Beschluss des Wilstedter Gemeinderats

Grünes Licht für Kauf des Sparkassengebäudes

Der Wilstedter Rat hat den Haushalt fürs laufende Jahr beschlossen. Trotz Defizit kommt die Gemeinde ohne Kredite aus und kann sich außerdem den Kauf des Sparkassengebäudes leisten.
22.04.2021, 14:17
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Von Johannes Kessels
Grünes Licht für Kauf des Sparkassengebäudes

Für rund 600.000 Euro wird die Gemeinde Wilstedt Eigentümerin des Gebäudes, in dem sie seit Jahren ihre Sitzungen abhält.

CARMEN JASPERSEN

Wilstedt. Die Gemeinde Wilstedt kauft das Sparkassengebäude Am Brink, in dem sie bereits seit einigen Jahren die Räume im Obergeschoss als Ratssaal mit Garderobe mietet. Kredite muss sie nicht aufnehmen, um den Kaufpreis aufzubringen. Das erklärte Bürgermeister Traugott Riedesel in der jüngsten Ratssitzung, in der auch der Haushalt für dieses Jahr beschlossen wurde. Dass er mit einem Defizit endet, störte dabei nicht weiter.

177.700 Euro fehlen im Ergebnishaushalt, der für die laufenden Kosten der Gemeinde zuständig ist: Einnahmen von 1.960.500 Euro stehen Ausgaben von 2.138.200 Euro gegenüber. Für Investitionen sind 721.700 Euro vorgesehen, obwohl dafür nur Einzahlungen von 154.300 Euro zur Verfügung stehen. Die Gemeinde hat jedoch noch 1,7 Millionen Euro als „liquide Mittel“ auf der hohen Kante. „Aber die sind auch schnell ausgegeben“, sagte Riedesel. Nicht verwendet dürfen sie zum Ausgleich des Ergebnishaushalts, das ist aber auch nicht nötig, weil das Defizit in den nächsten drei Jahren voraussichtlich abgetragen werden kann. Deshalb kann die Gemeinde auf die Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzepts verzichten. Um allzeit flüssig zu bleiben, dürfen Liquiditätskredite bis zu 307.000 Euro aufgenommen werden. Der Rat stimmte dem Haushaltsentwurf einstimmig zu.

Hohe Ausgaben für Kindergarten

Ein glattes Fünftel des Haushaltsvolumens betrifft den Kindergarten. Für das vorige Jahr zahlt die Gemeinde an die Kirche einen Zuschuss von 432.000 Euro – vor fünf Jahren waren es noch 200.000 Euro weniger; seitdem ist der Zuschuss kontinuierlich gestiegen. „Eine eindrucksvolle Entwicklung“ nannte Traugott Riedesel das, meinte allerdings damit nicht die finanzielle Seite, sondern das Angebot der Einrichtung. Im nächsten Jahr würden alle Kinder einen Platz bekommen, damit sei der Kindergarten auch voll besetzt. Im Wirtschaftsplan für dieses Jahr ist erstmals seit Jahren keine Kostensteigerung eingeplant.

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Einen Teil der angesparten 1,7 Millionen Euro wird Wilstedt für den Kauf des Sparkassengebäudes ausgeben. Inzwischen lägen die Zahlen der Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, sagte der Bürgermeister, diese seien allerdings nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Kosten wird der Erwerb 600.000 Euro, davon drei Viertel für das Gebäude, der Rest für das Grundstück. André Kück (SPD), der bisher skeptisch gewesen war, meinte nun, das Risiko sei vertretbar, sodass der Kauf einstimmig beschlossen werden konnte. Er werde versuchen, Zuschüsse aus dem Projekt zur Schaffung von Mittelpunkten kleiner Dörfer zu erhalten, kündigte Traugott Riedesel an.

Anbau für Bahnhof

Auch der Heimatverein Wilstedt hat größere Ausgaben vor sich. Er will an das Erdgeschoss des alten Bahnhofs einen Anbau setzen, in dem auch das Junge Blasorchester Wilstedt (JBO), das derzeit beim Schützenverein untergekommen ist, eine feste Heimstatt finden soll. Der Heimatverein hoffe, mit größeren Räumlichkeiten mehr junge Mitglieder zu gewinnen, sagte Traugott Riedesel, und Günther Nase (SPD) meinte: „Toll, dass sich die beiden Vereine zusammengetan haben.“ Die Baukosten werden, wie der Heimatvereinsvorsitzende Karlheinz Wobbe am Rande der Sitzung erklärte, bei 170.000 Euro liegen. 20.000 Euro davon übernimmt die Gemeinde, so der einstimmige Ratsbeschluss.

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