Mehr-Generationen Haus Brinkum Mehr als „ein bisschen helfen“

Schon in ihren ersten Tagen im Brinkumer Mehr-Genrationen-Haus hat Jana Sternagel viel zu tun. Seit 1. August ist die 19-Jährige dort als Bundesfreiwilligendienstleistende tätig.
22.08.2017, 19:07
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Mehr als „ein bisschen helfen“
Von Eike Wienbarg

Stuhr-Brinkum. „Ein bisschen helfen“ – so bescheiden formuliert Jana Sternagel ihre Zielsetzung. Die 19-Jährige ist seit 1. August im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus (MGH) als Bundesfreiwilligendienstleistende (Bufdine) mit Flüchtlingsbezug tätig. Ein Jahr lang wird sie die verschiedenen Gruppen und Abteilungen der Einrichtung kennenlernen, begleiten und unterstützen. Der Schwerpunkt dabei liegt auf den Angeboten, in denen auch Geflüchtete mit dabei sind. Aber auch eigene Ideen soll sie miteinbringen.

„Gleich in den ersten Tagen war viel zu tun“, berichtet Sternagel über die ersten drei Wochen im MGH. Diese habe sie hauptsächlich im Büro absolviert. „Es ist schön, gleich in die Arbeit miteingebunden zu werden“, sagt sie weiter. Vor ihrer Tätigkeit im MGH hat Sternagel den schulischen Teil ihrer Fachhochschulreife an der Berufsbildenden Schule I in Delmenhorst absolviert.

Eigentlich wollte Sternagel nach der Schule eine kaufmännische Ausbildung machen. Aber mit Aufkommen der Flüchtlingsthematik vor zwei Jahren entschied sie sich zum Zwischenschritt Bundesfreiwilligendienst. Durch die Zeitung habe sie dann vom Angebot des MGH erfahren, berichtet sie. „Es war eine bewusste Entscheidung für den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“, erzählt die Delmenhorsterin. Mit dem speziellen Dienst ist sie erst die zweite Bufdine im MGH, erzählt Leiterin Daniela Gräf. Insgesamt ist Jana Sternagel der fünfte Bufdi seit November 2004 in der Einrichtung.

Dabei sei in diesem Jahr der Ansturm auf den Platz groß gewesen, berichtet Gräf weiter. Mindestens zehn Bewerber hatten ihr Interesse bekundet. „Wir hatten die Qual der Wahl“, so Gräf. Sternagel habe sich vor allem durch ihre Offenheit gegenüber Menschen ausgezeichnet. „Sie kann ohne Hemmungen auf die Leute zu gehen“, lobt Gräf. Bereits außerhalb der offiziellen Bewerbungsmodalitäten habe sie den Spieletreff während eines Personalmangels unterstützt, hebt die MGH-Leiterin hervor.

Der Spieletreff, den Sternagels Vorgängerin Lisa Abraham mit ins Leben gerufen hat, möchte auch die neue Bufdine weiterführen. „Wir wollen den Spieletreff vom Konzept ein bisschen aufstocken“, sagt Sternagel. Weitere Schwerpunkte werden die unterschiedlichen Sprechcafés, die erste Deutschilfe sowie im Winter auch die Näh- und Strickgruppen im MGH sein. Aber auch die alltäglichen Aufgaben wie der Mittagstisch für Senioren kommt dazu. Weiterhin ist Sternagel in der Unterrichtsbegleitung und als Lesepatin an der Grundschule in Brinkum tätig.

Gerade die Sprachhilfe für Flüchtlinge liegt Jana Sternagel am Herzen. „Es ist schön, am Ende den Fortschritt zu sehen“, berichtet sie über ihre ersten Erfahrungen mit den Brinkumer Sprechcafés. Durch ihre dortige Arbeit erhofft sich Daniela Gräf allerdings auch noch mehr. So habe Sternagel mit allen Flüchtlingsgruppen zu tun und könne so auch als Netzwerkerin fungieren, findet Gräf.

Ehrenamtliche Arbeit ist dabei nichts Neues für Sternagel. Während ihrer Schulzeit habe sie sich bereits als Teamerin für Konfirmanden in ihrer Kirchengemeinde engagiert. Auch begleitete sie Sechstklässler beim Schwimmtraining, erzählt die neue Brinkumer Bufdine.

Für ihren einjährigen Aufenthalt in Brinkum hat sie sich einiges vorgenommen. So möchte sie eventuell eine Gruppe zum Thema Umgang mit den Handy aufbauen, erzählt sie. Auch ein Angebot zum szenischen Lesen, bei dem Texte mit verteilten Rollen oder auch Puppen präsentiert werden, können sich Jana Sternagel und Daniela Gräf vorstellen. „Die Gruppe vom Café Kinderwagen finde ich ganz schön als Einstieg“, sagt Sternagel aus ihren ersten Erfahrungen mit der neuen Stelle. Langweilig wird ihr bei einem „absolut vollen Stundenplan“, wie MGH-Leiterin Daniela Gräf es beschreibt, sicherlich nicht.

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