Ausstellungseröffnung mit Bildern von Petra Biertümpfel "Man gewinnt Einsicht in andere Sphären"

Weyhe-Sudweyhe. Eine Vernissage, in der die Laudatio von einer Clownin gehalten wurde, hatte die Wassermühle in Sudweyhe wahrscheinlich noch nicht gesehen. Und so erlebten die Gäste am Sonnabendnachmittag bei der Ausstellungseröffnung eine Premiere mit Madame Voilà, mit bürgerlichem Namen Hannah Barbara Busch, die mit einer kleinen, herrlich schrägen Aufführung über ihre Freundschaft mit der ausstellenden Künstlerin und die Entstehung der Werke plauderte.
09.01.2012, 05:00
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Von Dagmar Voss

Weyhe-Sudweyhe. Eine Vernissage, in der die Laudatio von einer Clownin gehalten wurde, hatte die Wassermühle in Sudweyhe wahrscheinlich noch nicht gesehen. Und so erlebten die Gäste am Sonnabendnachmittag bei der Ausstellungseröffnung eine Premiere mit Madame Voilà, mit bürgerlichem Namen Hannah Barbara Busch, die mit einer kleinen, herrlich schrägen Aufführung über ihre Freundschaft mit der ausstellenden Künstlerin und die Entstehung der Werke plauderte.

Mit knallrotem Hut und ebensolchen Schuhen und Handtasche, Kostümchen, Brille und einer etwas ungelenk-komischen Gestik faszinierte Madame Voilà ihre Zuhörer mit ihren Berichten über die Welten der Künstlerin Biertümpfel. Sich selbst bezeichnete sie als Sängerin und Lebenskünstlerin und noch einiges mehr. Zuvor hatte schon Petra Biertümpfel selbst mit einer Klangperformance - Gesang begleitet von Trommel und Sansula (eine Klangschale) - ihre Besucher auf die ungewöhnlichen Bilder eingestimmt. Auch im weiteren Verlauf gab Biertümpfel noch einen Eindruck von ihrer tänzerischen Arbeit, die sie ganz eng verknüpft sieht mit dem Entstehen ihrer Bilder.

Mit einem Nietzsche-Zitat erläuterte Madame Voilà die Beweggründe, mit denen sich die gebürtige Bremerin Biertümpfel an ihre Gemälde heranmache: "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen Stern zu gebären." Nun wurden es allerdings nicht so sehr Sterne, aber dafür viele verschiedene Welten, unter Wasser, in Höhlen und Galaxien oder in den Wolken, die sich in den Bildern widerspiegeln. Ihre knapp 40 Bilder in der Wassermühle hat Biertümpfel mit dem Motto "Welten-Wandel-Einsichten" versehen - abstrakte Farbkompositionen, die den Betrachter hineinziehen in innere Welten. Da wird das große Gemälde "Sandsturm", das sich in vielen Blauvarianten darstellt, für eine Betrachterin zu einem wilden Meer und hat für sie gar nichts mit Sand zu tun. "Ich finde, da ist doch eher ein Meeressturm drin bei diesem Wasserblau", überlegte sie. Allerdings hatte die Schöpferin des Werkes wohl eher an die Materialien gedacht, mit denen sie ihr Werk geschaffen hat. Wie in all ihren Bildern benutzt die

diplomierte Biologin ungewöhnliche Zutaten, die ihren Bildern eine außergewöhnliche Wirkung verleihen. So hat sie bei dem "Sandsturm" eben neben Acryl, Kohle, Asche und Pigmenten auch Sand verwendet.

In anderen Bildern sind Stofffarben, Löwenzahnsamen oder auch Spinnweben zum Einsatz gekommen. Wie das vor sich geht, schilderte Madame Voilà ganz wunderbar anschaulich-komisch. Sie wanderte mit einem imaginären Bild durch den Raum, erklärte, dass ihre Busenfreundin vorher geschaut habe, welches Spinnennetz gerade nicht bewohnt sei. Dann knallte sie das gedachte Bild auf das gedachte Netz und zack, so kommt es auf die Leinwand. Mit ebensolchem gedachten Fixierspray wurde dann dem Bild der Rest gegeben. "Mit diesen Bildern gewinnt man Einsicht in andere Sphären", versicherte Madame Voilà ihren Zuhörern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Februar zu sehen, immer: sonnabends, 15 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr.

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