Landkreis Rotenburg Neue Bürger beglückwünscht

Einbürgerungsfeier im Kreishaus: Landrat überreicht 29 Menschen aus elf Ländern ihre Urkunden.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Johannes Heeg

Landkreis Rotenburg. 29 neue Mitbürgerinnen und Mitbürger aus elf Ländern erhielten jetzt im Rotenburger Kreishaus ihre Einbürgerungsurkunden von Landrat Hermann Luttmann und Hans-Heinrich Ehlen, dem Vorsitzenden des Kreistags. Aus der ganzen Welt kamen die 29 Männer und Frauen, die in Anwesenheit von Vertretern des Kreistags, des Integrationsbeauftragten und von Freunden und Verwandten ihre Urkunde überreicht bekamen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Heike Dieckheuer und drei Gitarrenschülern aus der Kreismusikschule. Auf dem Programm stand unter anderem die deutsche Nationalhymne, bei der alle mitsangen.

Stark vertreten war diesmal das Herkunftsland Großbritannien mit 16 Personen, teilt die Kreisverwaltung mit. Weitere Neubürgerinnen und Neubürger kamen aus der Türkei (3) und Rumänien (2), jeweils eine Person wurde aus den Ländern Serbien, Indonesien, Singapur, Bulgarien, Polen, Schweiz, Griechenland und dem Iran eingebürgert.

Landrat Luttmann beglückwünschte alle Anwesenden zu ihrer Entscheidung und dazu, erfolgreich das Einbürgerungsverfahren abgeschlossen zu haben. Der Landrat hob dabei die diesmal besonders hohe Zahl der Neubürgerinnen und Neubürger aus Großbritannien hervor, was dem Brexit geschuldet sei. Er betonte, dass die freundschaftlichen Beziehungen mit Großbritannien aufrechterhalten werden. So pflegt der Landkreis beispielsweise seit 1968 enge Kontakte zur Stadt Falmouth, und im nächsten Jahr werde wieder eine Delegation die Freunde dort besuchen.

Im Anschluss sprach der Vorsitzende des Kreistags, Hans-Heinrich Ehlen. Er beglückwünschte die „Einbürgerungsgemeinschaft“ zur Erlangung der deutschen Staatsangehörigkeit. Es gebe viele Gründe, die neue Staatsbürgerschaft zu beantragen: Verfolgung, Druck, die Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, wirtschaftlicher Stabilität und Absicherung. Für über die Hälfte der Anwesenden habe sicherlich der Brexit die entscheidende Rolle gespielt. Alle hätten den Einbürgerungstest bestanden, der nicht leicht sei, aber wichtige Aspekte aus den Bereichen Geschichte, Kultur, Politik und dem Zusammenleben in Deutschland abfrage und für den man die deutsche Sprache beherrschen müsse.

Hierbei werde klar, dass in Deutschland alle Menschen gleich seien, mit gleichen Rechten und Pflichten. Alle Bürgerinnen und Bürger müssten Steuern bezahlen, könnten bei Bedarf aber auch die sozialen Leistungen in Anspruch nehmen. „Unsere Gesellschaft funktioniert, weil viele Leute sich einbringen“, sagte Ehlen, „ohne Ehrenamt würde in den Gemeinden, Vereinen und Kirchen vieles nicht funktionieren.“ Ehlen appellierte an die „Einbürgerungsgemeinschaft“, ein Teil der Gesellschaft zu werden, etwas zurückzugeben, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen. Auch in der Politik werden immer engagierte Leute gesucht, die gestalten wollten.

Nach dem Grußwort erhielten die Männer und Frauen von Landrat Luttmann und Hans-Heinrich Ehlen ihre Einbürgerungsurkunden und das Grundgesetz. Jede Neubürgerin und jeder Neubürger gab hierbei sein Bekenntnis ab, das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu achten und alles zu unterlassen, was ihr schaden könnte.

Info

Zur Sache

Immer mehr Briten wollen deutschen Pass

Weil viele Briten vor dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union noch schnell Deutsche werden wollen, ist der Ansturm auf die Einbürgerungstests im Land groß. Rund 100000 Briten leben in Deutschland. Von 2016 bis 2018 hat es insgesamt 17000 Einbürgerungen britischer Staatsangehöriger gegeben. In den 15 Jahren davor waren es zusammen nur 4800. Das Interesse britischer Bürger an einer Einbürgerung ist auch in Niedersachsen weiter hoch. Die Zahlen stiegen 2018 noch einmal deutlich an. Und von Januar bis August 2019 wurden 580 Britinnen und Briten in Niedersachsen eingebürgert.

Bei dem Einbürgerungstest müssen die Antragsteller in 60 Minuten 33 Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten beantworten. Darunter sind einfache wie „Zu welchem Fest tragen Menschen in Deutschland bunte Kostüme und Masken?“ oder Aussagen wie „Die Wahlen in Deutschland sind...“. Für die Antworten reicht ein Kreuz in einem von vier Kästchen. So sollte man wissen, ob die Wahlen in Deutschland „speziell, geheim, berufsbezogen“ oder „geschlechtsabhängig“ sind. Mit mindestens 17 richtigen Antworten ist der Einbürgerungstest bestanden. Damit können die Antragsteller die für die Einbürgerung erforderlichen „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland“ nachweisen. In Niedersachsen werden die Prüfungen in Volkshochschulen (VHS) abgelegt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+