Chor ohne Grenzen trägt afrikanische Spirituals mit Vitalität und Freude in der St.-Pankratius-Kirche vor

Klingender Abschluss des Festes

Stuhr. Es war ein gelungener und angemessener Abschluss des Weihnachtsfestes: Am zweiten Feiertag sang der Chor ohne Grenzen zugunsten bedürftiger Kinder im kolumbianischen San Augustin. Afrikanische Spirituals füllten das stimmige und stimmungsvolle Konzert des deutsch-afrikanischen Chores, der seit seiner Gründung vor acht Jahren mit freudiger und dynamischer Ausdrucksweise seine Musik mit karitativem Engagement verbindet. Die zahlreichen Besucher der Pankratius-Kirche in Stuhr ließen sich mitreißen von den fetzigen, aber auch einfühlsamen Rhythmen afrikanischer Spirituals.
28.12.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Börsch

Stuhr. Es war ein gelungener und angemessener Abschluss des Weihnachtsfestes: Am zweiten Feiertag sang der Chor ohne Grenzen zugunsten bedürftiger Kinder im kolumbianischen San Augustin. Afrikanische Spirituals füllten das stimmige und stimmungsvolle Konzert des deutsch-afrikanischen Chores, der seit seiner Gründung vor acht Jahren mit freudiger und dynamischer Ausdrucksweise seine Musik mit karitativem Engagement verbindet. Die zahlreichen Besucher der Pankratius-Kirche in Stuhr ließen sich mitreißen von den fetzigen, aber auch einfühlsamen Rhythmen afrikanischer Spirituals.

Chorleiter Elombo Bolayela kann nach Art und Ort seiner Auftritte bis zu zwanzig Sängerinnen und Sänger um sich versammeln, die teilweise in Bremen zu Hause sind.

Die wunderbaren und volltönenden Stimmen des gemischten elfköpfigen Chores harmonierten auf unwiderstehliche Weise mit den afrikanischen Trommeln (Mbondas). Elombo Bolayela selbst schlug meisterhaft die beiden afrikanischen Trommeln, die mit zwei Gitarren einen berauschenden Sound zauberten. Händeklatschend und mit den Füßen stampfend wurde jedes Lied des facettenreichen Repertoires vom Publikum rhythmisch begleitet.

Der Chor ohne Grenzen interpretiert nicht die schwermütigen Spirituals, die die leidvolle Geschichte der afrikanischen Sklaven erzählen. Bolayela präsentiert mit seinem Ensemble vielmehr eine afrikanische Musik, die voll purer Freude und Dankbarkeit Gott und Jesus Christus preist. Mit Fröhlichkeit und Enthusiasmus verkünden Chor und Instrumentalisten immer wieder die Botschaft, die hauptsächlich in kongolesischer Sprache gesungen wird. So lauten denn auch die deutschen Übersetzungen der Titel "Gott ist stark", "Jesus ist hier und überall" oder "Die Freude, Gott zu dienen."

Immer wieder forderte Bolayela die Besucher zum Mitmachen und Tanzen auf, die - anfangs zögerlich, dann aber immer mehr - aus sich heraus gingen. Die afrikanische Seele schien zeitweise durchaus Besitz zu ergreifen von den gut besetzten Kirchenbänken. Gegen Ende des Konzerts sangen Chor und Publikum noch gemeinsam das Lied "Gottes Wort ist wie Licht". "Ihr wart ein tolles Publikum heute," antwortete der Chorleiter auf den begeisterten Schlussapplaus seiner Zuhörer.

Chor ohne Grenzen unterstützte mit diesem Konzert die Arbeit der in Salzgitter ansässigen Hilfsorganisation Viras. Ein Vorstandsmitglied erläuterte die Arbeit seines Vereins vor Ort in einer kurzen Konzertpause. So ermöglicht Viras 120 Kindern den Schulbesuch und ein tägliches Mittagessen.

Das Programm "Ernährung und Bildung" der Organisation wird vom kolumbianischen Staat nicht gefördert, weil Viras sich politisch neutral verhält. Im Jahr 2005 konnte dennoch eine Finca angekauft werden. Unter der Mitwirkung der Eltern konnte das verwahrloste Grundstück in einen guten Zustand versetzt werden. 40 Prozent des Küchenbedarfs produziert das Bildungszentrum mittlerweile selbst.

Neben der Schulausbildung kümmert sich die Organisation auch um die praktische Ausbildung der jungen Kolumbianer. Sie werden in handwerklichen und landwirtschaftlichen Tätigkeiten ausgebildet. Somit beruhen die Angebote auf dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" und richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten.

Auch Elombo Bolayela berichtete über ein eigenes Engagement des Chores in Angola. Dort wurde der Bau einer Schule durch Einnahmen von Eintrittsgeldern und CD-Verkäufen des Chores mitfinanziert.

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