Nabu-Umweltpyramide Schutzprojekt für Bodenbrüter

Bei seinem Wiesenvogelschutzprojekt im Landkreis Rotenburg arbeitet der Nabu mit Jägern und Landwirten zusammen. Das ist gut für den Kiebitz und den Großen Brachvogel.
09.06.2022, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg

Bremervörde. Der Landkreis Rotenburg ist aufgrund seiner weiten Niederungs- und Moorlandschaft ein bedeutendes Brutgebiet für Wiesenvögel, wie Kiebitz und Großer Brachvogel. Doch Entwässerung und Umbruch von Feuchtwiesen und Trockenlegung gefolgt von Abbau der Moore sowie Verwaldung von Heiden haben die Landschaft so verändert, dass den Vögeln immer weniger Rückzugsgebiete erhalten bleiben. Hinzu kommt der erhöhte Druck durch Nesträuber wie Wildschwein, Marder und Fuchs. "Seit den 1950er-Jahren gehen die Bestände vom Kiebitz und dem Großen Brachvogel zurück", berichtet Simone Kasnitz vom Nabu. In der Roten Liste Niedersachsen seien sie als „stark gefährdet“ eingestuft.

Zum Schutz des Großen Brachvogels habe der Nabu 2011 ein Projekt ins Leben gerufen, das seit 2013 von der Stiftung Naturschutz Rotenburg finanziell unterstützt wird. Die Nabu-Umweltpyramide sucht mithilfe der Jägerschaften und ehrenamtlicher Helfer vorhandene Brut- und Aufzuchtplätze des Großen Brachvogels auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Landkreis. „Wegen der sehr großen Brutplatztreue der Vögel brüten sie inzwischen häufig auf Ackerland oder Intensivgrünland", so Projektleiterin Kasnitz. Dort seien die Tiere verstärkt Gefahren durch Nesträuber sowie durch landwirtschaftliche Aktivitäten ausgesetzt.

Werden Nester gefunden, würden sie nach Absprache mit den Bewirtschaftern mit einem 50 Meter langen, stromführenden Schafzaun eingezäunt, der an ein diebstahlgesichertes Weidezaungerät angeschlossen ist. Direkt nach dem Schlupf der Küken werde der Zaun wieder abgebaut, da die Küken als Nestflüchter dichten Bewuchs auf Randflächen oder die bewusst stehengelassenen Schutzstreifen aufsuchen. Dort werden sie von den Altvögeln weiter versorgt. Werden bei der Suche nach Brachvogelgelegen Nester vom Kiebitz gefunden, werden diese mit Stöckern markiert und die Landwirte informiert. Diese bekommen für ihre Bemühungen Ausgleichszahlungen.

In den vergangenen Jahren seien in ehrenamtlicher Arbeit über 100 Brachvogelreviere und 650 Kiebitzreviere im gesamten Landkreis ausfindig gemacht worden. „Das Projekt hat beispielhaft gezeigt, dass ein Zusammenwirken von Naturschützern, Jägern und Landwirten sehr zielführend möglich ist, und das in einer Zeit, in der die Konflikte zwischen Naturschutz und Landnutzern eher zu- als abnehmen“, erzählt Simone Kasnitz. „Mit dem Wiesenvogelschutzprojekt konnten durch die gemeinsamen Ziele wieder Brücken gebaut werden, die Anknüpfungspunkte für zukünftige Dialoge bilden.“

Weitere Informationen zum Wiesenvogelschutz gibt es in der Nabu-Umweltpyramide bei Simone Kasnitz unter 04761/ 71 352 oder per E-Mail an S.Kasnitz@NABU-Umweltpyramide.de.

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