Sudweyher Supermarkt geschlossen / Edeka visiert Neueröffnung mit 'strafferem Sortiment' am 2. Dezember an Niedrig-Preis löst 'nah und gut' ab

Weyhe-Sudweyhe. Die Schotten dichtgemacht hat der einzige Supermarkt in Sudweyhe. Nach insgesamt 20 Jahren Händlertätigkeit im Ort hat Waltraut Cordes ihr 'nah-und-gut'-Geschäft auf der Ecke zwischen Sudweyher Straße und Im Mühlengrunde zugesperrt. Zumindest für sie ist an diesem Standort das Kapitel Lebensmittelladen erst einmal beendet. Edeka will mit einem Niedrig-Preis-Markt (NP) dort einziehen. Als Eröffnungstermin wird laut Sprecher Andreas Laubig der Edeka-Region Minden-Hannover der 2. Dezember angestrebt.
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Von Gaby Wolf

Weyhe-Sudweyhe. Die Schotten dichtgemacht hat der einzige Supermarkt in Sudweyhe. Nach insgesamt 20 Jahren Händlertätigkeit im Ort hat Waltraut Cordes ihr 'nah-und-gut'-Geschäft auf der Ecke zwischen Sudweyher Straße und Im Mühlengrunde zugesperrt. Zumindest für sie ist an diesem Standort das Kapitel Lebensmittelladen erst einmal beendet. Edeka will mit einem Niedrig-Preis-Markt (NP) dort einziehen. Als Eröffnungstermin wird laut Sprecher Andreas Laubig der Edeka-Region Minden-Hannover der 2. Dezember angestrebt.

Der 350 Quadratmeter große Markt in Sudweyhe habe sich in der über einen Einzelhändler geführten nah-und-gut-Variante 'wirtschaftlich nicht mehr darstellen' können, begründet Laubig den Wechsel. Waltraut Cordes möchte dazu nichts sagen. Fünf Jahre leitete sie den alten Sparmarkt der Schierenbecks, danach 15 Jahre den an der Sudweyher Straße neu gebauten Sparmarkt, der vor zwei Jahren durch Edeka übernommen und in 'nah-und-gut' umgewandelt wurde. 'Im Moment ist meine Zukunft ungewiss', sagt Waltraut Cordes nüchtern.

Susanne van den Berg, die seit Ende April direkt nebenan den Geschenkeladen Style & Home betreibt, bedauert das Ende der Ära Cordes. Als ansässige Sudweyherin, aber auch als Geschäftsfrau, hat ihr der Markt gewissermaßen Starthilfe gegeben. 'Viele haben vor oder nach dem Einkaufen noch einen Schwenk zu mir gemacht, das war astrein', erzählt sie. Zum Glück habe sie dadurch schon einige Stammkunden gewinnen können, aber sie merke schon, dass die Laufkundschaft fehle.

Bringdienst zum Überbrücken

Auch ihre Kunden fänden es schade, dass der einzige Sudweyher Supermarkt zumindest vorerst geschlossen ist. Zwar gebe es den Edeka-Markt an der Kirchweyher Straße, aber für ältere Sudweyher sei der Weg zu Fuß oder auch dem schwer beladenen Fahrrad schon wieder zu weit. 'Manche haben eben kein Auto.' Eine Kundin zum Beispiel habe erzählt, dass sie den Sack Kartoffeln dann doch nicht mehr mit aufs Fahrrad wuchten mochte.

Um die Zeit bis Anfang Dezember überbrücken zu helfen, hat sich Susanne van den Berg spontan dazu entschlossen, einen Bringdienst zu organisieren. 'Drei Schüler haben sich schon gemeldet, die nach Bedarf Besorgungen machen würden', berichtet die Geschäftsfrau. Wer die Bring- und Einkaufshilfe in Anspruch nehmen möchte, kann sich bei Susanne van den Berg im Laden unter der Telefonnummer 04203/7423292 melden. Sie stellt dann den Kontakt her.

Ab Anfang Dezember soll in dem Supermarkt-Gebäude mit NP eine Marktvariante zum Einsatz kommen, die Edeka-Sprecher Andreas Laubig als 'rationalisierten Supermarkt' beschreibt. Gearbeitet werde mit einem strafferen Sortiment als der Vollsortimenter - auf frisches Obst und Gemüse, Mehrweggetränke oder Bioprodukte müsse man aber dennoch nicht verzichten.

'Das gestraffte Sortiment erlaubt eine stärkere Fokussierung auf eine Preisgestaltung analog dem Discount', sagt Laubig. Mit den Beschäftigten des Vorgänger-Marktes liefen Gespräche mit der Zielsetzung, sie in den neuen NP-Markt zu übernehmen. Auf jeden Fall komme ein leistungsstarker Nahversorger nach Sudweyhe, versicherte Laubig.

Waltraut Cordes hofft trotzdem, dass man sie nach 20 Jahren im Ort ein wenig vermissen wird. Aber auch wenn sie noch nicht wisse, wie sie sich beruflich nun orientieren wird, gebe es keinen Grund, den Mut fahren zu lassen: 'Die eine Tür geht zu - die andere auf.'

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