Katharina Heidtmann stellt sozialdokumentarische Fotos von Heimbewohnern im Senioren-Wohnpark aus Gesichter aus dem Lerchenhof

Weyhe-Leeste. Eine herzlich lachende Frau, aus deren Augen das reine Vergnügen blitzt. Eine skeptisch dreinblickende Frau, die lieber ein wenig auf Distanz geht. Ein Mann mit wachsamem Blick, dem nichts entgeht. Die Bewohner im Senioren-Wohnpark Haus Lerchenhof in Leeste haben viele Gesichter. Einige davon hat die KGS-Schülerin Katharina Heidtmann während eines Schulprojekts im Kunst-Leistungskurs mit der Kamera eingefangen. Konkrete Vorgabe war es nicht, aber jetzt ist daraus eine Fotoausstellung geworden. Die erste im Lerchenhof. Gestern wurde sie eröffnet.
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Von Gaby Wolf

Weyhe-Leeste. Eine herzlich lachende Frau, aus deren Augen das reine Vergnügen blitzt. Eine skeptisch dreinblickende Frau, die lieber ein wenig auf Distanz geht. Ein Mann mit wachsamem Blick, dem nichts entgeht. Die Bewohner im Senioren-Wohnpark Haus Lerchenhof in Leeste haben viele Gesichter. Einige davon hat die KGS-Schülerin Katharina Heidtmann während eines Schulprojekts im Kunst-Leistungskurs mit der Kamera eingefangen. Konkrete Vorgabe war es nicht, aber jetzt ist daraus eine Fotoausstellung geworden. Die erste im Lerchenhof. Gestern wurde sie eröffnet.

"Aufgabe war es, zwischenmenschliche Beziehungen nach Art der sozialdokumentarischen Fotografie darzustellen", erläuterte Katharina Heidtmann gestern im Senioren-Wohnpark. Die bekanntesten Vertreter dieser Richtung - die amerikanische Fotografen-Gruppe "Farm Security Administration" - rückten die Armut der Landbevölkerung und unzumutbare industrielle Arbeitsbedingungen in den Fokus. Dort in den 30er-Jahren ein aktuelles Thema.

Auch Katharina Heidtmann, die später Psychologie studieren möchte, hat sich die Senioren aus aktuellem Anlass als Motiv ausgesucht. "Die Gesellschaft wird immer älter, und auch wir, die Jüngeren, werden schließlich irgendwann einmal alt und eingeschränkt sein", sagte die Melchiorshauserin. Deshalb wolle sie dazu anregen, den Umgang der Gesellschaft mit alten Menschen kritisch zu hinterfragen. "Ich möchte, dass Sie die Aufmerksamkeit und den Respekt bekommen, den Sie verdient haben", wandte sie sich bei der Eröffnung direkt an die versammelten Heimbewohner. Die rund 25 ausgestellten, meistenteils schwarz-weißen Porträts, die Katharina Heidtmann aus insgesamt 60 Aufnahmen mit der Spiegelreflexkamera ausgewählt hat, sollen verschiedene Botschaften übermitteln. Einsamkeit etwa drückt sich in einem Bild aus, das eine Frau in einem Sessel zeigt - der Sessel daneben ist leer. Aber, so findet Sozialbetreuer Jens-Peter Martens, viele Porträts zeigten auch Stärke, Charisma und Würde der

Fotografierten. Kurzbeschreibungen zur beruflichen Vergangenheit, zu ihren heutigen Aktivitäten, aber auch Zitate wie das von Wilhelmine K. ("Als Kind bin ich gern von der Tenne ins Heu gesprungen") gewähren einen prägnanten Blick "hinter" das Bild. Dazwischen regen Zitate berühmter Persönlichkeiten zum Thema Alter zum Nachdenken an.

Die Ausstellung "Gesichter aus dem Lerchenhof" ist für vier Wochen im Erdgeschoss zu sehen - täglich von 9 bis 18 Uhr. Besucher werden gebeten, sich kurz im Büro zu melden. Eine gute Gelegenheit, das eine mit dem anderen zu verbinden, gibt es am Sonnabend, 27. November. Dann findet von 15 bis 17 Uhr im Lerchenhof der Adventsbasar statt. Als "Verlängerung des Leester Weihnachtsmarktes", wie Pflegedienstleiterin Karin Mittendorf sagt. Es gibt Glühwein und Apfelpunsch. Die Heimbewohner steuern Plätzchen bei. 14 Aussteller bieten Kerzen, Öle, Adventsgestecke, Tees, Teddys und Gestricktes an.

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