Brand noch nicht endgültig gelöscht Großbrand zerstört Recyclinghof in Stuhr

Der Brand in einem Müllbetrieb in Stuhr hat die Feuerwehr auch noch am Dienstag beschäftigt. Die Flammen seien zwar aus, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Thom. Die riesigen Müllberge schwelten aber nach wie vor.
25.05.2015, 09:01
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Großbrand zerstört Recyclinghof in Stuhr
Von Eike Wienbarg

Der Brand in einem Müllbetrieb in Stuhr hat die Feuerwehr auch noch am Dienstag beschäftigt. Die Flammen seien zwar aus, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Thom. Die riesigen Müllberge schwelten aber nach wie vor. Diese muss die Firma nun nach und nach umschichten, damit die Feuerwehr diese löschen kann. "Das wird noch mehrere Stunden, vielleicht sogar Tage dauern", sagte Thom.

Beißender Geruch steht in der Luft. Schon von weitem ist dichter weißer Qualm zu sehen. Auf einem Recyclinghof am Rodendamm im Gewerbegebiet Brinkum-Mitte ist in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Großfeuer ausgebrochen. Verletzt wurde dabei laut Auskunft von Matthias Thom, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Diepholz, niemand. Die Feuerwehr war zeitweise mit 250 Einsatzkräften vor Ort, die Löscharbeiten dauern an. Die Schadenshöhe ist noch unklar. Thomas Gissing von der Polizeiinspektion Diepholz geht von „mehreren Millionen“ aus. Die Ursache des Brandes ist ebenfalls noch unklar.

Gegen 23.50 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Brinkum am Sonntagabend zu dem Einsatz im Gewerbegebiet alarmiert. Schon von weitem sei ein großer Feuerschein zu sehen gewesen, berichtet Matthias Thom. Aufgrund der augenscheinlichen Schwere des Brandes sei die Alarmstufe noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte erhöht worden, so Thom.

Bei Eintreffen der Feuerwehr stand bereits eine Halle des Recyclingshofs im Vollbrand, sodass die Alarmstufe weiter erhöht wurde, wie Matthias Thom mitteilte. Auf dem etwa 100 mal 200 Meter großen Gelände der Firma lagerten Wertstoffe, gemischter Müll und Holz. Außerdem standen auf dem Gelände Sortiermaschinen und Lastwagen. Der Hallenbrand breitete sich zunächst auf einem Berg mit gelagerten Holzresten auf dem Außengelände der Firma und später auf eine weitere Lagerhalle aus. Schwarzer Rauch stand über dem gesamten Gelände des Müllbetriebes und über dem Gewerbegebiet.

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Von drei Seiten versuchten die Feuerwehrleute laut Thom dem Brand Herr zu werden und das Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude und in der Nähe geparkte Fahrzeuge zu verhindern. So platzierten sich die Feuerwehrleute auf dem Straßen Rodendamm, Betsbruchdamm und Am Bollmann. Eine Lagerhalle, ein Lastwagen und ein Wohn- und Bürogebäude konnten laut Feuerwehrangaben vor den Flammen geschützt werden. Personen hätten sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht auf dem Gelände befunden.

„Wir haben zwischenzeitlich 10.000 Liter Wasser pro Minute in das Brandobjekt gepumpt“, so Feuerwehrsprecher Matthias Thom. Von zehn unterschiedlichen Wasserentnahmestellen und aus einem angrenzenden Graben wurde Wasser zu der Brandstelle geleitet. Gegen 7 Uhr sei der Brand dann unter Kontrolle gewesen und die Feuerwehrkräfte wurden ausgetauscht. Laut Angaben von Thom waren zu Spitzenzeiten 250 Einsatzkräfte gleichzeitig im Einsatz. Mit dabei waren die Feuerwehren der Gemeinden Stuhr und Weyhe sowie der Stadt Syke und die Kreisfeuerwehrbereitschaft Diepholz. „Es sind Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Diepholz im Einsatz“, berichtet auch Polizeisprecher Thomas Gissing.

Als weitere Unterstützung wurde eine vierte Drehleiter der Berufsfeuerwehr Bremen und ein Flughafenlöschfahrzeug des Bremer Flughafens angefordert. So konnten laut Feuerwehrangaben die Flammen mit insgesamt zwölf Wasserwerfern bekämpft werden. Am Montagvormittag kam dann neben Wasser auch Löschschaum zum Einsatz, um die Brandnester zu ersticken. Die Löscharbeiten dauerten auch am Montag weiter an. Es sei damit zu rechnen, dass diese auch noch ein paar Tage weitergehen werden, teilten Feuerwehr und Polizei übereinstimmend mit.

Durch den auf dem Gelände der Firma gelagerten Mischmüll kam es zu einer starken Rauchentwicklung, der auch den Verkehr auf der nicht weit entfernten Autobahn 1 beeinträchtigte. Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den Brandort am Rodendamm weiträumig ab. Die Bremer Straße wurde zwischen Kirchstraße und der Ortsumgehung wegen des starken Rauchs ebenfalls gesperrt. Anwohner und Autofahrer wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen und die Lüftungen auszumachen. Eine Gefahr durch die entstandenen giftigen Rauchgase bestand laut Angaben der Polizei nicht. Regelmäßige Messungen ergaben laut Gissing keine überschrittenen Grenzwerte.

Das direkt gegenüber des Recyclinghofs liegende Brinkumer Tierheim Arche Noah wurde trotzdem komplett evakuiert. „Wir schützen die Menschen und die Tiere“, erklärte Thomas Gissing. Alle im Heim lebenden Tiere wurden von den Mitarbeitern aus dem Gefahrengebiet gebracht und bei befreundeten Tierheimen sowie bei Privatpersonen und den Pflegern untergebracht.

Zum entstandenen Schaden und zur Brandursache konnten laut Polizeiangaben am Montagnachmittag noch keine Angaben gemacht werden, da die Ermittlungen erst nach dem vollständigen Ablöschen des Brandes aufgenommen werden können, teilte die Polizei mit.

Auf dem Brinkumer Recyclinghof hatte es bereits vor rund zwei Wochen gebrannt. Damals hatte sich Müll in der Müllverwertung selbst entzündet und konnte von der Brinkumer Feuerwehr gelöscht werden. Es entstand ein Schaden von etwa 600 Euro. Einen Zusammenhang mit dem kleineren Brand und dem Großbrand gibt es laut Feuerwehrsprecher Matthias Thom nicht. „Das war in einem anderen Geländebereich“, so Thom.

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