Haupt- und Nienburger Straße Neubruchhauser beschweren sich über Schwerlastverkehr

Bassum-Neubruchhausen. Die Lastwagen brausen durch die Ortschaft, schlängeln sich durch das Martfelder Ende. Ein Dorn im Auge vieler Neubruchhauser. Schließlich sind Hauptstraße und Nienburger Straße Schulwege, und die Bewohner am Martfelder Ende befürchten noch mehr.
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Neubruchhauser beschweren sich über Schwerlastverkehr
Von Christoph Starke

Bassum-Neubruchhausen. Die Lastwagen brausen durch die Ortschaft, schlängeln sich durch das Martfelder Ende. Ein Dorn im Auge vieler Neubruchhauser. Schließlich sind Hauptstraße und Nienburger Straße Schulwege, und die Bewohner am Martfelder Ende befürchten, das durch den Schwerlastverkehr die Bausubstanz leide. Verkehrsberuhigende Projekte wurden bisher nicht realisiert.

Maik Dannemann fühlt sich ein bisschen wie Landvermesser K., die Hauptfigur aus Franz Kafkas Roman 'Das Schloss'. K. kämpft gegen einen großen Verwaltungsapparat und verzweifelt daran. So ähnlich fühlt sich Dannemann, wenn er an die Verkehrssituation rund um Grundschule und Martfelder Ende denkt.

Dannemann ist Vater und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Martfelder Ende. Gleichzeitig sitzt er für die SPD im Bassumer Stadtrat. Diverse Male hätte er versucht, sich mit seinem Anliegen in den politischen Gremien der Stadt Gehör zu verschaffen. 'Ich scheiterte an der Verwaltung.' Als Hauptproblem sieht er die 'Massen an Fahrzeugen', die täglich durch Neubruchhausen rauschen. Auch für Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer (CDU) ist das ein Problem.

'Neubruchhausen wird durchschnitten von der Landesstraße 332, die als Verbindung zwischen der Bundesstraße 51 und der Bundesstraße 6 Richtung Hannover mit dem dazugehörigen Autobahnen dient. Die Landesstraße 356 aus Richtung Sudwalde wird hauptsächlich von Pendlern genutzt', verdeutlicht er. Durch Mautumgehung und durch Nutzen von Navigationsgeräten hätte der Verkehr sehr zugenommen. 'Für unsere Schulkinder ergibt sich das Hauptproblem, dass Pkw und vor allen Dingen Lkw viel zu schnell in die Ortschaft fahren.'

So sieht es auch Anne Reß, Leiterin der örtlichen Grundschule . Ein großer Teil ihrer Schüler sei gezwungen, die Nienburger Straße, die in Richtung Bassum in die Hauptstraße übergeht, zu überqueren. Dort ergebe sich noch eine weitere Schwierigkeit. 'An der Hauptstraße in Richtung Bassum fehlt ein Radweg- und Fußweg.

Das heißt, einige Schüler, die an der Hauptstraße, außerhalb der geschlossenen Ortschaft oder im Heckenweg oder in der Fuhrenstraße wohnen, werden trotz ihrer Berechtigung den Schulbus zu nutzen, mit dem Pkw zur Schule oder zur Schulbushaltestelle gebracht.' Auch an der Sudwalder Straße, dem offiziellen Schulweg, herrsche ein hohes Gefahrenpotenzial. Und im Bereich Am Steinkamp komme es morgens, vor allem bei schlechtem Wetter oder im Winter häufig zu unübersichtlichen Verkehrssituationen, 'da Eltern die von der Schule vorgeschlagene freiwillige Einbahnstraßenregelung' nicht beachten würden.

Doch die Neubruchhauser haben nicht nur Angst um ihre Kinder, sondern auch um das denkmalgeschützte Scheunenviertel. 'Wenn die Lastwagen hier durchfahren, dann spürt man die Erschütterung in den Häusern', erzählt Mechthild Strake. 'Außerdem entstehen Risse.'

Doch was tun? Alles ausprobieren ist Dannemanns Devise. 'Blitzer, Zebrastreifen, Bedarfsampel', lauten seine Vorschläge. Er ist sich bewusst, dass alles auf einmal unrealistisch ist und auch teuer wird. Aber vielleicht könne ja einer seiner Vorschläge verwirklicht werden, hofft er.

Schulleiterin plädiert für Ampeln

'Da wir nicht alle Probleme auf einmal lösen können, sehe ich Handlungsbedarf bei der Ortseinfahrt aus Ochtmannien kommend. Hier ist der Fußweg direkt neben den schnell fahrenden LKW, die die Kinder durch den Luftzug bald auf die Straße reißen', lautet Lahmeyers Vorschlag. Anne Reß wünscht sich Dunkelampeln an der Hauptstraße in Höhe des Gasthauses Zur Post und an der Sudwalder Straße. 'Wichtig wäre außerdem eine bessere Ausleuchtung an dieser Stelle.'Außerdem hat die Schule Füße auf die Straße gesprüht, die den Schülern helfen sollen, die Fahrbahn zu überqueren. Zum Schuljahresbeginn hängen die Eltern außerdem Hinweisschilder auf.

Mechthild Strake regt überdies eine Geschwindigkeitsbegrenzung an. Von einer Ampel an der Sudwalder Straße rät Lahmeyer ab. 'Experten von Polizei und Landkreis haben davor gewarnt, einen Zebrastreifen oder eine Druckampel zu montieren. Das würde nur eine Sicherheit vorgaukeln.'

Fakt ist, dass schon Untersuchungen von Seiten des Landes angestellt worden sind. So gab es Verkehrsschauen und Verkehrsmessungen. 'Und die Messungen geben es nicht her, dort beispielsweise eine Ampel zu montieren', teilte Wolfgang Rehling, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Diepholz, mit. Auch hätte es an der Stelle noch keine schwerwiegenden Unfälle gegeben. Aber die Anlieger könnten sich anders helfen und einfach ihre Autos an der Straße parken.

Das zwinge den Durchfahrtsverkehr zur Geschwindigkeitsdrosselung. Rehling: 'Das habe ich an dieser Stelle schon beobachtet. Das finde ich gut.' Aber hilft das tatsächlich? 'Ein bisschen', findet Lahmeyer. 'Dies verursacht aber auch Lärm beim Bremsen und Anfahren der Lkw. Übersichtlicher wird die Straßenüberquerung damit auch nicht. Von der Schädigung der alten Häuser mal ganz abgesehen.'

Maik Dannemann und Mechthild Strake wünschen sich mehr Unterstützung von Seiten der Stadt. Doch Bassums Bürgermeister Wilhelm Bäker verweist auf die Verkehrsmessungen, die eben keine entsprechenden Projekte hergeben würde. Und so bleibt das Anliegen erst einmal unvollendet. Doch, wer weiß wie es ausgeht, schließlich konnte Franz Kafka seinen Roman 'Das Schloss' auch nie zu Ende schreiben.

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