Westertimke kann sich einiges leisten

Timke-Park entwickelt sich sehr gut

Die Gemeinde Westertimke freut sich über steigende Gewerbesteuern. Da fällt dem Gemeinderat ein höherer Zuschuss zum Ostertimker Kindergarten nicht schwer.
04.02.2020, 14:02
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Kessels
Timke-Park entwickelt sich sehr gut

Karin Gieschen, die Bürgermeisterin von Westertimke. Dank hoher Steuereinnahmen kann sich ihre Gemeinde einiges leisten.

Irene Niehaus

Westertimke. 120 000 Euro will die Gemeinde Westertimke in diesem Jahr in die Reparatur ihrer Straßen stecken. Dass ihr Haushalt dadurch ins Minus rutscht, stört den Gemeinderat dabei überhaupt nicht. Das Defizit beträgt nur 5000 Euro, und angesichts ansehnlicher Einnahmen bei der Gewerbesteuer besteht für die sieben Ratsmitglieder kein Zweifel, dass der Fehlbetrag innerhalb der nächsten drei Jahre ausgeglichen werden kann – wie es Vorschrift ist, um die Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzepts zu vermeiden.

Bürgermeisterin Karin Gieschen konnte sich den größten Teil der dreiviertelstündigen Sitzung entspannt zurücklehnen, das Reden übernahm Matthias Klee, der als Finanzfachmann des Gemeinderats den Haushalt erklärte: Im Ergebnishaushalt, der für die laufenden Ausgaben der Gemeinde zuständig ist, werden Einnahmen von 837 200 Euro verzeichnet. Die Aufwendungen liegen bei 842 200 Euro, das ergibt einen Fehlbetrag von 5000 Euro. Im Finanzhaushalt werden die Investitionen verbucht: 210 000 Euro für den Endausbau des Baugebiets an der Bülstedter Straße. Dem stehen 89 000 Euro Einnahmen durch Verkauf von Baugrundstücken entgegen. Um flüssig zu bleiben, darf die Gemeinde 136 000 Euro an Liquiditätskrediten aufnehmen. Die Grundsteuer A und B liegt unverändert bei 400 Prozent, die Gewerbesteuer bei 315 Prozent. „Das ist der größte Haushalt, den wir je verabschiedet haben“, sagte Matthias Klee. Mit dem „marginalen“ Defizit könne man leben; es sei zu erwarten, dass es in den nächsten drei Jahren ausgeglichen werde.

Im Ergebnishaushalt betrifft einer der größten Posten die Sanierung von Straßen, insgesamt 120 000 Euro. Davon werden 50 000 Euro für den Ostermoorer Weg, 40 000 Euro für die Straße Zum Holm eingeplant. Höher als bisher fällt der Zuschuss zum Ostertimker Kindergarten aus, der auch von Westertimker Kindern besucht wird. Dafür zahlt die Gemeinde Westertimke an die Gemeinde Kirchtimke jedes Jahr einen Sockelbetrag von 10 000 Euro. Dieses Jahr werden es 30 000 Euro, was mit der unveränderten Kinderpauschale 68 000 Euro ergibt.

Die hohen Ausgaben für die Straßensanierungen könne man sich nur leisten, weil die Einnahmen durch die Gewerbesteuer sich sehr positiv entwickelt hätten, erklärte Matthias Klee. Bisher habe man immer knapp eine Viertelmillion Euro angesetzt, aber dieser Betrag sei im vorigen Jahr um 400 000 Euro übertroffen worden. Deshalb habe man für dieses Jahr den Ansatz um 200 000 Euro erhöht, was noch sehr vorsichtig gerechnet sei. Die Gewerbesteuereinnahmen seien viermal so hoch wie die Einnahmen bei der Grundsteuer A und B; das Gewerbegebiet Timke-Park entwickle sich sehr gut.

Zur Grundsteuer hatte Hartmut Otten eine Frage. Trotz des neuen Baugebiets sei sie für dieses Jahr niedriger angesetzt als im Jahr 2019, hatte er bemerkt. Sie ist mit 76 000 Euro im Haushalt eingestellt. Das sei zwar tatsächlich weniger als die 80 000 Euro, die im vorigen Jahr eingenommen wurden, erklärte Matthias Klee, aber bei der Aufstellung des Vorjahreshaushalts habe man nur mit 72 000 Euro gerechnet. Der Betrag für dieses Jahr sei recht vorsichtig geschätzt. Wegen der höheren Steuereinnahmen muss die Gemeinde 120 000 Euro mehr Kreis- und Samtgemeindeumlage zahlen, aber dafür wurden bereits Rücklagen gebildet. Da hatte der Gemeinderat keine Bedenken, den Haushalt einstimmig zu beschließen.

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