Wilstedter Heimbetreiber denkt an Demo Kampf um Tempo 30 geht weiter

Tino Wohlmacher, Betreiber des Altenheims in Wilstedt, will weiter für Tempo 30 vor seiner Einrichtung kämpfen. Der Landkreis lehnt das ab. Wohlmacher denkt nun an eine Demo.
21.02.2019, 05:26
Lesedauer: 1 Min
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Von Johannes Heeg

Wilstedt. Dass die Verkehrsbehörde des Landkreises Tempo 30 vorm Wilstedter Altenheim rigoros ablehnt (wir berichteten), will Heimbetreiber Tino Wohlmacher nicht hinnehmen. Um die Geschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften zu reduzieren, müsse es zwingend notwendige Umstände geben, so die Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage der WÜMME-ZEITUNG. Es müsse eine Gefahrenlage bestehen, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs erheblich übersteige. Dies sei bei einem Ortstermin mit der Polizei „von allen Beteiligten an dieser Stelle nicht erkannt“ worden, so die Pressestelle des Landkreises. Unmittelbar vor der Senioreneinrichtung stehe eine Ampel, damit könne die Straße sicher überquert werden. Dazu sei der Außenbereich der Senioreneinrichtung durch einen hohen Zaun zur Straße abgesperrt, sodass die Bewohner nicht auf die Straße gelangen könnten.

Diese Begründung des Landkreises Rotenburg findet Wohlmacher „abenteuerlich“. Klar gebe es einen hohen Zaun, doch dieser habe ein Tor, durch das „jeder rein und raus“ könne. „Wir sind keine geschlossene Einrichtung“, so Wohlmacher. Eine Schließanlage mit einer Zahlenkombination sei nicht genehmigt worden. Die teilweise schwer demenzkranken Heimbewohner dürften sich natürlich frei bewegen. „Und damit stehen unsere Bewohner unmittelbar auf der Straße, wenn sie die Tür geöffnet haben“, so Wohlmacher.

Auch gehe es ihm nicht nur um die Heimbewohner, sondern auch um die Fußgänger und Radfahrer, die sich an und auf der Hauptstraße bewegen. „Innerhalb von knapp 100 Metern befinden sich zwei Bushaltestellen, wo zweimal am Tag Dutzende Schulkinder ein- und aussteigen müssen. Und es gibt eine Kreuzung, auf der regelmäßig Unfälle passieren, erst vor sechs Wochen einer“, so Wohlmacher. Der Heimbetreiber will der Verkehrsbehörde „keine Ruhe lassen“, wie er sagt, „ich gebe nicht auf, ich mache weiter!“ Er sieht sich von zahlreichen Wilstedtern unterstützt und will eine Demo organisieren: „Wir müssen die Behörden auf das Problem der Raserei im Dorf aufmerksam machen.“ In anderen Landkreisen gebe es längst Tempo 30 vor Kitas und Altenheimen.

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