Einlaufkinder beim Spiel gegen Hertha Viele Fragen an die Werder-Stars

Drei der elf Einlaufkinder, die am kommenden Sonnabend die Werderspieler ins Weserstadion begleiten, wurden diesmal in Tarmstedt ausgewählt. In ihren Bewerbungen stellten sie interessante Fragen.
15.10.2019, 17:41
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Dreimal hat es Joris versucht, doch jedes Mal hatten Klassenkameraden mehr Glück als er. Gut, dass er sich noch mal beworben hat, denn nun wurde tatsächlich er ausgewählt. Am kommenden Sonnabend, wenige Minuten vor dem Anpfiff um 15.30 Uhr, kommt sein großer Moment: Der neunjährige Kirchtimker ist eines von elf Kindern, das vor dem Spiel gegen Hertha BSC Berlin an der Seite eines Werder-Spielers im Weser-Stadion einläuft. Wenn er sich einen Spieler aussuchen dürfte, dann wäre das Jiri Pavlenka, der Torwart, denn Joris steht selbst regelmäßig zwischen den Pfosten. Der Viertklässler, der ebenso wie sein Vater gar kein Werderfan ist, sondern dem HSV die Daumen drückt, kickt beim FC Ummel, seit er vier ist.

Auch ein paar Kilometer weiter, in Tarmstedt, freuen sich einige Menschen über Joris' Losglück. Beim Autohaus Warncke lief in Kooperation mit Werder Bremen und VW das Auswahlverfahren um die Einlaufkinder fürs Spiel gegen Hertha. „Wir durften diesmal drei Kinder für die Spielereskorte ermitteln“, sagt Geschäftsführer Wolf Warncke. Ein gutes Dutzend Kinder habe sich auf die Ausschreibung beworben. Sie sollten lediglich handschriftlich notieren, was sie ihren Spieler während des Einlaufens ins Stadion gerne fragen würden.

Joris fragt: „Darf ich nach dem Spiel deine Torwarthandschuhe haben?“ Die sieben Jahre alte Amaia, die ebenfalls als Einlaufkind dabei ist, hat gleich vier Fragen nach Tarmstedt geschickt: „Bist du aufgeregt?“ lautet eine, „Wer war, als du Kind warst, dein Lieblingsspieler?“ eine andere. Die Zweitklässlerin hat die weiteste Anreise, denn sie kommt aus Bad Laasphe im Kreis Siegen-Wittgenstein, etwa 400 Kilometer entfernt. Dass sie trotzdem bekennender Werderfan ist, liegt an ihrer Tante Anja Koppenhagen, die in Rhade lebt und die sie mit ihren Eltern regelmäßig besucht. Die Patentante war es auch, die Amaia auf die Aktion aufmerksam gemacht hat.

Ebba aus Hamersen, das dritte Einlaufkind, zeigte sich in ihrer Bewerbung ziemlich siegesgewiss, indem sie ihre Frage so formulierte: „Warst du als Kind auch schon mal Einlaufkind wie ich es gerade bin?“ Tjare aus Breddorf hatte eine praktische Frage an Milot Rashica: „Lieber Rashica, wieso bist du so schnell?“ Die ebenfalls siebenjährige Emelie aus Steddorf möchte gerne wissen: „Wie fühlt es sich an, wenn man vor 40 000 Leuten ein Tor schießt?“ Jannik, der sieben Jahre alt ist und seit einem Jahr Fußball spielt, fragt: „Ich wollte dich fragen, ob wir mal trainieren können?“ Ein anderer Jannik fragt: „Kannst du mir ein paar Tricks zeigen?“ Der achtjährige Matthis aus Weertzen will wissen: „Bist du aufgeregt?“ Sophie aus Kirchwalsede würde gern erfahren: „Magst du deinen Trainer?“ Und Fiona fragt: „Tust du etwas für den Klimaschutz?“ Emilian aus Worpswede, sechs Jahre alt: „Was machst du, wenn du während des Spiels zur Toilette musst?“ Der siebenjährige Clemens aus Lilienthal möchte am liebsten mit dem Schiri einlaufen, den er dann gleich fragen würde, ob er den Videobeweis gut findet. Und ob er früher selbst in der F-Jugend Fußball gespielt hat.

Laut Wikipedia wurde der Brauch mit den Einlaufkindern in Deutschland 1994 von Willi Lemke bei Werder Bremen eingeführt, der diese Idee von einem Besuch in Brasilien mitbrachte.

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