Moordeicher Bauernmarkt Historische Landwirtschaft hautnah

Rund um das Gasthaus Nobel findet am 27. September der 18. Moordeicher Bauernmarkt statt. Dabei werden wieder alte landwirtschaftliche Maschinen gezeigt. Und auch vorgeführt. Denn Helmut Hutfilter hat sie gepflegt.
23.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stephen Kraut

Helmut Hutfilter führt in eine dunkle Halle. Es geht vorbei an einem Traktor, der aufgebockt und ohne Verkleidung auf weitere Reparaturen wartet. Im Inneren der Haupthalle präsentiert Hutfilter dann eine ganze Reihe funktionstüchtiger Landmaschinen aus früheren Tagen: Traktoren, eine kleine Mühle, Dreschmaschinen und viele weitere Geräte. Hutfilter sammelt die historischen Arbeitsmaschinen, pflegt und repariert sie. Am Sonntag, 27. September, können einige von ihnen in Moordeich bewundert werden. Denn dann findet die 18. Auflage des Bauernmarktes rund um das Gasthaus Nobel statt. Die Maschinen sollen dort übrigens nicht nur ausgestellt, sondern auch vorgeführt werden.

Ein lautes Röhren ertönt, als Hutfilter den Zündschlüssel des alten Traktors aus dem Hause Porsche umdreht. Wenige Sekunden später tuckert das Fahrzeug gleichmäßig vor sich hin. „Das ist das Gute an den alten Traktoren: Sie springen immer problemlos an, auch wenn sie zwei Jahre nicht bewegt wurden“, sagt der Besitzer vom kleinen Fahrersitz aus. Historische Landmaschinen sind sein Hobby. Und das will er wieder mit der Öffentlichkeit teilen, die darüber hinaus sehen soll, wie die historischen Landmaschinen eigentlich funktionieren. „Das Korn wird gedroschen und anschließend in einer Mühle gemahlen. Das ist immer ganz spannend für die Leute“, berichtet Hutfilter. Während die jüngeren Besucher zum Teil fragen würden, ob das Getreide essbar ist, kämen mit den älteren Besuchern auch schon mal Fachgespräche zustande. „Es gibt sehr viele Interessierte zu diesem Thema“, sagt auch Manfred Mahlstedt vom Landwirtschaftlichen Verein und blickt zu Hutfilters Porsche-Traktor herüber. Dieses Fahrzeug soll auch an diesem Sonntag zu sehen sein.

Ältester Traktor von 1951

Alle Traktoren seien 50 bis 60 Jahre alt, betont Hutfilter, während er durch die Halle geht. Die Farben wechseln sich ab, die Marken ebenso: Hanomag, Hassey-Fergusson, Deutz und mehr. Der älteste Traktor stammt aus dem Jahr 1951. Der soll laut seinem Besitzer am Sonntag auch die Mühle bewegen; ein besonderer Mechanismus zum Anschließen ist an der Seite vorhanden. Insgesamt, mit der Unterstützung weiterer Oldtimer-Freunde aus der Region, sind beim Bauernmarkt laut Hultfilter etwa 20 Fahrzeuge zu sehen. „Darunter ist auch ein riesiger Diesel-Motor zur Stromerzeugung“, verrät der 68-Jährige. Gezeigt wird – abgesehen vom Motor, Traktoren und der Mühle – auch eine Dreschmaschine, eine Presse, ein Holzspalter und eine historische Wasserspritze von der Freiwilligen Feuerwehr Stuhr. Zudem bringen Hutfilter und die weiteren Helfer kleinere Geräte mit, die zur Vorführung benötigt werden.

Alpakas und Kunsthandwerk

Doch auch abseits der Geräte wird den Besuchern des Bauernmarktes einiges geboten: Soenke Heinken und Thomas Türke bringen wieder Alpakas mit, Produkte aus deren Wolle sollen in diesem Jahr auch verkauft werden. Diverse Marktstände bieten sowohl Verpflegung als auch Kunsthandwerk, unter anderem aus Kupfer. Insgesamt werden an rund 80 Ständen Waren angeboten. Eine Hüpfburg sowie eine Anlage für Bungee-Trampolin soll auch Kindern Interessantes bieten. Für Musik sorgen die Blockener Musikanten.

Hutfilter und Mahlstedt weisen darauf hin, dass Parkplätze in diesem Jahr an der Ecke Moordeicher Landstraße/Barkener Weg zu finden sind. Wer sich ebenfalls an der Ausstellung historischer Maschinen beteiligen möchte, kann sich bei Manfred Mahlstedt melden, Telefon 0 42 21 / 3 09 53. Rund um das Gasthaus Nobel in Moordeich geht es um 11 Uhr los, das Ende ist für 18 Uhr vorgesehen.

Zu den Anfängen des Bauernmarktes trafen sich die Interessierten noch auf Äckern umliegender Bauern, erinnert Mahlstedt. „Das ist alles etwas größer geworden. Glücklicherweise unterstützt uns da auch die Gemeinde“, ergänzt er. Großartig wachsen könne das Fest nun zwar nicht mehr, aber die Veranstalter sind zufrieden: „Es soll ja auch nicht unpersönlich werden“, betont Hutfilter.

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