Lücke zwischen Otterstedt und Dipshorn Warten auf den Radweg

Seit 2015 exisiert eine Radweglücke zwischen Otterstedt und Dipshorn. Der frühere Ratsherr Jürgen Grimmelijkhuizen erlebt nun als Radpendler hautnah mit, was das bedeutet.
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg

Dipshorn. Die sieben Kilometer zur Arbeit, die fährt Jürgen Grimmelijkhuizen gerne mit dem Rad. Das ist gut für die Fitness, sagt der 60-Jährige, und ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz sei es auch noch. Zweimal am Tag radelt er von Wilstedt nach Otterstedt und wieder retour, weil er auch die Mittagspause zu Hause verbringt. Von Montag bis Freitag, seit Oktober macht er das.

Beim Strampeln hilft Grimmelijkhuizen der eingebaute Rückenwind seines E-Bikes, und alles wäre gut, gäbe es diese „unselige Radweglücke“ nicht, wie er den Umstand nennt, dass der Radweg von Otterstedt kommend an der Verden-Rotenburger Kreisgrenze endet. Der Radweg wird dort im rechten Winkel auf die Kreisstraße geführt, die sich die Radfahrer von dieser Stelle an bis Dipshorn mit Autos, Lastwagen und Bussen teilen müssen. „Morgens und abends im Berufsverkehr ist es besonders gefährlich, weil es auch noch dunkel ist“, sagt Grimmelijkhuizen, der stets Helm und Warnweste trägt. Eine Situation sei so brenzlig gewesen, dass er auf dem Seitenstreifen angehalten habe: „Da fuhren im Überholverbot zwei Autos nebeneinander auf mich zu.“

Das Überholverbot in Verbindung mit einer Tempo-70-Zone hat der Landkreis Rotenburg auf Bitten der Gemeinde Vorwerk angeordnet. Auf der Verdener Seite, wo der Radweg endet, gilt weiterhin Tempo 100, ein Überholverbot gibt es dort nicht. Dazu teilt Christine Huchzermeier von der Pressestelle des Landkreises Rotenburg auf Anfrage mit: „Natürlich stimmt sich der Landkreis mit anderen Beteiligten ab, es hat Gespräche mit dem Landkreis Verden gegeben. Von Seiten des Landkreises Verden werden aus Richtung Otterstedt keine weiteren Maßnahmen für notwendig gehalten.“

Die 70er-Zone sieht man beim Landkreis Rotenburg ohnehin nur als Provisorium: Es handele sich hierbei um eine befristete Maßnahme bis zum Bau des Radweges von Dipshorn zur Kreisgrenze. Der Radweg befinde sich zurzeit noch in der Entwurfsphase, da noch nicht alle erforderlichen Grunderwerbsgespräche erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Eine abschließende Entwurfsplanung gebe es noch nicht, daher sei auch eine fundierte Kostenschätzung noch nicht möglich. Geplant ist der Bau des Radwegs für 2022, heißt es aus dem Rotenburger Kreishaus. Dieser Termin hänge aber von der Erlangung der Baureife ab.

Sollte der Radweg tatsächlich 2022 kommen, dann hätte die Radweglücke sieben Jahre existiert. Mit Radweglücken hat Vorwerks Bürgermeister Thomas Müller bereits Erfahrungen: Neun Jahre hat es gedauert, bis der Radweg zwischen Quelkhorn und Buchholz vollendet werden konnte. Auch dort war einst an der Kreisgrenze Schluss. Daher hat die Gemeinde sogar die benötigten Grundstücke selber gekauft, um die Sache voranzubringen. Im Fall Dipshorn sei die Sache allerdings noch dringlicher, weil die Kreisstraße dort schmaler sei als bei Buchholz und zudem durch einen Wald führe: „Das bedeutet eine größere Gefahr für Radfahrer“, so Müller.

Mittlerweile scheint sich herauszukristallisieren, dass der Radweg wohl nicht direkt an der Kreisstraße gebaut wird, weil dort Grundstückseigentümer die Flächen nicht hergeben wollen. Der Grunderwerb gestalte sich schwierig, so Müller, einige Anlieger seien mit den vorliegenden Planungen nicht einverstanden. Die Radweg-Trasse wird wohl teilweise durchs Dipshorner Wochenendgebiet geführt. Durch das Gebiet führe ein öffentlicher Weg, sodass die Gemeinde lediglich einen 80 Meter langen Streifen von vier Metern Breite erwerben müsse, hatte Müller im Mai gesagt.

Grimmelijkhuizen hofft derweil, dass das Projekt schnell zum Abschluss kommt. Die Verantwortlichen der Gemeinde Vorwerk und der Gemeinderat, dem er selbst viele Jahre angehört hat, hätten schon sehr viel Energie und Zeit in die Sache investiert. „Ich habe den Eindruck, da bewegt sich im Moment nix.“

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