Landkreis prüft Verfahren, Bahn prüft Finanzierung - Geduld ist weiter gefrag Lahauser Brücke: Schritt für Schritt zur Entschärfung

Weyhe-Lahausen. Es kommt Bewegung in das 'Brücken-Großbauwerk' in Lahausen - zumindest ein bisschen. Die Gemeinde Weyhe hat jetzt das sogenannte Planfeststellungverfahren beim Landkreis Diepholz eingereicht. Geschätzte Genehmigungsdauer: etwa ein Jahr.
30.04.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Nils Hartung

Weyhe-Lahausen. Es kommt Bewegung in das 'Brücken-Großbauwerk' (Weyhes Erster Gemeinderat Andreas Bovenschulte) in Lahausen - zumindest ein bisschen. Die Gemeinde Weyhe hat jetzt das sogenannte Planfeststellungverfahren beim Landkreis Diepholz eingereicht. Geschätzte Genehmigungsdauer: etwa ein Jahr. Doch die Weyher wollen in dieser Zeit nicht untätig bleiben. Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) stehen an.

Aber zuerst eine schlechte Nachricht: Seit etwa einem Jahr ist die Lahauser Brücke mittlerweile gesperrt. Und das wird auch noch einige Zeit so bleiben. 'Die Tragfähigkeit bleibt einfach weiterhin beeinträchtigt', erklärt Steffen Nadrowski, zuständiger Leiter des Fachbereichs Bau, Planung und Umwelt der Gemeinde. Nadrowski und Bovenschulte hoffen auf einen Baustart im kommenden Jahr, bis dahin sind allerdings noch einige Klippen zu umschiffen.

Zum einen muss der Landkreis die eingereichten Pläne, einen dicken Aktenordner voll, genehmigen. Zum anderen muss auch die Finanzierung des Großprojekts geklärt werden. Und das ist keine ganz einfache Aufgabe. Ein kurzer Rückblick: Die Brücke gehört der Gemeinde, doch auch die DB hat Änderungswünsche (wir berichteten). Eine sogenannte Kreuzungsvereinbarung muss her. Die kommt immer zum Einsatz, wenn Bau und Finanzierung von Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen geregelt werden müssen.

Klar ist bislang nur, dass die Kosten durch die Änderungswünsche der Bahn die kalkulierte Höhe von etwa 2,8 Millionen klar übersteigen werden. Wie die Finanzierung aber genau laufen wird, steht erst im Spätsommer fest, wenn die Bahn ihre Wünsche klar definiert hat. Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Bahn in Niedersachsen und Bremen, sagt: 'Meist ist eine Drittel-Regelung bei den Kosten üblich. Ein Drittel trägt die Bahn, ein Drittel der Bund und ein Drittel der Straßenbaulastträger, in diesem Fall die Gemeinde.'

Doch die Finanzierung ist noch nicht einmal das Komplizierteste, wenn man mit der Deutschen Bahn baut. Für die Arbeiten in Lahausen sind sogenannte Sperrpausen des Verkehrs notwendig. 'Wir bauen schließlich sozusagen unter laufendem Rad. Bei uns ist keine Umleitung möglich', betont Meyer-Lovis. Die Fahrpläne der DB werden, so der Sprecher, so weit im voraus abgestimmt, dass die Sperrpausen bereits mit eingeplant seien müssen. Deshalb sind die Sperrpausen nur mit langem Vorlauf zu ergattern. 'Wir hatten auch schon für 2009 und 2010 Sperrpausen bei der Bahn beantragt, aber keine Zusage bekommen', so Nadrowski.

Die Vorlaufzeit, um an die Sperrpausen zu kommen, ist zwar lang - dafür ist das Zeitfenster für die Arbeiten an der Brücke extrem kurz. Daher wird die Gemeinde, so Bovenschulte, für alle Maschinen und Geräte, die benötigt werden, Ersatz vor Ort bereithalten. Denn wenn es in der geplanten Zeitspanne nicht gelingt, die Arbeiten zu vollenden, dauert es erneut sehr lange, um eine neue Genehmigung zu erlangen.

Seit 1994, seit der Privatisierung der Bahn, sind Bahnbrücken von Bundesgebiet in Kommunenbesitz übergegangen. Oft 'Zeitbomben', wie Bovenschulte befürchtet. Denn viele Städte und Gemeinde haben schlicht und einfach kein Geld, um die teils maroden Brücken instandzuhalten. 'Doch in Weyhe haben wir diese Bombe bald entschärft', so Nadrowski.

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