Moritz und Jan-Philipp Wilken aus Heiligenrode Mit acht Jahren schon Imker

Stuhr-Heiligenrode.Moritz (8) und Jan-Philipp Wilken (11) kennen sich mit Bienen bestens aus. Gerade haben die beiden einen Imkerlehrgang mit Erfolg abgeschlossen - und damit ist Moritz sogar der jüngste Imker in Deutschland, sagt sein Vater.
24.07.2010, 04:30
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Mit acht Jahren schon Imker
Von Markus Tönnishoff

Stuhr-Heiligenrode. Bei Bienen weiß man nie so genau, sagte einst Pu der Bär, der die Honiglieferanten zwar schätzte, jedoch Respekt vor deren Stacheln hatte. Moritz (8) und Jan-Philipp Wilken (11) hingegen kennen sich mit Bienen bestens aus. Gerade haben die beiden einen Imkerlehrgang mit Erfolg abgeschlossen - und damit ist Moritz sogar der jüngste Imker in Deutschland, sagt sein Vater.

Die Begeisterung für die Imkerei kam bei den beiden jedoch nicht von ungefähr, nennt doch ihr Vater Hayo schon länger Bienenstöcke auf einem Grundstück in Heiligenrode sein Eigen. 'Ich wollte einen Vertiefungskurs bei einer Imkerschule in Bremen machen. Da habe ich gefragt, ob die beiden auch mitmachen können', erinnert sich Wilken. Sie konnten. Zehn Tage drückten Wilken und sein Nachwuchs die Imker-Schulbank - an sieben Tagen war Theorie angesagt, drei Tage ging es ans Praktische.

In der Theorie wurde die Honigbiene genau unter die Lupe genommen, ihr Verhalten studiert und die Anatomie durchgegangen. 'Auch über Krankheiten und Rechtsvorschriften haben wir viel gelernt', erzählt Jan-Philipp. Im Praxisteil lernten sie, wie man Waben einlötet ('Das ist schwierig') und den Umgang mit den Geräten. Mit einer dampfenden Pfeife gehen die beiden nämlich nicht zu den Bienen, stattdessen benutzen sie einen sogenannten Smoker.

Mit dem Gerät, das etwa so groß wie eine Thermoskanne ist, kann man jede Menge Rauch erzeugen. Wenn die beiden an den Stöcken arbeiten, nebeln sie die stachelbewehrten Honigproduzenten damit ein. 'Das lenkt die Bienen ab, sodass sie sich nicht so um den Imker kümmern', weiß Jan-Philipp. Denn wenn die Biene ihre Aufmerksamkeit dem Imker zuwendet, kann das auch mal mit einem Stich enden. 'Ich bin bei dem Kursus gestochen worden, aber es hat nicht weh getan', sagt Moritz. Auch den Umgang mit der Königinfalle lernten die beiden. Das kleine Plastikteil dient dazu, die Königin zu fixieren, damit sie markiert werden kann. Am Ende des Kurses gab es nicht nur eine Urkunde vom Landesverband der Imker Weser-Ems, sondern auch ein Zertifikat, das den beiden erlaubt, Honig zu verkaufen.

300.000 Bienen sorgen für Honig

Nun können die beiden frisch ans Werk gehen, denn die Wilkens haben fünf Bienenstöcke. In einem Stock leben rund 60000 Tiere, sodass insgesamt etwa 300000 Bienen bei der Heiligenroder Familie als Honigproduzenten 'angestellt' sind.

Und die lieben Tierchen wollen natürlich auch gehegt und gepflegt werden, sorgen sie doch insgesamt für rund 250 Kilo Honig pro Jahr. 'Wir gucken regelmäßig, in welcher Stimmung die Bienen sind. Dabei achten wir auf ihr Verhalten und werfen auch einen Blick auf die Brut', erklärt Jan-Philipp. Wenn allerdings ein Gewitter aufzieht, halten die drei gebührenden Abstand von den Stöcken. 'Bei Gewitterstimmung werden die Bienen zornig und stechen auch mal zu. Sie stechen jedoch auch, wenn man nach ihnen schlägt', sagt Jan-Philipp, der schon des Öfteren mit den Stacheln Bekanntschaft gemacht hat.

Doch zu oft muss er sich nicht mit Stichen plagen, denn die Europäische Honigbienen, die die Wilkens haben, neigt nicht zu Aggressivität. Die Begeisterung für die Imkerei hat Jan-Philipp auch mit in die Kooperative Gesamtschule in Brinkum gebracht. Im kommenden Schuljahr soll dort eine Bienen-AG ins Leben gerufen werden. Ihr Leiter: Jan-Philipp. Auch seine Freunde finden seine Arbeit mit den Bienen nicht uninteressant. 'Einige haben schon zugeguckt, wie ich an den Stöcken gearbeitet habe.'

Ob er später auch beruflich als Imker tätig sein will, weiß er noch nicht so genau. 'Mit der Imkerei alleine kann man nicht genug Geld verdienen. Imker haben deshalb alle einen zweiten Job.'

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