Kampagne in Weyher Kooperativen Gesamtschulen soll Schüler informieren K.o.-Tropfen als reale Gefahr

Angst machen will man den Schülern der Kooperativen Gesamtschulen in Weyhe nicht, stattdessen sollen sie fürs Leben gerüstet werden. Dazu soll eine Wanderausstellung in Verbindung von Vorträgen zum Thema K.o.-Tropfen beitragen. Sie ist öffentlich zugänglich und soll über die Gefahren informieren.
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K.o.-Tropfen als reale Gefahr
Von Annika Lütje

Angst machen will man den Schülern der Kooperativen Gesamtschulen in Weyhe nicht, stattdessen sollen sie fürs Leben gerüstet werden. Dazu soll eine Wanderausstellung in Verbindung von Vorträgen zum Thema K.o.-Tropfen beitragen. Sie ist öffentlich zugänglich und soll über die Gefahren informieren.

Wer beim Ausgehen nicht auf sein Getränk achtet, kann möglicherweise ein böses Erwachen erleben – im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder ist von Fällen zu hören, bei denen Menschen umbemerkt sogenannte K.o.-Tropfen ins Getränk gegeben wurden und sie in bewusstlosem Zustand missbraucht worden sind.

Immer mehr Erwachsene sind sich über die Gefahr bewusst. Doch auch schon Jugendliche gehen in Bars und Clubs – und auch sie sollen über die K.o.-Tropfen Bescheid wissen. Deshalb ist ab Montag bis Freitag, 24. bis 28. November, jeweils von 7 bis 16 Uhr eine Wanderausstellung des Bremer Notrufes für vergewaltigte Frauen und Mädchen (Frauennotruf) in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Kirchweyhe zu sehen. Von Montag bis Freitag, 1. bis 5. Dezember, ebenfalls jeweils von 7 bis 16 Uhr ist sie in der KGS Leeste aufgebaut.

Die Ausstellungstermine in Weyhe wurden von der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde, Christina Scheele, der Leiterin der KGS Kirchweyhe, Karin Busch, und Helke Hoff vom Verein Sprachlos organisiert. Die Ausstellung umfasst eigentlich rund 80 Plakate, deren Motive bei einem Kreativ-Wettbewerb des Frauennotrufes entstanden sind.

Darunter sind Plakate, die rein sprachlich gehalten wurden, auf anderen sind comicartige Szenen zu sehen, aber es sind auch sehr plakative und drastische Motive darunter. Deshalb haben die Schulleitungen jeweils für ihre Schule eine individuelle Auswahl getroffen. „Verstörende Abbildungen haben wir aussortiert, weil die Ausstellung auch für die Fünftklässler sichtbar sein wird“, sagt Karin Busch.

Sie hält die Ausstellung für sehr wichtig. „Diese K.o.-Tropfen sind eine ganz reale Gefahr. Dagegen hilft nur Aufklärung“, so die Schulleiterin. „Ich finde besonders gut daran, dass sie zeigt, dass auch Jungen die Opfer der Tropfen sein können“, ergänzt sie.

Aber nur bei den Plakaten soll es nicht bleiben. Für die Schüler wird die Psychologin Daniela Müller vom Frauennotruf Vorträge halten. „Aufklärung ist am wirkungsvollsten, wenn jemand von außen kommt. So jemand findet bei den Schülern noch einmal ganz anders Gehör – vor allem, wenn derjenige die Problematik entsprechend sprachlich ausdrückt“, sagt Karin Busch.

Die Schüler sollen mithilfe der Kampagne lernen, dass sie aufeinander aufpassen müssen und sich von einem Gruppenzwang nicht zu etwas verführen lassen sollen. „Und wenn doch etwas passiert, sollen sie nicht schweigen“, so Christina Scheele. „Denn das Perfide an den K.o.-Tropfen ist ja, dass man sich an kaum etwas oder sogar gar nichts erinnert, sondern in einer verstörenden Situation zu sich kommt“, fügt die Gleichstellungsbeauftragte hinzu, und weiter: „In den meisten Fällen ist kein Täter bekannt, den man anzeigen könnte. Deshalb ist es in solchen Fällen so schwer, mit der eigenen Scham und Wut umzugehen.“

Mit der Kampagne sollen die Schüler aber nicht nur über die Gefahren informiert werden. „Wir wollen ja nicht erreichen, dass die Jugendlichen ängstlich werden und sich einigeln“, sagt dazu Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Vielmehr soll mithilfe der Informationen das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt werden. „Wir wollen, dass die Jugendlichen gut gerüstet und offen durchs Leben gehen“, ergänzt Bovenschulte.

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