Schutz der heimischen Natur in Rotenburg Kleinkinder als Ersthelfer

Um auch Kinder für die heimische Natur zu sensibilisieren, bildet die Bremervörder Nabu-Umweltpyramide in neun Kindertagesstätten und einer Schule Ersthelfer in Sachen Vielfalt aus.
22.06.2021, 13:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus

Landkreis Rotenburg. Gartenbesitzer können durch die Auswahl von heimischen, blütenreichen Pflanzen sowie einer strukturreichen Gestaltung des Grundstücks einen großen Beitrag zur Förderung der Insektenvielfalt leisten, findet der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland. Um Kindern diese Zusammenhänge nahezubringen und sie für die heimische Natur zu sensibilisieren, bildet die Bremervörder Nabu-Umweltpyramide in neun Kindertagesstätten und einer Schule Ersthelfer in Sachen Vielfalt aus. Das Mäusehaus in Ostereistedt ist eine der teilnehmenden Einrichtungen. Jeden Montag beschäftigen sich die Kinder intensiv mit Themen rund um die Vielfalt von Insekten, heimische Pflanzen und wie alles miteinander vernetzt ist, berichtet Bettina Schroeder vom Nabu.

Schon seit einigen Monaten seien die Mädchen und Jungen mit großem Eifer dabei, im Modul „Krabbeltierfreund“ die Welt der Kleinsttiere zu erforschen. Ausgestattet mit Lupen, Büchern und einer großen Portion Neugier hätten sie die Tierchen aufgespürt, ihnen einen Totholzhaufen aufgeschichtet, Spinnen gebastelt und in einem Spiel nachempfunden, wie es sei, als Insekt durch ein Spinnennetz zu krabbeln.  Als sogenannte Ersthelfer wurden sie aktiv, indem sie aus Ton kleine Wildbienen-Nisthilfen bauten, die sie demnächst im Kindergarten aufstellen.

In den kommenden Wochen wird im Modul „Blumenentdecker“ der Fokus auf die heimischen Pflanzen gelegt und deren enge Vernetzung mit der Krabbeltierwelt. Die Umweltpyramide liefert im Rahmen des von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projektes Materialien und Ideen für Aktionen, Spiele und auch für den praktischen Naturschutz. So haben die Kinder schon eine Blühwiese ausgesät.

„Manche Insekten sind nicht besonders wählerisch, aber viele sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen“, erklärt Bettina Schroeder. Die Biologin gibt Tipps: „Für unsere Insekten ist gebietsheimisches, also regionales Saatgut am besten geeignet. Beim Kauf von Stauden achtet man auf ungefüllte Blüten und solche, an denen schon im Gartencenter Insekten zu sehen sind.“ Nicht nur Blumen, auch heimische Sträucher wie Weißdorn, Schlehe, Holunder und Schneeball böten durch ihre Blüten und Früchte eine Vielfalt an Nahrung und Nistmöglichkeiten. „Diese sind wesentlich wertvoller als exotisches Pflanzenmaterial, mit dem kaum eine heimische Tierart etwas anfangen kann“, so Bettina Schroeder.

Die Kinder in den teilnehmenden Einrichtungen sollen spielerisch ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge in der Natur entwickeln und durch Aktionen erleben, dass es möglich sei, sich aktiv für die Natur einzusetzen. Die Erfahrungen mit der Umsetzung der von der  Umweltpyramide entwickelten Module werden nach Schroeders Angaben regelmäßig reflektiert und in einem Leitfaden zusammengeführt. Dieser werde im Anschluss an das Projekt allen interessierten Kindergärten angeboten.

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