Firma Springer in Stuhrbaum In einer Garage fing alles an

Die Firma Springer in Stuhrbaum hat für sich selbst beschlossen, das stetige Wachstum für drei Jahre auszusetzen und sich zu konsolidieren. Die Phase ist nun vorbei, und es wird wieder investiert.
01.05.2018, 16:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Stephen Kraut

Stuhr. Stetig zu wachsen, das ist eines der wichtigsten Ziele der meisten Unternehmen. Ähnlich lief es auch 14 Jahre lang bei der Firma Springer in Stuhrbaum. "Dann haben wir uns aber drei Jahre Zeit für die Konsolidierung genommen", erklärt Jens Müller, Leiter des Produktmanagements der Firma. Diese Phase sei nun abgewickelt, der Blick liegt wieder auf dem Wachstum. Und eine erste große Investition folgte direkt. Wichtig sei Springer aber noch mehr, betont Müller. Etwa die Menschen vor Ort.

In der großen Halle herrscht reger Betrieb. In einem Bereich erfolgt die Montage von Teilen, in einem anderen steuert ein Mitarbeiter einen von zwei großen Robotern. "Damit können wir die Materialien unter annähernd realitätsnahen Bedingungen testen", erklärt Müller. Denn das Unternehmen stellt Komponenten und Systeme für die Presswerk-Automation sowie den Karosseriebau her. "Wir fertigen also Komponenten und Maschinen an, die Firmen benötigen, um beispielsweise Autos herzustellen", erklärt Müller. Wobei die Bandbreite der Unternehmen, mit denen Springer zusammenarbeitet, umfangreicher ist. Neben diversen Autoherstellern finden sich darunter auch Namen wie Miele oder Thyssenkrupp. 197 Mitarbeiter arbeiten insgesamt für Springer.

Dass das Unternehmen einmal so groß werden würde, war bei der Gründung im Jahr 2001 noch nicht abzusehen. "Wir haben mehr oder weniger in einer Garage angefangen", berichtet Müller. Die stand allerdings auch schon in Stuhr. Im Laufe der Jahre ging es dann in größere Räume an der Haferflockenkreuzung, später nach Stuhrbaum. Auch ein zweiter Standort in Varrel wurde eröffnet – zusätzlich zu diversen weiteren in Deutschland und Europa. Die Stuhrer Standorte kommen zusammen auf eine Größe von rund 11 000 Quadratmetern.

Doch beim Gang durch die Produktionshalle wird schnell deutlich, dass das Unternehmen auch mit den Räumen in Stuhrbaum noch einiges vor hat. Denn für rund 500 000 Euro wurde dort ein neues Lagerliftsystem eingeführt: Teile werden nun dreidimensional in der Anlage verstaut, per Scanner können die Mitarbeiter neue Artikel in dem Lagersystem unterbringen oder wieder herausholen. "Die Teile kommen nun zum Mitarbeiter und nicht mehr andersherum", erklärt Müller. Das System vereinfache die Arbeit nicht nur, sondern spare auch noch eine Menge Platz. "Vorher standen hier mehr als 30 Regale", berichtet Rafael Szabon, Teamleiter Lager. Etwa 8000 verschiedene Artikel sind darin inzwischen verstaut. Lediglich das Schwerlastregal wurde noch nicht ersetzt. Was mit dem neu gewonnenen Platz geschieht, ist laut Müller übrigens noch nicht klar. "Viele Abteilungen haben Interesse angemeldet, aber das müssen wir noch schauen", sagt er. Als "Meilenstein" beschreibt Szabon die Anschaffung des neuen Systems zwischen Februar und März diesen Jahres. "Das Regalsystem war eher die Steinzeit", ordnet er das Ganze ein. "Wir haben etliche Generationen übersprungen."

Aber auch darüber hinaus ist das Unternehmen mit den Standorten in Stuhr sehr zufrieden, wie Müller betont. "Wir liegen direkt an der A 1, viele Lieferanten befinden sich in der Umgebung", erläutert er. Aber man interessiere sich nicht nur für die Lage, auch die Menschen – insbesondere Jugendliche – seien der Firma wichtig. "Wir bilden bisher in vier Bereichen aus", sagt er. Denn es sei gerade für Springer wichtig, die eigenen Fachkräfte auszubilden. "Bis ein normaler Mechaniker die Feinheiten der Arbeit bei uns kennt, dauert es etwas", erklärt der Leiter des Produktmanagements. Und außerdem gebe es keinen Grund, gute Leute nicht "direkt vor der Haustür" zu finden. "Vielleicht wohnt die nächste Koryphäe ja nur zwei Straßen entfernt", sagt Müller.

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