Heinz Cordes aus Wilstedt Mit viel Humor im Ehrenamt

„Jeden Tag eine gute Tat“, das ist der Leitspruch von Heinz Cordes aus Wilstedt. Der 72-jährige engagiert sich im Sportverein und in der Flüchtlingshilfe.
05.01.2022, 07:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Reiner Tienken

Wilstedt. Das ehrenamtliche Engagement von Heinz Cordes ist vergleichbar mit dem eines Pfadfinders. Der 72-jährige Wilstedter hat sich den Leitspruch „Jeden Tag eine gute Tat“ mit Herz und Seele auf die Fahne geschrieben. Im Sport und in der Flüchtlingshilfe setzt sich der Rentner für andere Menschen ein. „Ich bin ein sehr humorvoller und sehr genauer Mensch“, umschreibt Heinz Cordes seine Stärken. Durch seine Einsatzbereitschaft hat sich der Kaufmann außer Dienst in der Samtgemeinde Tarmstedt einen Namen gemacht. Insbesondere in der Flüchtlingshilfe, in der er sich seit 2016 engagiert.

„Zeitweise habe ich fünf Familien betreut. Das habe ich sehr gerne gemacht“, erzählt Cordes. Dabei beschäftigte sich der Vater zweier Söhne und Großvater von zwei Enkelkindern hauptsächlich mit Bürgern aus Syrien. Über einen Dolmetscher fand der Wilstedter Zugang zu den in die Samtgemeinde Zugezogenen. „Das ehrenamtliche Engagement spielt für mich eine große Rolle“, sagt er. Der Einsatz verfehlte seine Wirkung nicht. „Ich war immer bemüht, die Flüchtlinge in den Sportverein zu integrieren. Inzwischen gibt es viele Kinder, die Fußball spielen“, freut sich Cordes. Stolz ist der Hobby-Sportler darauf, einen kleinen Beitrag dafür geleistet zu haben, dass die erwachsenen Flüchtlinge ihren Weg gemacht und einen Job gefunden haben.

Zehn Jahre Stadionsprecher

Heinz Cordes fühlt sich dem Sport in besonderem Maße verbunden. Auch dort engagierte sich der Ruheständler über Jahre hinweg auf ehrenamtlicher Basis. Den Abendlauf „Wilstedt bei Nacht“ begleitete Cordes von 2007 bis 2017 als Stadionsprecher. Der ehemalige Moderator hatte die Aufgabe, die Läufer auf die Bahn zu schicken und den Startschuss prominenter Ex-Profis wie Frank Baumann, Marco Bode und Hans-Jürgen Bargfrede anzukündigen. Zweimal musste der Ansager die Läufer und Zuschauer auch bei Laune halten, weil sich der Start des Abendlaufes um rund 20 Minuten verzögerte. Was ihm offenbar geglückt ist: „Es waren alle begeistert“, erinnert sich Heinz Cordes.

Der Abendlauf lockte regelmäßig weit über 3000 Teilnehmer an. „Nach dem Lauf sind viele Zuschauer wegen des Feuerwerks geblieben“, fügt der einstige Stadionsprecher an. Bei all seinem Einsatz als Moderator sah es der Mann, der in der Möbelbranche arbeitete, als seine Aufgabe an, das Publikum durch kurzweilige Informationen und Sprüche zu unterhalten. „Ich hatte fast so was wie Lampenfieber auf dem Balkon“, blickt der Vereinshelfer auf seine Anfänge als Moderator zurück. Nach dem Lauf und vielen Durchsagen war Cordes oft total erschöpft.

"Nur ein Rad im Getriebe"

Dabei nahm sich der Vereinshelfer als Moderator gar nicht so wichtig. „Ich bin nur ein Rad im Getriebe gewesen. Wilstedt bei Nacht ist eine Teamarbeit“, stellt Cordes klar, "da sind ja bis zu 130 ehrenamtliche Helfer dabei." Und fügt hinzu: „Ich fand das immer toll, wie es Gerhard Heins als Moderator auf seine Art gemacht hat“, lobte Cordes seinen Vorgänger am Mikrofon. Traurig stimmt es den ehemaligen Stadionsprecher, dass der Abendlauf inzwischen bereits zweimal infolge der Pandemie abgesagt werden musste. „Wir hatten immer tolles Wetter. Der Abendlauf ist so schön mit seiner einmaligen Stimmung“, bekommt Cordes auch heute noch fast eine Gänsehaut, wenn er an die Laufevents zurückdenkt.      

Auch auf anderer Ebene macht sich die treue Seele für den MTV Wilstedt stark: als Gruppenleiter im Tischtennis. „Das ist ein ganz spannender Ausgleich“, begeistert sich der Familienvater für die Sportart mit dem Zelluloidball. Seit 2013 geht Cordes regelmäßig der Hallensportart nach. Inzwischen verfügt der Verein durch ein gestiegenes Interesse über sechs Tischtennisplatten.

Abschalten beim Malen

Bei seinen verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten weiß Cordes seine Ehefrau stets wohlwollend an seiner Seite. „Meine Frau Monika hat mich animiert, das zu tun“, konnte Heinz Cordes auf ihre Unterstützung bauen. Der 1978 aus Bremen zugezogene Cordes hat neben Sport und Flüchtlingshilfe noch weitere Hobbys: Fahrradfahren, Reisen und Malerei. „Das Malen ist unglaublich entspannend“, sagt der Wilstedter, dabei könne er so richtig abschalten und die Hektik des Alltags hinter sich lassen.

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