Gemeinderat Vorwerk Auftakt mit Kampfabstimmungen

Während Bürgermeister Jens Frömmrich ganz fix gewählt wurde, gab es für die Ämter der Stellvertreter mehrere Bewerber, so dass es im Vorwerker Gemeinderat zu Kampfabstimmungen kam.
11.11.2021, 20:00
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Von Johannes Kessels

Vorwerk. Wer neuer Bürgermeister werden sollte, stand bereits vor der konstituierenden Sitzung fest, zu der sich jetzt der Gemeinderat von Vorwerk im Dipshorner Dorfgemeinschaftshaus traf. Um die beiden Stellvertreterposten gab es jedoch zwei Kampfabstimmungen, die eine sogar mit drei Kandidaten.

Joachim Franke eröffnete als Altersvorsitzender die Ratssitzung, in der zunächst die Fraktionen festgestellt werden mussten. Echte Fraktionen sind es nicht, sondern drei Wählergruppen: Die aus Buchholz stellt fünf Ratsmitglieder, die aus Vorwerk vier und die aus Dipshorn zwei. Auf die Bildung eines Verwaltungsausschusses, dem als zweites Organ der Gemeinde bestimmte Aufgaben zur eigenen Entscheidung zugewiesen sind, wurde wie schon vor fünf Jahren einstimmig verzichtet. Fachausschüsse besitzt der Rat auch nicht.

Bürgermeister fix gewählt

Als einziger Kandidat als Nachfolger von Bürgermeister Thomas Müller, der nicht mehr angetreten war, stand Jens Frömmrich aus Buchholz zur Wahl. Er bekam in offener Abstimmung alle elf Stimmen und wurde von Jochen Franke vereidigt. So schnell ging es aber nicht weiter, denn nun waren die beiden Stellvertreter zu wählen. Für den Posten des ersten Stellvertreters wurde zuerst Torsten Diedrich vorgeschlagen und dann Heidrun Koj (Vorwerk), die sich in geheimer Wahl mit acht gegen drei Stimmen durchsetzte. Als zweiter Stellvertreter wurden zunächst Maik Seeger (Dipshorn) und Torsten Diedrich vorgeschlagen, dann nannte noch jemand Joachim Franke.

Erstmals Frauen im Gemeinderat

Um eine Stichwahl kam der Rat aber herum: Maik Seeger siegte knapp mit sechs Stimmen vor Torsten Diedrich, der fünf Stimmen erhielt. Joachim Franke bekam keine Stimme, auch nicht seine eigene, was ihn aber gar nicht störte. „Ich hatte doch Torsten Diedrich vorgeschlagen, da konnte ich ja schlecht mich wählen“, meinte er. Erstmals gebe es Frauen im Gemeinderat, und eine davon sei gleich stellvertretende Bürgermeisterin geworden, sagte Jens Frömmrich. Er hoffe, dass er sich bald an geschlechterübergreifende Formulierungen gewöhnen werde.

Auch ein Stellvertreter des Bürgermeisters in Verwaltungsangelegenheiten und damit als Gemeindedirektor musste gewählt werden – dies sollte sinnvollerweise einer der beiden stellvertretenden Bürgermeister sein, meinte Jens Frömmrich. Heidrun Koj schlug ihren Kollegen Maik Seeger vor, der Bürgermeister schlug Heidrun Koj vor. Ehe aber noch einmal geheim gewählt werden musste, sprach sich auch Maik Seeger für Heidrun Koj aus und zog seine Kandidatur zurück. Heidrun Koj erhielt dann alle elf Stimmen.

Weg zum Friedhof sehr verdreckt

Die Wahlen waren überstanden, nun kamen die Bürger zu Wort. Barbara Franke beklagte sich, dass der Weg zum Friedhof von Buchholz sehr verdreckt sei, und das vier Tage vor dem Volkstrauertag. Die Landwirte, die dort regelmäßig führen, sollten ihn mal reinigen – ein Bekannter von ihr sei kürzlich mit dem Fahrrad dort so schwer gestürzt, dass er im Koma liege. Für Ordnungswidrigkeiten, zu denen auch übermäßiges Verschmutzen von Straßen gehörte, sei eigentlich die Polizei zuständig, meinte Jens Frömmrich. „Aber bis Sonntag ist der Weg sauber.“

Joachim Franke regte an, die Außenlampe am Dorfgemeinschaftshaus von Buchholz mit einem Bewegungsmelder zu versehen, damit sie sich auch nach abendlichen Veranstaltungen einschaltet. Das müsse sich machen lassen, erwiderte der Bürgermeister, der seinerseits berichtete, dass der Betreiber des Windrads am Ortsrand von Buchholz Geld für acht Bäume spende. Die habe die Gemeinde an der Straße nach Quelkhorn pflanzen wollen, aber das lasse der Landkreis Verden nicht zu, da diese Fläche für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung stehen müsse. Jetzt suche man eine Fläche in der Gemeinde.

Dank an Hintzmann und Zaeschmar

Zum Schluss wurde noch den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern Peter Hintzmann und Heino Zaeschmar für ihr drei- beziehungsweise zehnjähriges Engagement gedankt. Dem bisherigen Bürgermeister Thomas Müller, der zehn Jahre im Amt war, hatte der Rat bereits vorher eine Abschiedsfeier ausgerichtet.

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