Wassermühle Sudweyhe

Locker und beschwingt

Swing und Boogie-Woogie, eigene Stücke und Lieder bekannter Musiker: Das alles bot die Band Alligators Of Swing beim musikalischen Frühschoppen an der Wassermühle in Sudweyhe.
15.07.2018, 17:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Bayer-Thiemig
Locker und beschwingt

Die Alligators Of Swing sorgten für einen beschwingten Vormittag.

Jonas Kako

Weyhe-Sudweyhe. Strahlender Sonnenschein war am Sonntagmorgen ein willkommener Begleiter bei dem Frühschoppen mit den Alligators Of Swing an der Sudweyher Wassermühle. Einen wunderschönen Vormittag im Grünen unter schattigen Bäumen verbringen, mit einem kühlen Getränk in der Hand perfekten Klängen lauschen, perfekter ging es kaum. Kein Wunder also, dass sich viele Besucher einfanden. Und schnell Stuhlnachschub gefragt war. Als alle mit Sitzgelegenheiten und Blick auf die Bühne versorgt waren, war purer Genuss an der Reihe.

Dazu die sommerliche Fröhlichkeit, welche die Herren von der Bühne auf ihr Publikum hinabfächerten. Vom Allerfeinsten war ihre Musik. Sie spielten nicht nur Songs, sondern lebten und interpretierten sie – peppig und frech. Stefan Scholz (Saxofon, Gesang) erstaunte durch sein außergewöhnliches, geschmeidiges Spiel, sein ganzes überbrodelndes Temperament brauchte eigentlich kein Mikrofon. Christian Jung überzeugte durch seinen Hochgeschwindigkeits-Boogie-Woogie auf dem Klavier und Dieter Schreiber am Kontrabass ergänzte das Trio routiniert mit seinem gefühlvollen, akzentuierten Spiel, mit dem er den rhythmischen und melodischen Rückhalt des Ensembles bildete.

Die swingende Atmosphäre übertrug sich so mühelos, dass das Publikum nur eines Winks bedurfte, um seine Füße und Köpfe wippen zu lassen, ein Paar tanzte sogar. Mehr als einmal mischte sich Jubel in den begeisterten Beifall. Das Ganze war handgemacht, aber hochversiert, rau gespielt und doch virtuos und immer mitreißend. Den Musikern gelang es, mit der professionellen Leichtigkeit ihrer Swing- Blues- und Boogie-Woogie-Klänge die zahlreichen Gäste zu begeistern. Dazu die Eigenkompositionen, die an den Charme und den Witz der Songs der 1940er- und 1950er-Jahre anknüpften. So etwa gleich der erste Song „Hey Girl“, den der Pianist Christian Jung geschrieben hat und der davon erzählt, was das Lächeln einer Frau alles bewirken kann. Das kam an.

Überhaupt zeigten sich die Musiker mit kleinen humorvollen Anekdoten zwischen den Stücken als gute Unterhalter. Das Repertoire konnte sich sehen lassen, eine Reihe von Interpreten mit klangvollem Namen standen auf dem Programm.

Die Alligatoren gibt es seit 1989. Sie alle schöpfen aus einem reichen Schatz an Erfahrungen. Auf Konzerten und Sessions in Chicago und anderswo bewiesen sie internationales Niveau, zusammen mit Künstlern wie Karen und Jeanne Carroll, Angela Brown, Carey Bell, Big Jay McNeely oder Big Time Sarah. Die drei Herren waren aus Nürnberg, Ansbach und Fürth angereist.

Eine Reihe von Interpreten mit bekannten Namen standen auch in Sudweyhe im Repertoire der Alligatoren. Den schnellen und beschwingten Swing „Scotching With The Soda“ von Nat King Cole ließen die Künstler aufleben. Auch der unvergessliche Ray Charles kam zu Ehren mit „Heartbreaker“, originell auch der Song „Marihuana Boogie“. Neben der Blues-Nummer „Early In The Morning“ hatten die Alligators beispielsweise „Gonna Tell My Mama“ im Gepäck.

Keiner der Besucher konnte sich der Faszination entziehen, die das Trio mit nach Sudweyhe gebracht hatte. Klar, dass dieser Genuss verlängert werden wollte: Erst nach Zugaben gab sich das Publikum zufrieden. Harmonisch, grandios und das auch noch ohne Noten.

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