Segelflieger warten ihre Maschinen

Keine Zeit für Winterschlaf

Die Tarmstedter Segelflieger nutzen die trüben Winterwochen für die Wartung ihrer Maschinen. „Wir sind jeden Sonnabend auf unserem Gelände in Westertimke zu Gange“, heißt es vom Verein.
21.02.2019, 20:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg
Keine Zeit für Winterschlaf

Sebastian Simon und Martin Zimmermann (knieend) setzen das Seitenruder des Doppelsitzers Duo-Discus wieder ein, das für die Wartungsarbeiten herausgenommen worden war.

Verein

Westertimke. Was machen die Segelflieger eigentlich im Winter, wenn sie nicht fliegen können? Wer es genau wissen will und sich sonnabends auf dem Gelände zwischen Westertimke und der Kreisstraße zwischen Hepstedt und Kirchtimke umsieht, wird feststellen: Die Segelflugfreunde befinden sich definitiv nicht im Winterschlaf.

Die trüben und nasskalten Winterwochen vor der neue Segelflugsaison im Frühjahr überbrücken die Tarmstedter Segelflieger mit Arbeit. Zu tun gibt es jede Menge. „Es herrscht ein genau so emsiges Treiben wie im Sommer“, erklärt Ralf-Michael Hubert, der im Verein für die Pressearbeit zuständig ist. Gewerkelt werde nur eben nicht auf dem Fluggelände selbst, sondern in der an dessen Rand gelegenen Werkstatt. Wer auf der schmalen Straße am Vereinsheim der Segelflieger vorbeifahre, mag sich vielleicht wundern, wie lange dort an Winterwochenenden das Licht brenne. „Das hat seinen Grund“, so Hubert: „Im Winter durchlaufen alle Flugzeuge und Bodenfahrzeuge des Vereins ihre alljährliche Instandhaltung.“

Nach der Verschmelzung von bis dahin zwei getrennten Vereinen zur jetzigen „Airbus Segelfluggemeinschaft Bremen e.V.“ müssten mehr Flugzeuge als zuvor durch das Wartungsprogramm gebracht werden. Da fast alle Arbeiten von den Vereinsmitgliedern in Eigenleistung erbracht werden, sei damit ein deutlich höheres Engagement von allen Mitgliedern gefordert. Das wiederum erfordert eine durchdachte Planung und „eine beinahe schon industrielle Arbeitsvorbereitung“. Trotz der Mehrfachbelastung dürfe die Instandhaltung nämlich nicht übereilt und flüchtig ausgeführt werden.

Um seinen Mitgliedern jederzeit betriebssichere Flugzeuge bereitstellen zu können, werden alle Werkstattarbeiten von speziell ausgebildeten Werkstattleitern oder Zellenwarten übernommen oder überwacht. Vor dem ersten Flug in der neuen Saison werden alle Flugzeuge zudem einem vom Luftfahrtbundesamt beauftragten Prüfer vorgestellt. „Dabei wird selbst auf Kleinigkeiten hingewiesen, auch wenn sie nicht sicherheitsrelevant sind“, betont Pressereferent Ralf-Michael Hubert. „Gibt es bei der Prüfung dagegen eine Beanstandung, die auch nur ansatzweise die Sicherheit beeinträchtigen könnte, fliegt dieses Flugzeug erst einmal nicht mehr.“ Das sei zwar ärgerlich, letztlich aber gut so. Damit würden Segelflugvereine von vornherein zu einer professionellen Arbeitsweise verpflichtet, so Hubert.

In Tarmstedt sei bisher noch kein Flugzeug durch diese strenge Kontrolle gefallen. Und so solle es auch in Zukunft bleiben. „Da merkt man schon: Eine Segelflug-Werkstatt ist keine Bastelbude für Heimwerker“, sagt der Vorsitzende Rolf Struckmeyer. Hier gehe es um die Sicherheit aller Mitglieder. Und da zählten für die Arbeit an den Flugzeugen ausschließlich Fachkompetenz, solides Können, hohe Sorgfalt und eine geradezu penible Arbeitsweise. Was für die Segelflugzeuge und Motorsegler gilt, treffe ebenso auch für Seilwinden, Transportanhänger, Traktoren und andere Fahrzeuge zu. Auch hier müssten sich die Mitglieder im kommenden Sommer auf störungsfreie Funktionen verlassen könnten und dürften dabei der kompetenten Fürsorge durch ihre Vereinsfreunde während der Winterarbeit vertrauen.

„Wenn der Prüfer dann seine Stempel zur Jahresnachprüfung gegeben hat, können die Mitglieder erwartungsfroh in die neue Saison starten“, erklärt Hubert. Und sie dürften auch ein wenig stolz sein, dass ihnen erneut eine gute Werkstattarbeit für einen sicheren Flugbetrieb bescheinigt worden sei.

Flugbetrieb ist in Westertimke in der Segelflugsaison von April bis Mitte Oktober an jedem Sonnabend und Sonntag. Wer als Gast mitfliegen möchte, kommt einfach auf dem Flugplatz am Westertimker Weg vorbei und spricht die Segelflieger an. Interessierte sollten am besten ab 9 Uhr am Flugplatz anrufen und nachfragen. Kontakt: 04283/ 12 41.

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