Ganztagsgrundschule wird umbenannt Hundertwasser ist Namenspate für Leester Bildungsstätte

Mit ein bisschen Wehmut, aber durchaus Verständnis für den Wunsch nach Veränderung, stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend am Dienstag für die Umbenennung der Ganztagsgrundschule Leeste in Hundertwasser-Grundschule Leeste.
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Hundertwasser ist Namenspate für Leester Bildungsstätte
Von Annika Lütje

Mit ein bisschen Wehmut, aber durchaus Verständnis für den Wunsch nach Veränderung, stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend am Dienstag für die Umbenennung der Ganztagsgrundschule Leeste in Hundertwasser-Grundschule Leeste.

Die Ganztagsgrundschule Leeste spielt eine besondere Rolle in der Gemeinde, denn sie war die erste Ganztagsgrundschule in Weyhe. Inzwischen haben alle anderen Grundschulen nachgezogen, und der Name der Leester Grundschule ist kein Alleinstellungsmerkmal. Doch das war am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend nicht das einzige Argument, das für eine Umbenennung in Hundertwasser-Grundschule Leeste sprach (wir berichteten).

Die Schulleiterin Ingrid Delgehausen, die bei der Gemeinde einen Antrag auf die Umbenennung gestellt hatte, führte aus, dass sich die Schüler bereits seit vielen Jahren mit Projekten zu dem Künstler Friedensreich Hundertwasser beschäftigen und die Schule schon in seinem Stil gestaltet wurde. Zudem erfüllt die Schule laut Delgehausen die Kriterien der Hundertwasser Stiftung, die die Namensgebung erlauben muss: Sie ist eine Umweltschule, die den ökologischen Gedanken wahrt, und sie fördert individuelle Lernbedingungen. So sahen auch die Ausschussmitglieder keine Hürden für die Umbenennung und empfahlen sie einstimmig.

Vor der Abstimmung über die Umbenennung der Leester Grundschule sind die Beratungen über die neue Satzung der Kita-Gebühren beendet worden. Einstimmig plädierten die Mitglieder für die vorgesehenen Staffelgebühren, die ab dem Kita-Jahr 2015/2016 gelten sollen (wir berichteten). Sie sollen künftig vom Einkommen der Eltern, von der in Anspruch genommenen Betreuungszeit und Geschwisterermäßigungen abhängen. Allerdings wurde betont, dass es sich bei dem Kita-Jahr 2015/2016 erst einmal um ein Versuchsjahr handele. Eventuell seien Anpassungen nötig.

Das Thema hatte einige Fragen aufgeworfen. Was ist mit Patchwork-Familien? Wie viele Kinder zählen da als Geschwister? Und was ist, wenn sich die Lebensumstände und das Einkommen im Laufe eines Kita-Jahres verändern oder es im laufenden Jahr Familienzuwachs gibt? Astrid Friedmann, Leiterin des Fachbereiches für Bildung und Freizeit, konnte beruhigen: Derlei Faktoren würden selbstverständlich im laufenden Jahr berücksichtigt.

So einig man sich bei der Abstimmung war – eine gewisse Unzufriedenheit war trotzdem zu spüren: „Eigentlich würden wir uns ja wünschen, dass Bildung kostenlos ist. Und die fängt in der Krippe an und hört beim Studium auf“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Seidel. „Aber wir wissen natürlich, dass die Kommunen das nicht stemmen können“, fügte er hinzu.

Vergabe von Kita-Plätzen soll transparenter werden

Neben den Kita-Gebühren ging es zudem um die Satzung über die Aufnahme und den Besuch von Kindertagesstätten (wir berichteten). Auch hier stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig für die Neufassung der Satzung. Die Änderungen beinhalteten vorrangig die Streichung der Passagen zur Hortbetreuung, da diese aufgrund der vollständigen Umwandlungen der Grundschulen in Ganztagsschulen wegfallen. Des Weiteren wurde in der Satzung ein zweiwöchiger Notdienst für 50 Kinder für die Sommerschließzeit aufgenommen, der von berufstätigen Eltern in Anspruch genommen werden kann.

Ein weiterer Punkt ist eine bessere Transparenz beim Aufnahmeverfahren. Bei der Vergabe der Kita-Plätze soll ab dem Kita-Jahr 2015/2016 zwischen gesetzlichen beziehungsweise harten Kriterien und weichen Kriterien unterschieden werden. Unter die harten Kriterien fallen zum Beispiel ein besonderer Förderbedarf bei einem Kind und die Lage der Erwerbstätigkeit der Eltern. Zu den weichen Kriterien zählen unter anderem pädagogische Gründe oder eine gleichzeitige Betreuung von Geschwistern.

„Wir haben so viel für die Kinderbetreuung getan – ich hoffe, dass diese Satzung nie zum Einsatz kommen muss“, sagte Frank Seidel. Doch Annika Bruck von den Grünen gab zu bedenken: „Letztlich können wir ja eh niemanden abweisen. Es geht dabei ja hauptsächlich darum, in welcher Kita ein Kind unter kommt.“

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