Samtgemeinde Tarmstedt

Politiker wollen Techniker für die Freibäder

Geht es nach dem Sport- und Freizeitausschuss, stellt die Samtgemeinde Tarmstedt einen Techniker ein, der sich um die Freibäder in Hepstedt, Kirchtimke und Wilstedt kümmert.
23.09.2021, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Nach der Freibadsanierung in Kirchtimke ist vor der Freibadsanierung in Hepstedt. Das wurde in der jüngsten Zusammenkunft des Sport- und Freizeitausschusses deutlich, der sich jetzt alle drei Bäder der Samtgemeinde angeschaut hat. So verliert das Ummelbad in Hepstedt täglich rund 20 Kubikmeter Wasser, wenn die Umwälzpumpen in Betrieb sind, und das seit Jahren. Die für dieses Jahr geplante Überprüfung der Rohrleitungen hat nicht stattgefunden, erfuhr der Ausschussvorsitzende Rolf Bader auf Anfrage von der Verwaltung. Auch das Gutachten zum Zustand der Beckenköpfe liegt noch nicht vor. Bader sprach von "50 Jahre alter Technik" und von einem "erheblichen Sanierungsstau". Er schätze den Aufwand zur Zukunftssicherung des Ummelbads auf "mindestens 400.000 Euro".

Dagegen wirken die Wünsche des Ummelbad-Fördervereins sehr bescheiden. Von einem Aufsitzrasenmäher für 6000 Euro war die Rede, von einem Akku-Rasenmäher für 800 Euro und von einem Rasenkantenschneider für 200 Euro. Und einen Unterstand würden sie in Hepstedt gerne bauen, ähnlich dem, den die Landjugend vor Jahren am Gemeinschaftshaus errichtet hat. Darin sollen Strandkorb, Liegen, Tische und Bänke sicher überwintern können, zudem könnte die Holzkonstruktion in der Saison als Verkaufsstand beim Flutlichtbaden genutzt werden, erklärte Friederike Blanken vom Förderverein. Und eine alte Kiefer solle ersetzt werden, sie spende längst "mehr Zapfen als Schatten". Das Babybecken soll mit einer dauerhaften Folie ausgekleidet werden, das kostet rund 5000 Euro. In ähnlicher Weise sollen auch die Planschbecken in Wilstedt und Kirchtimke saniert werden.

Und eine defekte Wasserpumpe bekam der Ausschuss im Ummelbad zu sehen, die sicherlich einen Anteil daran hatte, dass die Politiker sich später im Tarmstedter Rathaus für ein neues Personalkonzept aussprachen. Die Pumpe sei heißgelaufen und habe schließlich ihren Geist aufgegeben, hieß es. Sie müsse ersetzt werden, Kostenpunkt: um die 2500 Euro. Frank Hahs, Hausmeister im Kirchtimker Freibad, brachte eine andere Lösung ins Spiel: reparieren. Das sei viel wirtschaftlicher. Er habe unlängst zwei ähnliche Pumpen instandgesetzt, nachdem er Ersatzteile für 200 Euro bestellt und eingebaut habe. Ähnliches hatte er vor einem Jahr berichtet, damals ging es um die Wartung von Beckensaugern.

Während seine Anregung damals mehr oder weniger verpuffte, hat der Sport- und Freizeitausschuss diesmal einen Empfehlungsbeschluss gefasst, wonach die Samtgemeinde eine Stelle für einen Techniker ausschreiben soll, der die technischen Anlagen aller drei Freibäder betreuen, warten und wenn nötig instandsetzen soll. "Das wäre für den Großteil unserer Probleme eine dauerhafte Lösung", so der Vorsitzende Rolf Bader. Das letzte Wort darüber haben allerdings der Samtgemeindeausschuss sowie der Samtgemeinderat. Das gilt auch für die beiden Stellen für Bäderfachangestellte, die 2022 für die Leitung der Bäder in Wilstedt und Hepstedt gebraucht werden.

Ein Techniker oder eine Technikerin, davon ist Bader überzeugt, würde dafür sorgen, dass erforderliche Maßnahmen in den Freibädern schneller erledigt würden. So sei bis heute der für die Aufbereitung des Badewassers wichtige Marmorkiesturm in Wilstedt nicht ersetzt worden, obwohl dies schon im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Die Folge sei, dass stattdessen Chemikalien eingesetzt werden müssten, die sehr teuer seien. Ebenfalls nicht erledigt worden sei die Erneuerung des Fensters im Einschwimmkanal, die Problembeseitigung am Überlauf des Schwallwasserbeckens, die Erneuerung der Filterkohle sowie die Anschaffung einer kleinen Rampe am Umkleidegebäude des Heidebads. "Das geht bisher alles sehr schleppend voran", so Bader.

Joachim Müller regte an, dass die Samtgemeinde den Fördervereinen der drei Bäder ein festes Budget zur Verfügung stellt, damit sie zum Beispiel Gerätschaften anschaffen können. Das fanden alle im Ausschuss gut, jedoch bestand Unsicherheit darüber, wie weit die Autonomie gehen darf. Das soll jetzt der Samtgemeindeausschuss entscheiden.

Zur Sache

Besucher- und andere Zahlen

17.460 Besucher wurden in dieser Saison im Ummelbad in Hepstedt gezählt, 13.530 waren es im Heidebad in Wilstedt. Nicht vergleichbar sind die 1088 Besucher des Timkebads, das nach der Sanierung erst Ende Juli eröffnet wurde und dann einen recht kühlen August erlebte. Nach Abzug aller Einnahmen bleibt an der Samtgemeinde Tarmstedt ein Fehlbetrag von fast 261.000 Euro hängen - das ergibt ein Defizit von mehr als acht Euro pro Besucher. Hinzu kommen allerdings noch die Lohnkosten für die Wilstedter Badaufsicht. Die Interims-Badleitung hat ein Personaldienstleister gestellt, der noch keine Rechnung geschrieben hat, wie es im Ausschuss hieß. Mit diversen Zulagen soll sich die Vergütung auf 800 bis 900 Euro am Tag summieren.

Auf der anderen Seite haben in diesem Sommer in Wilstedt 350 Kinder schwimmen gelernt, 300 waren es in Hepstedt.

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