Miniwelt im Schaufenster Wilstedts wachsendes Weihnachtsdorf

Eine winterliche Miniaturlandschaft lockt viele Schaulustige in die Konterschaft nach Wilstedt – zum Weihnachtsdorf von Hans-Heinrich und Katja Junge. 120 Stunden brauchen sie für den Aufbau.
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Von Johannes Heeg

Wilstedt. Wer sich gerne mal das Rathaus von Wernigerode anschauen möchte, muss dafür nicht in den Harz fahren. Das Gebäude steht auch in Wilstedt – auf Modelleisenbahnformat verkleinert, gehört es zu einer winterlichen Weihnachtslandschaft, die in einem Schaufenster in der Straße Konterschaft zu bewundern ist. Zusammen mit etwa hundert weiteren Gebäuden haben Junges das historische Rathaus zu einem Weihnachtsdorf gruppiert, das jeden Tag kleine und große Schaulustige anzieht. „Genau das wollen wir. Wir freuen uns, wenn die Leute sich das angucken“, sagt Junge, den die meisten als Heini kennen.

Manche kommen nicht nur einmal vorbei. Denn tatsächlich gibt es allerhand zu sehen und unglaublich viel zu entdecken. Da drehen sich die Flügel einer Windmühle, ein Kettenkarussell bewegt sich, ebenso ein Riesenrad und mehrere Schaukeln, Schlittschuhläufer drehen ihre Runden, die Mitglieder eines kleinen Chors bewegen sich, an vielen Stellen blinkt es, Lagerfeuer lodern, ein Mann fällt einen Baum. Vor einem Hotel genießen die Gäste einen kleinen Wellnessbereich im Freien, es gibt eine Wassermühle und mehrere Springbrunnen mit echtem Wasser, Skifahrer stehen auf einer Abfahrtsstrecke, ein blaues Reh zieht die Blicke auf sich. Außerdem fahren zwei Märklin-Eisenbahnen beständig im Kreis, eine transportiert Schnee auf der offenen Ladefläche, die andere einen Weihnachtsmann.

Das große Weihnachtsdorf hat mal ganz klein angefangen, mit vier Modellhäuschen und einer Kirche. Die haben Junges bei einer Shoppingtour im Schaufenster von Karstadt in Bremen gesehen und gekauft und im alten Wilstedter Pfarrhaus, in dem die Familie damals lebte, auf einer Kommode aufgebaut. 2011 zogen Junges um in die Konterschaft, in das Haus, in dem einst Oma Heins ihren Pott-un-Pann-Laden betrieb, in dem es noch Schrauben und Nägel einzeln gab. Und weil sie dort diesen leer stehenden Verkaufsraum mit den großen Schaufenstern zu zwei Seiten vorfanden, entwickelte sich aus der kleinen Keimzelle recht schnell das üppig beleuchtete Weihnachtsdorf, das die Wilstedter heute kennen.

Und das jedes Jahr größer wird. Über ebay-Kleinanzeigen und auf Flohmärkten kauft der aus Rautendorf stammende Heini Junge ständig weitere Gebäude, Fahrzeuge, Figuren und Bäume dazu. Parallel dazu erweiterten Junges das Dorf stetig, wobei sie dabei mit einer klaren Arbeitsteilung vorgehen: Ehefrau Katja (51) hat die Ideen, die ihr Mann mit Hilfe von Styroporplatten umsetzt. Mittlerweile sind sie bei gut 15 Quadratmetern angekommen, die es rechtzeitig vor dem 1. Advent zu bestücken gilt. Das dauert seine Zeit: Rund 120 Stunden hat das Ehepaar diesmal gebraucht, bis alles an seinem Platz stand. 70 Steckdosen, zig Verlängerungskabel und unzählige Lichterketten mussten verlegt, die Trafos für die Eisenbahnen angeschlossen, 300 Bäumchen aufgestellt werden. Das alles sei aber kein Stress, sondern Genuss, betont der 59-Jährige: „Diese gemeinsame Zeit genießen wir.“ Sie seien „keine Fernsehgucker“. Fünf Kinder haben sie, wobei ihnen die drei Jungs beim Aufbau zur Hand gehen.

Normalerweise betrachten Schaulustige das lebendige Winterwunderland von außen. In diesem Jahr durften die Fans auch mal hinter die Kulissen schauen. Denn das Weihnachtsdorf war die erste Station des erstmals abgehaltenen lebendigen Adventskalenders in Wilstedt. Mehr als 40 Kinder und Erwachsene sind zum Auftakt in den früheren Laden gekommen, der im Hause Junge Partyraum heißt, weil er sich gut zum Geburtstag feiern eignet. Abgebaut wird die kleine Wunderwelt in der ersten Märzwoche. Dann kommt jedes Gebäude wieder in die Original-Schachtel. Auch der neue Burgerladen, der dieses Jahr erstmals an der Passage mit dem Theater steht. Und ebenso das einzige unbeleuchtete Gebäude inmitten des Lichtermeers, das öfter mal für ein Ratespiel für Kinder herhalten muss. Kleiner Tipp: Es hat einen Kirchturm und steht auf einem Hügel.

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