Hurricane-Festival: Interview mit Biffy Clyro „Rock‘n‘Roll wird niemals sterben“

Die Band Biffy Clyro stand am Samstag beim Hurricane-Festival auf der Hauptbühne. Vorab sprachen Bassist und Sänger James Johnston und Schlagzeuger Ben Johnston mit dem WESER-KURIER.
24.06.2018, 16:25
Lesedauer: 3 Min
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„Rock‘n‘Roll wird niemals sterben“
Von Pascal Faltermann

Es ist Fußball-Weltmeisterschaft und Schottland ist nicht dabei. Was ist los mit dem schottischen Fußball?

James Johnston: Ohh, nächste Frage bitte.

Ben Johnston: Das ist eine schwierige Sache. Der schottische Fußball hat es nicht leicht. Auch hier gab es in den vergangenen Jahren viele unterschiedliche, enttäuschende Entwicklungen. Leider habe ich Schottland 1998 zuletzt in einer Endrunde sehen können.

James: Mit fällt da sofort wieder Berti Vogts ein: Mit ihm als Nationaltrainer haben wir es auch nicht geschafft.

Ben: Wir drücken den Deutschen die Daumen, dass sie ihre Spiele gewinnen.

Sie haben die Band 1995 gegründet und spielen seit mehr als 23 Jahren zusammen. Viele Ehen halten nicht so lange. Was ist das Geheimnis der Band?

Ben: Du musst kommunizieren: Das miteinander reden, ist sehr wichtig. Und du musst an der Beziehung arbeiten, man muss lernen, die anderen Bandmitglieder zu verstehen. Hinzu kommt, dass wir bereits Freunde waren bevor es die Band gab. Die Freundschaft ist uns allen wichtiger als die Musik. So haben wir haben eine Menge Spaß miteinander: Wir lieben es auf der Bühne zu sein, wir hängen gerne zusammen ab und wir machen einfach gerne Musik - das macht uns sehr glücklich.

James: Ja, die Freundschaft von Anfang an ist die wohl wichtigste Sache. Wir beide und unser Sänger Simon Neil kennen uns seitdem wir zur Schule gegangenen sind. Wir haben in der ganzen Zeit viele andere Bands kommen und gehen sehen. Wir können also sehr glücklich sein, dass wir weiterhin zusammen sind.

Welche Idee von der Musik ist bei Biffy Clyro immer konstant geblieben?

Ben: Ich denke, das Wichtigste ist, dass wir keinen Roboter haben, der Musik macht, die einer Masse gefällt. Wir machen Musik, die aus uns kommt, die wir mögen, die wir selbst gerne hören. Das ist die Hauptsache bei uns in der Band. Wir produzieren keine Musik, um damit in die Charts zu kommen oder besonders erfolgreich zu sein. Das ist nicht unser Weg.

Sie haben gerade ein „MTV Unplugged“-Album aufgenommen. Es ist das erste Akustik-Album von Biffy Clyro. Ist das nicht für die Charts produziert worden?

Ben: Nein.

James: Nein, auf keinen Fall. Da war uns eine Ehre.

Aber wird Biffy Clyro dadurch nicht etwas weich und poppig?

Ben (lacht): Nein, nein. Das sehen wir nicht so.

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Aber es fehlt der Krach, der Druck und die Akustik-Songs sind massentauglicher.

James: Nein. Wir wollten unsere Songs nur in einer anderen Version präsentieren. Wir sind stolz darauf, dass wir das tun konnten. Nicht viele Bands haben die Möglichkeit dafür. Es war für uns ein Traum für „MTV Unplugged“ die Sachen aufzunehmen.

Ben: Wir sind damit in einer Reihe mit Bands wie Nirvana oder Pearl Jam.

Normalerweise explodieren Sie förmlich auf der Bühne. Wie schwer war es, diese Kraft in der Musik nun akustisch zu unterdrücken?

James: Es war schwer, weil wir das komplette Gegenteil von dem gemacht haben, was wir sonst tun.

Ben: Ich mag ja dieses Rockband-Ding, wenn man man druckvoll, voluminös und laut spielt, wenn man aggressiv sein kann. Es ist aber auch ziemlich hart, ganz weich zu sein. Ich wollte bei den Aufnahmen immer so richtig auf die Trommeln draufhauen, durfte sie aber nur ganz zart berühren. Danach haben bei mir sogar die Armmuskeln geschmerzt, weil es eine ganz andere Belastung war. Das ist bizarr. Für eine Rockband ist das nicht einfach.

Ich habe gehört, es gibt bald ein neues Album von Ihnen? Oder sogar zwei?

James: Ja, wir arbeiten an zwei Sachen. Das eine ist für einen Film: Wir machen zuerst den Soundtrack und danach wird dann der Film gedreht. Es ist eine interessante Sache für uns, aber es ist nicht in erster Linie ein Biffy-Clyro-Album. Gegen Ende des Jahres werden wir dann das achte Bandalbum aufnehmen. Dafür wollen wir zehn oder zwölf Songs haben.

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Ist Rock‘n‘Roll eigentlich tot?

James: Nein, Rock‘n‘Roll wird niemals sterben.

Ben: Nein, niemals. Es gibt immer noch so viele Leute, die mit Begeisterung Gitarre und Schlagzeug spielen. Sicherlich wird es immer andere Musikrichtungen geben, die dann populärer sind, wie Punk, Hip-Hop oder so. Aber Punkrock und Rock wird bleiben.

Info

Zur Person

Biffy Clyro

Die beiden Schotten, Schlagzeuger Ben Johnston und Bassist und Sänger James Johnston, sind Brüder. Zusammen mit Sänger Simon Neil haben sie 1995 die Band Biffy Clyro gegründet. Beim Hurricane-Festival hatten sie einen Healiner-Slot am Sonnabendabend auf der Hauptbühne.

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