Digitale Alarmierung

Gemeinsame Sache mit Verden

Die Landkreise Diepholz und Verden wollen beim Umrüsten auf digitale Alarmierung gemeinsame Sache machen. Die Diepholzer Politik hat dem Vorhaben bereits zugestimmt.
17.03.2017, 17:15
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Gemeinsame Sache mit Verden
Von Claudia Ihmels
Gemeinsame Sache mit Verden

Die Rettungsleitstelle für den Landkreis Diepholz arbeitet bereits eng mit ihrem Pendant im Landkreis Verden zusammen. Das soll nun bald auch für die digitale Alarmierung gelten.

Udo Meissner

Landkreis Diepholz. Dem Digitalfunk bei Feuerwehr, Rettungsdienst, DLRG, THW und anderen Hilfsorganisationen soll nun bald die digitale Alarmierung folgen – und zwar in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Verden. „Wir haben uns geeinigt, ein gemeinsames Netz aufzubauen“, berichtete Klaus Speckmann, Fachdienstleiter für Sicherheit und Ordnung, am Dienstagabend im Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit. Am Montag habe man in Gesprächen mit dem Nachbar-Landkreis einen „wichtigen Fortschritt“ erzielt.

Nun soll alles ganz schnell gehen. Der Punkt „Einführung der digitalen Alarmierung“ war deshalb nach der Einigung mit dem Landkreis Verden nachträglich auf der Tagesordnung des Ausschusses gelandet. Für die Kreisverwaltung bat Speckmann um Zustimmung und um den Auftrag, das Ausschreibungsverfahren zu eröffnen. Mit Erfolg: Einstimmig sprach sich der Ausschuss für das Projekt aus.

„Das analoge Alarmierungssystem in den Landkreisen Diepholz und Verden ist veraltet“, hatte Speckmann zuvor ausgeführt. Der Landkreis Diepholz habe bereits alle Vorbereitungen geschaffen, um möglichst schnell mit der Ausschreibung starten zu können. Im Landkreis Verden habe es zunächst noch Überlegungen gegeben, ein anderes digitales System dem gewünschten System der Diepholzer vorzuziehen, nun habe man sich aber auf letzteres geeinigt. „Wir setzen auf bewährte Technik“, sagte Speckmann zur Wahl seiner Behörde. Mit dieser habe man anderswo schon gute Erfahrungen gemacht.

Dass die Diepholzer dennoch auf die Verdener gewartet haben, hat einen Grund. Denn die Leitstellen beider Landkreise arbeiten bereits eng zusammen. Unter anderem sind sie eng miteinander vernetzt, damit sie im Notfall füreinander einspringen können. Da bot es sich an, diese Zusammenarbeit bei der digitalen Alarmierung auszubauen. „Grundvoraussetzung ist aber ein gemeinsames System“, sagte Speckmann.

Allerdings müssen beide Landkreise für die neue Technik auch kräftig investieren. 500 000 bis 600 000 Euro kostet der Aufbau des Netzes im Landkreis Diepholz, teilte Speckmann auf Nachfrage von Michael Schnieder (AfD) mit. Die Meldeempfänger, die pro Stück laut Speckmann 200 bis 300 Euro kosten, müssten von den Städten und Gemeinden für ihre Feuerwehren bestellt und bezahlt werden. Der Landkreis würde aber die Kosten für die Kreisfeuerwehr und eventuell für kleinere Hilfsorganisationen übernehmen.

Schon zuvor hatte der Fachdienstleiter berichtet, dass insgesamt zwei oder drei digitale Alarmgeber angeschafft werden müssten. Digitale Alarmumsetzer würden schätzungsweise im Landkreis Diepholz 25 bis 30 gebraucht, im Landkreis Verden 15 bis 20. Bei den digitalen Meldeempfängern rechnet Speckmann für den Landkreis Diepholz mit 2500 benötigten Geräten, für den Landkreis Verden mit 1500. Er verwies zudem darauf, dass die gemeinsame EU-weite Ausschreibung mit Verden auch Preisvorteile mit sich bringen könnte.

Wilhelm Paradiek (CDU) wollte wissen, wie der Zeitplan aussieht. Speckmann erklärte, dass das analoge und digitale System etwa zehn bis zwölf Monate parallel genutzt werden würden. „Um zu 100 Prozent sicher zu sein, dass es keine weißen Flecken gibt“, erklärte er. Das digitale System müsse auch bei jeder Witterung getestet werden, deshalb gelte es, es zunächst über alle Jahreszeiten zusammen mit dem alten laufen zu lassen.

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