Weyhe-Leeste Geschäftsleute an Leester Straße haben Sanierung überstanden

Weyhe-Leeste. Die Leester Werbegemeinschaft zieht jetzt Bilanz, nachdem die Sanierung die Leester Straße am Freitag offiziell für beendet erklärt wurde. Der Aufschrei bei den Kaufleuten war groß, als sie Ende 2007 kurz vor knapp von den Sanierungsplänen des Kreises für die Leester Straße erfuhren.
16.01.2010, 07:00
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Von Gaby Wolf

Weyhe-Leeste. Der Aufschrei bei den Kaufleuten war groß, als sie Ende 2007 kurz vor knapp von den Sanierungsplänen des Kreises für die Leester Straße erfuhren. Viele sahen sich in ihrer Existenz bedroht. Um den Geschäftsleuten Luft dafür zu verschaffen, sich auf die wirtschaftlich maue Zeit einzustellen, wurde der Start des Projekts von 2008 auf 2009 verschoben. Nach der nun auch offiziell für beendet erklärten Sanierung nahmen sich gestern die beiden Vorsitzenden der Leester Werbegemeinschaft, Carsten Hauch und Gerda Hüsing, Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Die Bilanz lässt sich in etwa so zusammenfassen: Die meisten der altbekannten Geschäfte und Betriebe - Hauchs Modehaus von Hollen und Hüsings Schuhhaus eingeschlossen - haben die Zeit der abschnittsweisen Vollsperrungen relativ unbeschadet überstanden. 'Die Betriebe hatten zum Teil schon mit großen Problemen zu kämpfen, aber die meisten sind unter den gegebenen Voraussetzungen heilfroh darüber, dass sie mit einem blauen Auge davongekommen sind', beschreibt Hauch die Stimmung unter den Geschäftsleuten.

Zu verdanken sei das einerseits dem Umstand, dass die Sanierung viel schneller als geplant - und noch bevor der Frost so richtig zuschlagen konnte - beendet wurde. Der andere entscheidende Faktor seien die Stammkunden gewesen, die 'ihren' Händlern auch in Zeiten erschwerter Erreichbarkeit die Treue gehalten hätten.

Darum herum aber hat es vor, während und auch noch kurz nach der Baustellenzeit allerhand Bewegung in den Geschäftsräumen auf beiden Seiten der Hauptdurchfahrtsstraße im Ortsteil gegeben. Am augenfälligsten ballen sich die Leerstände derzeit nahe des Henry-Wetjen-Platzes.

Dort hat das Reformhaus Ebken im März 2009 noch vor der ersten Sperrung die Segel gestrichen und ist - wegen der ungewissen Zukunft im Zeichen der Baustelle - in Richtung Kirchweyher Marktplatz weitergezogen. Ebken sei mit seinem Stammhaus in Syke bereits ein gebranntes Kind durch die Sanierung der dortigen Hauptstraße gewesen, bestätigt Hauch. 'Das Reformhaus fehlt hier am meisten', hat Gerda Hüsing von Kunden gehört, auch von Brinkumern, die extra deshalb herkamen.

Die nächsten waren - gleich nebenan - Anna Schindler mit ihrem Woll-Geschäft und Monika Greulich mit dem Wohnlich-Laden. Beide schlossen Ende April, als die Baustelle gerade eingerichtet war. Die stellvertretende Vorsitzende vermutet daher, dass es eher Ebkens Umzug war, durch den die Kundschaft spürbar weniger wurden. Vor diesem Hintergrund würde sie sich für die Leester Straße erneut die Ansiedlung eines Reformhauses wünschen - und hat dafür auch gleich den Leerstand auf der anderen Straßenseite ihres Schuhhauses im Blick. Nämlich die Hälfte der Geschäftszeile, die Schlecker Ende September freigemacht hat. Gut 350 Quadratmeter hat die Drogeriekette aufgeben, die wesentlich kleinere Filiale in weiteren Verlauf der Leester Straße aber beibehalten. 'Ich denke, das war generell eine unternehmerische Entscheidung', sagt Hauch. Derzeit sei dort einiges auf dem Prüfstand - dazu gehöre nicht nur die Größe der Fläche, sondern auch die des Ertrages. 'Und bei der kleineren Filiale ist viel

mehr Laufkundschaft unterwegs', ergänzt Gerda Hüsing.

Neben Ex-Schlecker wiederum ist nach dem Weggang des Küchenstudios Freckmann nach Bremen seit dem Sommer ein Neuzugang zu verzeichnen. Noch während der Baustellenzeit zog die Tier-Oase von Kirchweyhe an die Leester Straße. Andere Neulinge überlebten nicht. Die Gaststätte Palms etwa, die unter nicht ganz durchsichtigen Umständen die Schotten dichtmachte (dort eröffnete im Dezember der offenbar besser laufende Gastronomiebetrieb Bodega). Die Pizzeria schräg gegenüber schloss fast unbemerkt, Fashion & More an der Freiherr-von-Stein-Straße ebenfalls. Florales (Café und Blumen in der Alten Post) hielt ein Jahr durch, konnte aber bis zum Baustellenstart nicht mehr genügend Stammkundschaft aufbauen, wie Hauch und Hüsing vermuten.

Ende November ließ auch das Reisebüro Holiday Tours seinen Mietvertrag auslaufen. Ihm habe die Baustelle das Genick gebrochen, ließ Oliver Dralle gegenüber der Leester Werbegemeinschaft verlauten. So wie er es auch schon vor dem Baustellenaufschub erwartet hatte. Das zweite Ladenkokal im gleichen Gebäude (früher: Kinderladen) steht bereits seit 2008 leer.

Immerhin eröffneten nicht lang danach zwei junge Leesterinnen ein Reisekontor in der ebenfalls im Laufe der Bauarbeiten geschlossenen Bäckerei Wiechers. 'Die sind mit einer frischen Einstellung unterwegs', freut sich Hüsing.

Jüngster Abgang von der Leester Straße ist die Weyher Krankenpflege, die zum 1. Januar an den früheren Standort von Meyer-Lankenau gezogen ist. 'Wir haben momentan reichlich Leerstand', räumt Hauch ein, 'aber die Leester Straße ist nach der Sanierung jetzt wieder ein gutes Pflaster für Geschäftsleute.' Dank der unterschiedlichen Größen - geschätzt zwischen 50 und 400 Quadratmetern - sei das Feld für interessante Nischen gegeben. Bei der aktiven Suche nach 'Lückenfüllern' sei nun die Wirtschaftsförderung gefragt. 'Da wollen wir aber über den Runden Tisch im Rathaus das Gespräch suchen', signalisiert Hüsing. 'Interessenten können natürlich auch uns ansprechen', ergänzt Hauch. Kontakt: www.leester-wg.de.

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