Dorffest in Westertimke Publikumsmagnet mit 200 Gästen

Das Dorffest in Westertimke wurde am Wochenende zum Pulikumsmagnet. Das halbe Dorf war auf den Beinen. Viele nutzten die Hauptattraktion: eine Hebebühne in 45 Meter Höhe - für schöne Aussichten bis nach Bremen.
11.09.2022, 17:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Kessels

Westertimke. Wer schon immer mal sein Dorf von oben sehen wollte, war beim Dorffest von Westertimke genau richtig. Gut die Hälfte der 400 Einwohner, so schätzt es Bürgermeister Knut Ehlert, war zu dem Fest am Dorfgemeinschaftshaus erschienen, dem ersten seit Beginn der Corona-Pandemie und auch dem ersten, das nicht von der Feuerwehr nur für die Kinder veranstaltet wurde, sondern auch vom Gemeinderat und allen Vereinen des Dorfes, neben der Feuerwehr auch die Dorfjugend, der Heimat- und Kulturverein, die Landfrauen, der Skatclub und die Airbus-Segelfluggemeinschaft Bremen. Die ging zwar nicht in die Luft, aber dafür viele Gäste.

Erinnerungsfotos

Hinter dem Dorfgemeinschaftshaus hatte der Heimat- und Kulturverein den großen Holzbackofen eingeheizt und viele Pizzen hinein- und wieder herausgeschoben, und die Wartezeit in der langen Schlange konnte man sich mit dem Betrachten der Fotos verkürzen, die an Wäscheleinen aufgehängt waren und Stationen aus dem Westertimker Schulleben zeigten, denn von 1869 bis 1976 war das Dorfgemeinschaftshaus die Schule. Sogar ein Foto des ersten Lehrers Joachim Hinrich Alpers hatte der Verein aufgetrieben. Der war von 1869 bis 1910 im Amt; als er Lehrer wurde, war er erst 25 Jahre alt, gestorben ist er fast 94-jährig 1938. Auf Klassenfotos entdeckten sich einige der älteren Besucher wieder, und auch den vorletzten Lehrer Werner Süssenguth (1949 bis 1973) kannten viele noch.

Schöne Aussichten

Wer einen empfindlichen Magen hatte und nicht schwindelfrei war, tat gut daran, die höchste Attraktion des Dorffestes vor der Bestellung der Pizza auszuprobieren. Die Firma Mateco, ansässig im Bremer Güterverkehrszentrum, war mit einer Hebebühne erschienen, die sich auf 45 Meter Höhe ausfahren ließ. Von oben konnte man die Wilstedter Windräder sehen, die viel näher erschienen, als sie waren, und dahinter ganz am Horizont ließ sich die Silhouette des Bremer Müllheizkraftwerks an der Autobahnauffahrt Überseestadt erahnen. Der Kirchturm von Kirchtimke ragte aus den Baumwipfeln zur Linken heraus, und der neunjährige Joshua hätte sich beim Herunterfahren gern auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses absetzen lassen. „Ich muss doch mal nachsehen, ob noch alle Dachziegel gut befestigt sind“, meinte er – sein Wunsch wurde jedoch nicht erfüllt. Wer nicht den Fehler machte, direkt nach unten zu blicken, wurde übrigens von Schwindelgefühlen verschont, und die Hebebühne verhielt sich auch in voll ausgefahrenem Zustand erstaunlich ruhig.

Erntekrone binden

Bodenständiger ging es neben dem Dorfgemeinschaftshaus zu, wo der Heimat- und Kulturverein die Erntekrone band, die demnächst an der Bushaltestelle in der Ortsmitte aufgebaut wird. Das lila Heidekraut stammte vom Truppenübungsplatz, erklärte Stefanie Rugen. Für die Airbus-Segelfluggemeinschaft Bremen, vor fünf Jahren aus der örtlichen Segelfluggruppe Bremen und der bis dahin auf dem Flugplatz von Lemwerder ansässigen Airbus-Weser-Fluggemeinschaft entstanden, sind 45 Meter Höhe natürlich sehr wenig. Der Vorsitzende Rolf Struckmeyer hatte zusammen mit seinen Vereinsfreunden ein Segelflugzeug vom Typ LS 8 aufgestellt. Dies ist ein Hochleistungsflugzeug, das, wenn es 1000 Meter Flughöhe erreicht hat, ohne Unterstützung von Auf- und Abwinden 40 Kilometer weit fliegen kann, bevor es zu Boden geht. Geflogen wurde natürlich nicht, aber die Gäste durften in der Kanzel platznehmen und sich erklären lassen, wie ein Tachometer ohne Strom und ohne Räder funktioniert, nur mittels der durchströmenden Luft.

Kisten stapeln

Für die Kinder waren viele Spiele auf der Wiese aufgebaut, Eimerstelzen, eine Hüpfburg in Form eines Feuerwehrautos, und auch sie konnten in die Luft gehen, mussten sich dabei aber anstrengen. Die Firma BSC aus dem Timke-Park war mit einem Kran zum Kistenstapeln erschienen. Mathea, gerade fünf Jahre alt, setzte unermüdlich eine Limonadenkiste auf die andere; als sie bei der sechsten angelangt war, wurde sie aber von ihren Eltern heruntergehoben. Charlotte, zwei bis drei Jahre älter, schaffte es, einen Turm von 15 Kisten zu errichten, und dann durfte sie segeln, angeseilt am Kran und in einem eleganten Bogen zurück auf den Erdboden. Bürgermeister Knut Ehlert war zufrieden – vor Corona-Zeiten habe das Kinderfest der Feuerwehr alle zwei Jahre stattgefunden, und nun überlege man, es in Zukunft immer als Fest für das ganze Dorf zu veranstalten.

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