Der Chor Allegro feiert sein 30-jähriges Bestehen mit zwei Gastchören und einem Konzert in Brinkum Gesang aus 100 Kehlen zum Geburtstag

Stuhr-Brinkum. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Chors Allegro lud er Donnerstagabend in die Evangelische Kirche Brinkum ein zu einem einstündigen Konzert. Die langjährige Chorleiterin Karin Gastell stellte es unter den Titel 'Sinnbild der Vielfalt: Die Musik der Renaissance als Utopie'.
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Von Fritz Hopfgarten

Stuhr-Brinkum. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Chors Allegro lud er Donnerstagabend in die Evangelische Kirche Brinkum ein zu einem einstündigen Konzert. Die langjährige Chorleiterin Karin Gastell stellte es unter den Titel 'Sinnbild der Vielfalt: Die Musik der Renaissance als Utopie'.

Damit machte sie das erfreulich zahlreiche und festlich gestimmte Publikum mit den neuartigen Kompositionen von Giovanni Gabrieli (1557 bis 1612) bekannt, dem Organisten von San Marco zu Venedig. Wenn man die bis dato vorherrschenden einstimmigen Gregorianischen Gesänge dagegen hält, kann man den Riesenschritt in eine vollkommen neue und konzertante Welt ermessen, den Venedig als verblassendes Zentrum Europas tat und die geistliche Musik von Italien über Deutschland bis hin zu den Niederlanden beeinflusste.

100 Sängerinnen und Sänger stellten sich im Altarraum auf: Der Allegro-Chor bildete eine und die neue kantorei der Bremer Ratskirche Unser Lieben Frauen - ebenfalls unter Karin Gastell - sowie der aus Stuhrs lettischer Partnerstadt Sigulda angereiste Chor Sparni unter Liga Adamsone und Jurgis Cäbulis die andere Hälfte. 'Wir haben uns seit Weihnachten auf dieses Konzert vorbereitet', sagte eine Allegro-Sängerin. Die Probe mit den Letten habe nur Donnerstagvormittag stattgefunden - ein Zeichen dafür, wie gut sich dieser seit langem befreundete Chor auf den Auftritt vorbereitete.

Karin Gastell begrüßte ihr Auditorium zu ihrem XXL-Konzert von drei Chören, die sogar 16-stimmig vortragen würden. Eingeleitet wurde es von zehn Mitgliedern des Bremer Blechbläserensembles von Unser Lieben Frauen. Unter Leitung von Heinz Rohde intonierte es von Melchior Franck aus Coburg 'Intrada' für zwei Chöre à fünf Stimmen, nämlich Trompeten, Posaunen, Tuba und Horn, das Krankheit halber durch Altposaune ersetzt wurde. Frisch und fröhlich kommunizierten beide Ensemble-Teile miteinander.

Ebenso aufmunternd erklang von Gabrieli die 'Cantate Domine' à sechs Stimmen, vorgetragen vom Gesamtchor und als Generalbass begleitet von Tuba, zwei Posaunen sowie vom Bremer Organisten Klaus Westermann an der Truhenorgel. Es folgte ein beeindruckendes 'Jubilate Deo' des gleichen Komponisten, ein achtstimmiges Stück mit gleicher Bläser- und Orgelbegleitung. Es schien bereits eine Bach'sche Fuge 100 Jahre früher vorweg zu nehmen und brillierte durch Takt- und Tempo-Wechsel.

Zehn Minuten lang spielte Jörg Jacobi seine 'Toccata Super' des Hallensers Samuel Scheidt, gefolgt von einem Bläserstück von Gabrieli sowie einer Sinfonia von Ludovico Viadana, in der zwei Orgeln in ein Zwiegespräch traten. Gewissermaßen als Herzstück des Konzerts folgte - wiederum von Gabrieli - 'Plaudite, psallite, iubilate!' für drei Chöre à vier Stimmen. Sparni stand dabei im Kirchenschiff und wurde von seiner Leiterin dirigiert, die neue kantorei bevölkerte die Orgelempore und wurde zusammen mit Allegro von Karin Gastell geleitet. Neben viel Beifall erklangen auch Bravo-Rufe. Der Komponist Jan Pietersson Sweelinck und Girolamo Frescobaldi steuerten Orgelstücke bei und Gabrieli eine Bläser-Komposition. Von ihm sangen die Chöre 'Omnes gentes' für vier Chöre à vier Stimmen, wobei Bläser und Orgel den vierten Chor bildeten. Nach einer weiteren Doppel-Orgel von Viadana schloss das Jubiläum mit dem von allen gesungenen Choral 'In dir ist Freude' von Giovanni Giacomo Gastoldi. Am Ende

war auch Wilhelm Eugen Mayr, der vor 25 Jahren diesen Chor aus der Taufe gehoben hatte, 'in high spirits'.

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