Vortrag von Judy Eule in Tarmstedt

Einsatz in Afrika

Judy Eule berichtet am Mittwoch in der Tarmstedter Bücherei über vier Menschen aus Tansania, die ihr Leben verändert haben.
14.01.2019, 16:45
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Von Johannes Heeg
Einsatz in Afrika

Über ihre Erfahrungen und Begegnungen in Tansania spricht Judy Eule aus Vorwerk am Mittwoch in der Tarmstedter Bücherei. Sie betont: „Die Arbeit in unseren Projekten übernehmen ausschließlich Tansanier."

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Tarmstedt. Die Welt ein bisschen besser zu machen – das ist der Antrieb für das Engagement des Vorwerker Ehepaars Judy und Johann-Georg Eule in Afrika. Seit 2006 reisen die beiden Ruheständler für den Verein Amani Kinderdorf drei- bis viermal im Jahr nach Tansania, um dort Projekte zu begleiten.

An diesem Mittwoch, 16. Januar, wird Judy Eule ab 20 Uhr in der Bücherei Tarmstedt über ihre Erfahrungen in dem afrikanischen Land berichten. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit Menschen aus der Samtgemeinde Tarmstedt, die in anderen Ländern gelebt und gearbeitet haben, will die gebürtige Australierin vier für das Projekt wichtige und typische Persönlichkeiten vorstellen: die Dorfleiterin, ein Kind, das in dem Dorf groß geworden ist, den katholischen Bischof von Iringa und den muslimischen Bauunternehmer, der die Dörfer aufgebaut hat. „Vier Lebensläufe, die für das Land beispielhaft sind, ohne die das Projekt nicht vorstellbar wäre und die mittlerweile auch für mich zu prägenden Menschen in meinem Leben geworden sind“, sagt die 70-Jährige. Das „Kind“ habe mittlerweile fast sein Studium abgeschlossen, erzählt sie. Eules halten engen Kontakt zu dem jungen Mann, „denn uns sind Rückmeldungen aus dem Land und zum Projekt wichtig“.

Mehr als 7000 Kilometer und zwölf Stunden Flug von Deutschland entfernt ist der ostafrikanische Staat Tansania. Die Eules engagieren sich dort für bedürftige Kinder. Etwa acht Prozent der Bevölkerung in Tansania seien mit dem HI-Virus infiziert. Der Verein Amani (das heißt in der Landessprache Kisuaheli Frieden) gebe vielen Waisen im Süden Tansanias in zwei Kinderdörfern ein familienähnliches Zuhause in traditionellen Strukturen und mit geregeltem Alltag. Die kleineren Kinder gehen in die eigene Kita, die älteren besuchen Schulen und Internate in der Umgebung. Auch später beim Studium oder bei der Ausbildung bekommen die Jugendlichen Hilfe.

Der rund 100 Mitglieder starke Verein wolle den jungen Menschen zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen. Die frühere Betriebswirtin Judy Eule betont: „Die Arbeit vor Ort übernehmen ausschließlich Tansanier. Die Kinder sollen in ihrer Kultur bleiben und gehen in den Ferien auch wieder in ihre Dörfer, damit sie den Kontakt halten.“ Zum Glück gebe es vor Ort sehr engagierte Menschen – Schulleitungen, Lehrer, Hausmütter und Helferinnen –, die sich um die Kinder kümmerten. Dem Nachwuchs solle mit Hilfe einer guten Ausbildung ein selbstständiges Leben ermöglicht werden. „Die Schüler lernen auch, wie sie ein Feld bestellen und wie sie im Haushalt mit anpacken können“, erklärt der studierte Jurist Johann-Georg Eule, der bis zu seiner Pensionierung Bankdirektor war. Dazu gehört auch, dass nicht nur Mädchen, sondern auch Jungs ihre Wäsche selber waschen und die Zimmer putzen. Und ganz nebenbei feilen die Kinder an ihrem Sozialverhalten.

Zwei Kinderdörfer hat Amani in Tansania gebaut, insgesamt 180 Kinder werden in Kilolo und Kitwiru betreut. Sie lebten in Häusern mit je zwölf Kindern, einer Hausmutter und einer Helferin wie in einer Familie zusammen. So könnten sich die Kinder geborgen und sicher fühlen. Der Bau des zweiten Dorfes sei 2009 begonnen worden. Der Verein trage die Verantwortung für die Kinder so lange, bis ihre Schul- oder Berufsausbildung abgeschlossen sei.

Wichtig ist dem Verein Amani, dass er Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Das gilt auch auch das aktuelle Projekt. „Wir haben von einer deutschen Stiftung Geld für eine Mehrzweckhalle bekommen“, berichtet Judy Eule, die am 2. März wieder mit ihrem Mann in den Flieger steigt. Zwei Wochen bleiben sie in Tansania: Der 82-jährige Johann-Georg Eule unterstützt das Vorhaben als Bauleiter, während seine Frau Gespräche mit den Kindern und den Leiterinnen führt und die Bücher prüft. Eine Arbeit, die sie nicht missen möchte: „Die Menschen dort haben unser Leben verändert. Und ich glaube, dass wir auch deren Leben verändert haben.“


Judy Eules Vortrag am Mittwoch, 16. Januar, in der Bücherei Tarmstedt beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung (04283/ 17 73) erleichtert die Vorbereitung .

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