen Ganztagsschule. Für dieses Jahr sind schon mal 190.000 Euro für einen Aufzug oder einen Treppenlift vorgesehen sowie 100.000 Euro Planungskosten für den Erweiterungsbau, zu dem auch eine Mensa gehören wird. Die ganz große Rechnung kommt später: Für die Jahre 2022 und 2023 hat die Kämmerei eine Verpflichtungsermächtigung von jeweils 2,5 Millionen Euro in das Zahlenwerk geschrieben.

Ein Darlehen in Höhe von 45.000 Euro aus der Kreisschulbaukasse plant die Samtgemeinde für die Sanierung des Umkleidetrakts in der Sporthalle der Grundschule Bülstedt ein. Auf 135.000 Euro werden die Kosten für diese Verbesserung geschätzt. 8000 Euro sind für die Laufbahn und Sprunggrube der Grundschule Wilstedt vorgesehen und weitere 7000 Euro für ein neues Buswartehaus. Für 4000 Euro soll an der KGS in Tarmstedt ein Brunnen gebohrt werden, um die Rasenflächen der Sportanlage zu bewässern. Aus dem Digitalpakt Schulen reicht die Samtgemeinde in diesem Jahr an die Grundschule Tarmstedt 34.700 Euro weiter, die Grundschule Wilstedt bekommt 20.000 Euro und die ungleich größere KGS Tarmstedt 364.700 Euro.

Investiert wird aber nicht nur in den Schulen. So sind 80.000 Euro veranschlagt für den Fall, dass die Samtgemeinde ein Grundstück erwerben wird, um in Kirchtimke ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Für ein neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr Wilstedt sind 235.000 Euro fällig. 220.000 Euro stehen für die Asphaltierung des Grünsammelplatzes in Tarmstedt im Haushalt, wofür ein Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro vom Landkreis in Aussicht steht. In die Gemeinde Bülstedt sollen 13.000 Euro fließen, um beim TSV Bülstedt/Vorwerk eine Flutlichtanlage zu installieren. Nach Kirchtimke geht eine Zuweisung in Höhe von 8700 Euro, damit der TSV Timke seinen Rasen beregnen kann.

Ein wenig versteckt auf Seite 356 ist ein Posten von 10.000 Euro, den die Mitglieder des Samtgemeinderats kurz vor Weihnachten im Umlaufverfahren, also von zu Hause aus und nicht in einer öffentlichen Sitzung, beschlossen haben. Dieser Beschluss könnte den öffentlichen Personenverkehr im südlichen Teil der Samtgemeinde wesentlich verbessern: Zum zweiten Quartal 2021 führt der Landkreis das Anrufsammeltaxi auch im Raum Tarmstedt, Zeven und Sittensen ein. Dank der Förderung durch Landkreis und Samtgemeinde wird es dann möglich sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Tarmstedt ohne Umsteigen in 40 Minuten zum Ottersberger Bahnhof fahren und wieder zurück, und das fünf Mal am Tag von Montag bis Sonnabend. Vier Euro soll die Fahrkarte kosten, drei Euro die ermäßigte. Die geplante Route der künftigen Linie 837: Tarmstedt-Wilstedt-Bülstedt-Steinfeld-Vorwerk-Dipshorn-Buchholz-Ottersberg und zurück.

Und noch ein Blick auf die Personalkosten: 2021 sind dafür 3,55 Millionen Euro veranschlagt. 2020 waren 3,49 Millionen eingeplant, 2019 betrugen sie 3,3 Millionen Euro. Für 2024 rechnet die Kämmerei mit Personalaufwendungen von 3,7 Millionen Euro.

Der Finanzausschuss der Samtgemeinde Tarmstedt tagt am Donnerstag, 28. Januar, 19.30 Uhr, im Rathaus in Tarmstedt, Hepstedter Straße 9. Die Sitzung ist öffentlich.

Info

Zur Sache

Wie sich die Schulden entwickeln

Nach der Prognose der Kämmerei wird die Verschuldung der Samtgemeinde Tarmstedt von derzeit 2,2 Millionen Euro bis Ende des Jahres auf 3,4 Millionen Euro steigen – bei Bruttoinvestitionen von 5,4 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung stiege damit von aktuell 200 auf 310 Euro für jeden der zum 30. Juni 2020 gezählten 10.885 Einwohner. Und sie soll weiter steigen, 2022 auf 341 Euro pro Kopf und 2023 auf 469 Euro, um 2024 wieder zu sinken, auf geschätzt 450 Euro. Haupteinnahmequelle der Samtgemeinde: die Schlüsselzuweisungen vom Land (3,3 Millionen), die von den Mitgliedsgemeinden zu zahlende Samtgemeindeumlage (2,8 Millionen) und der Schullastenausgleich des Landkreises (1,1 Millionen).

Von den acht Mitgliedsgemeinden sind sechs komplett schuldenfrei. Breddorf muss noch rund 55.000 Euro (53 Euro je Einwohner) abtragen, und Wilstedt steht mit 464.000 Euro in der Kreide (262 Euro pro Einwohner). Die größte Steuerkraft je Einwohner haben Westertimke (1749 Euro), Breddorf (1302 Euro) und Wilstedt (879 Euro), alle anderen Gemeinden liegen unter dem Samtgemeindemittelwert von 792 Euro.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+