Schuldenfrei dank hoher Einnahmen

Westertimke: Spitze bei der Steuerkraft

Weil die Betriebe im Timkepark und die Biogasanlage florieren, kann sich die Gemeinde Westertimke einiges leisten, ohne Schulden zu machen.
09.02.2021, 12:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg

Westertimke. Westertimke ist mit etwa 440 Einwohnern zwar die kleinste der acht Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Tarmstedt, aber weitem nicht die ärmste. Im Gegenteil: Dank der florierenden Betriebe im Gewerbegebiet Timkepark und der Biogasanlage hat Westertimke an Gewerbesteuer voriges Jahr mit rund 458.000 Euro mehr kassiert als das neunmal größere Tarmstedt (449.000 Euro). Ein höheres Aufkommen hatten lediglich Wilstedt (470.000 Euro) und Spitzenreiter Breddorf (676.000 Euro).

Absolute Spitze ist Westertimke jedoch bei der Steuerkraft je Einwohner: Für 2021 hat die Kämmerei einen Wert von 1750 Euro ermittelt, da kommen auch Breddorf (1302 Euro) und Wilstedt (879 Euro) nicht mit. Der Samtgemeinde-Durchschnitt liegt bei 793 Euro. Wegen dieser außerordentlichen Steuerkraft muss Westertimke einen kleinen Teil seiner Steuereinnahmen an die anderen Gemeinden abgeben: 19.500 Euro werden abgeschöpft und entsprechend der Einwohnerzahl verteilt. Breddorf gibt 9149 Euro an die anderen Mitgliedsgemeinden ab.

Neuer Rasentraktor

Weil es Westertimke so rosig geht, kann sich die seit Jahren schuldenfreie Gemeinde einiges leisten, ohne Kredite aufnehmen zu müssen. So ist bereits ein neuer Rasentraktor für 18.000 Euro bestellt worden, der für die Pflege des Sportplatzes, des Friedhofs und der Straßenrandstreifen benötigt wird. Das neue Fahrzeug löst zwei ältere Maschinen ab, von denen eine in Zahlung gegeben und die andere verschrottet wird. Für 1000 Euro soll der Sportplatz an der Dorfstraße angesät werden, zudem bekommt der TSV Timke 2800 Euro für seine Sportanlage. 5000 Euro hat der Gemeinderat für die Sanierung des Westertimker Dorfjugendhauses freigegeben, für 600 Euro bekommt das benachbarte Gemeinschaftshaus eine neue Schließanlage. Mit 68.000 Euro beteiligt sich Westertimke an den Betriebskosten des Kindergartens in Ostertimke. „Gut ein Drittel der Kinder kommt aus unserem Dorf“, so Bürgermeisterin Karin Gieschen. Der Sockelbetrag war voriges Jahr von 10.000 auf 30.000 Euro aufgestockt worden, weil Kirchtimke seinen Haushalt nicht ausgleichen konnte.

Viel Geld für Straßenbau

Das meiste Geld, so hat es der Gemeinderat jetzt mit dem Haushalt 2021 beschlossen, fließt in den Straßenbau. 72.000 Euro sind vorgesehen, um den vor zwei Jahren verbreiterten Wirtschaftsweg Zum Hollen zu asphaltieren. Für 20.500 Euro soll der Weg von der Bülstedter Straße nach Schnakenmühlen repariert werden, 20.000 Euro stehen für Pflasterarbeiten an mehreren Stellen im Dorf bereit, und 30.000 Euro wurden eingestellt für die Instandsetzung der Straße Am Falkenlager, die zum Gewerbegebiet führt.

14.000 Euro will die Gemeinde in den Rundweg in Richtung Wörpe investieren. Den hat sie voriges Jahr streckenweise schottern lassen, wofür nun Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind – gepflanzt werden sollen direkt am Weg Eichen, Obstbäume und Sträucher, außerdem werden Sitzbänke aufgestellt. Wesentlich teurer wird die umfassende Sanierung der gesamten Dorfstraße, die mitsamt Kanalerneuerung ab 2022 in mehreren Abschnitten erfolgen soll. Dafür stehen 50.000 Euro für die Planungskosten im neuen Haushalt.

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