Ausbau der Bundesstraße 6 Projekt '2+1' nimmt Fahrt auf

Stuhr·Weyhe. Frank Sielemann klebt einen Streifen auf die Fahrbahn der Leester Auffahrt zur B 6. 'Hier müssen die Autos jetzt anhalten', erklärt der Polier. Grund: Gestern hat der Ausbau der Bundesstraße 6 begonnen. Sie bekommt jetzt die 2+1-Verkehrsführung.
31.03.2010, 04:21
Lesedauer: 2 Min
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Projekt '2+1' nimmt Fahrt auf
Von Markus Tönnishoff

Stuhr·Weyhe. Frank Sielemann klebt einen gelben Streifen auf die Fahrbahn der Leester Auffahrt zur B 6. 'Hier müssen die Autos jetzt anhalten', erklärt der Polier einer Verdener Straßenbaufirma und schaut zu, wie ein Lkw ungerührt über die Markierung rollt. Grund für Sielemanns Aktivitäten: Gestern hat der Ausbau der Bundesstraße 6 begonnen. Sie bekommt jetzt die sogenannte 2+1-Verkehrsführung.

'Natürlich müssen die Autofahrer während der Bauarbeiten gelegentlich mit Behinderungen rechnen. Aber es ist geplant, das auch weiterhin eine Spur je Richtung vorhanden ist', sagt Sielemann. Autofahrer, die aus Richtung Leeste nach Bremen und zur Autobahn 1 wollen, müssen an der Leester Auffahrt zur Ortsumgehung jetzt erstmal stoppen und auf eine Lücke im Verkehr warten. Deshalb hat Sielemann auch den eingangs erwähnten gelben Streifen auf die Fahrbahn geklebt. 'Eine Gelbmarkierung ersetzt die Weißmarkierung', so der Polier, der mit seinen acht Mitarbeitern zudem gleich auch noch die Seitenstreifen mit Baken abgesperrt hatte.

Seitenwechsel: Auch in Richtung Bassum zieren seit gestern die weiß-roten Baken das Straßenbild, und zwar zwischen der Abfahrt Brinkum und der Abfahrt, die nach Syke führt. Dort wird auf auf einem Teil des Seitenstreifens mit Quadersteinen eine Gosse angelegt. 'Damit der Regen abfließen kann', erläutert Sielemann. Ist das Vorhaben abgeschlossen, soll an gleicher Stelle noch eine sogenannte Betongleitwand entstehen. 'Wenn ein Wagen von der Straße abkommt, dann knallt er nicht in die Böschung, sondern gleitet an der Wand entlang. Das ist sicherer.'

Und weil Sielemann und seine Mannen schon mal dabei sind, wollen sie auf der Ortsumgehung zwischen Leeste und der Anschlussstelle Brinkum auch gleich noch eine neue Asphaltdecke auftragen. 'Die alte ist rissig, hat Spurrillen und ist bereits oft geflickt worden', erklärt der Polier. Wenn er mit seinen Mitarbeitern wieder abrückt, soll die Straße insgesamt rund zwei Meter breiter sein - obgleich sie nicht verbreitert wird. Dieses scheinbare Paradoxon wird aufgelöst, weil zukünftig die bereits vorhandenen Standstreifen als Fahrbahnen genutzt werden sollen.

30.000 Autos am Tag

Wie berichtet, soll die Ortsumgehung in Richtung Bremen künftig über zwei Spuren verfügen. Allerdings nicht in ganzer Länge, sondern beginnend ab der Auffahrt Leeste. Die Leester Auffahrt zur Ortsumgehung soll dann nahtlos in die zweite Spur übergehen, sodass eine Einfädelung in den Verkehr, wie sie bisher nötig war, entfällt.

Von Bremen kommend, müssen die Autofahrer auch in Zukunft mit einer Spur Vorlieb nehmen - aber nur bis zur Höhe der Ausfahrt nach Brinkum. Ab da fächert sich die Straße künftig in zwei Fahrbahnen auf, die beide zur Kreuzung B6/B51 führen. 'Jede Fahrspur wird wohl so um die 3,50 Meter breit sein', schätzt Sielemann. Er rechnet mit einer dreimonatigen Bauzeit. Zurzeit fahren rund 30000 Autos pro Tag über die Straße. 'Insgesamt hat der Ausbau eine Länge von 2,9 Kilometern', hat Uwe Schindler, Leiter des Geschäftsbereiches Nienburg der Niedersächsischen Landesbehörde Straßenbau und Verkehr, ausgerechnet.

In den Rathäusern von Stuhr und Weyhe dürfte der Beginn der Bauarbeiten auf Wohlgefallen gestoßen sein, hatten doch die Bürgermeister Cord Bockhop (Stuhr) und Frank Lemmermann (Weyhe) bereits im November 2007 das Vorhaben für den Herbst 2009 angekündigt. Dann kam jedoch die Sanierung der Leester Straße dazwischen, die zunächst auf Vordermann gebracht werden musste.

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