Bilanz des Hurricane-Festivals Mehr Straftaten trotz sinkender Besucherzahlen

Veranstalter und Behörden zeigen sich mit dem Verlauf des Hurricane-Festivals 2018 zufrieden. Insgesamt gab es mehr Straftaten und weniger Rettungsdienste-Einsätze. Eine Bilanz.
24.06.2018, 18:31
Lesedauer: 3 Min
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Mehr Straftaten trotz sinkender Besucherzahlen
Von Pascal Faltermann

Weniger Besucher und weniger Sturm, dafür aber eine höhere Kriminalität und Zufriedenheit. So könnte man die Aussagen der Verantwortlichen des Hurricane-Festivals zusammenfassen. Zusammen mit den Behördenvertretern und den Rettungskräften saßen sie entspannt bei der Bilanzkonferenz am Sonntagnachmittag nebeneinander. 65.000 Festivalgäste, inklusive 12.000 Tagesbesuchern verzeichnete Hurricane-Veranstalter FKP Scorpio in diesem Jahr. Das sind deutlich weniger Gäste als im Vorjahr als noch von 78000 Menschen auf der Sandrennbahn in Scheeßel die Rede war. Zudem kam gut ein Fünftel nur über die Tagestickets.

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Diebesbanden unterwegs

Die Polizei registrierte rund um den Eichenring in diesem Jahr etwas mehr Straftaten als in den vergangenen Jahren. „Insbesondere bei den Diebstählen auf den Campingplätzen und vor den Bühnen ist sie angestiegen“, sagte Heiner van der Werp, Sprecher der Polizei Rotenburg. Die Täter hätten den Leuten vor allem im Gedränge Handys und Portemonnaies aus der Tasche gezogen, andere schlitzten in der Nacht Zelte auf und beklauten die Besucher im Schlaf. Auch wenn noch keine abschließenden Zahlen feststehen, geht die Polizei davon aus, dass mehrere Diebesbanden unterwegs waren. Insgesamt habe es bislang drei Festnahmen gegeben.

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Rettungsdienst nur wenig gefordert

Die Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes sprechen von einem ruhigen Festival. „Mit 1650 Behandlungen liegt das Niveau der Einsätze unter dem Vorjahr“, sagt Jan Bauer vom Roten Kreuz. Insgesamt waren die Rettungskräfte mit rund 530 Personen das ganze Wochenende im Einsatz. Das Projekt "Panama", durch das sich Hilfesuchende an Mitarbeiter, Gastropersonal oder Rettungskräfte wenden können, sei gut angenommen worden, so Bauer. Die Leitende Notärztin vor Ort, Dorothea Hebebrand, sprach von 82 Fahrten des Rettungsdienstes bis Sonntag. Davon mussten 66 Menschen im Krankenhaus bleiben. Bei den Vorfällen handelte sich allerdings nur um die "festivalüblichen Erkrankungen". Das sei sehr moderat aus medizinischer Sicht. Der Rettungsdienst hatte in diesem Jahr zum ersten Mal den Standort gewechselt und war nicht auf dem Veranstaltungsgelände, sondern auf dem Campingplatz vertreten. „Das war ein guter Schritt und hat sich bewährt“, so Hebebrand.

Feuerwehrsprecher-Sprecher Dieter Apel hatte 18 weniger spektakulären Einsätze notiert, die jeweils schnell gelöscht worden seien. „Wir waren mit 40 Kräften am Tag im Einsatz, nachts mit 14“, so Apel. Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele lobte die „professionelle“ Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gewerken. „Wir haben uns nochmal ein Stück weiterentwickelt“, so Dittmer-Scheele.

Termin für 2019 steht fest

Stephan Thanscheidt, einer der Geschäftsführer des Hamburger Veranstalters FKP Scorpio, zeigte sich zufrieden: Es sei zwar etwas kalt gewesen, aber ein ruhiges Festival bisher. Ihn freut es vor allem, dass es keine Ausfälle bei den gebuchten Bands gegeben habe, auch wenn ein paar Musiker bei der Anreise kurzzeitig mit ihren Autos liegen geblieben waren. Trotz der gut 25.000 Personen, die auf dem Playground beim Public Viewing das Spiel Deutschland gegen Schweden geschaut haben, sei vor den Bühnen bei Dendemann oder Biffy Clyro noch genug los gewesen. Insgesamt habe es „großartige Konzerte mit immer größeren Produktionen gegeben“, sagt Thanscheidt. Er habe nichts zu meckern.

Auch 2019 wird es eine neue Auflage des Hurricane-Festival geben. Die Großveranstaltung ist vom 21. bis 23. Juni terminiert. „Der Vorverkauf der Tickets startet ab Montag um 18 Uhr“, sagt Stephan Thanscheidt. Über Bands verrät er noch nichts. Der Name Rage Against the Machine wird beim Hurricane immer wieder gehandelt, doch derzeit bestehe da keine Chance, sie zu bekommen, sagt Thanscheidt.

Konzert-Kritiken, Hintergrundberichte und jede Menge Fotos und Video vom Hurricane-Festival 2018 finden Sie auf unserer Sonderseite.

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