Das Bassumer Kulturforum präsentiert Atlantic-Bridge-Festival mit Thomas Loeffke

Reise über den Nord-Atlantik

Bassum. Fast bis auf den letzten Platz war die Kultur-Bühne in der Grundschule an der Mittelstraße in Bassum am vergangenen Mittwoch gefüllt. Grund für den Besucherandrang war das Atlantic-Bridge-Festival, das es nur einmal in Norddeutschland zu genießen gab.
25.11.2016, 00:00
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Von Peter Cordes
Reise über den Nord-Atlantik

Joe Scott (von links), Hannah Alkire, Angelika Nielsen und Thomas Loefke verzaubern ihre Zuhörer in der Kultur-Bühne mit keltischer und nordischer Musik.

UDO MEISSNER

Bassum. Fast bis auf den letzten Platz war die Kultur-Bühne in der Grundschule an der Mittelstraße in Bassum am vergangenen Mittwoch gefüllt. Grund für den Besucherandrang war das Atlantic-Bridge-Festival, das es nur einmal in Norddeutschland zu genießen gab. Gudrun Lösche vom Bassumer Kulturforum begrüßte die vielen, nicht nur aus Bassum kommenden Besucher zur musikalischen Entdeckungsreise von Irland über den Atlantischen Ozean bis hin nach Nordamerika, „stepp by stepp“ von Insel zu Insel.

Mit Hannah Alkire (Cello und Gesang) und Joe Scott (Double Neck Guitjo, Gitarre und Gesang) von Acoustic Eidolon, mit Irlands wohl bekanntester Geigerin Máire Breatnach, der färöischen Geigerin Angelika Nielsen und dem Berliner Harfenisten Thomas Loefke standen fünf Musiker aus den USA, Irland, den Färöer Inseln und aus Deutschland zusammen in Bassum auf der Bühne. Die internationalen Künstler kennen sich schon lange, aber inspiriert von dem Mönch Bredan und dem britischen Abenteurer Timothy Severin traten sie zum ersten Mal bei der Atlantic-Bridge-Session auch als Quintett auf.

Im sechsten Jahrhundert verließ der irische Mönch Brendan die Halbinsel Dingle im Südwesten Irlands und überquerte den Nordatlantik über die „Stepping Stone“-Route, über die schottischen Hebriden, die Färöer und Island zum Nordamerikanischen Festland. 200 Jahre später drangen Wikinger auf dieser Route bis nach Minnesota vor. 1976 segelte Tim Severin mit dem färöischen Künstler Trondur Petursson mit einem Lederboot die Route nach. Timothy „Tim“ Severin, der 1940 in der indischen Stadt Assam zur Welt kam, ist ein britischer Abenteurer, Historiker und Schriftsteller. Er ist besonders für seine Reisen auf den Spuren historischer Persönlichkeiten bekannt, einer der letzten Entdecker im traditionellen Sinne, der historische Reiserouten erforscht. Anlehnend an die historische Reiseroute entstand die North-Atlantic-Bridge-Tour, eine musikalische Entdeckerreise über den Nord-Atlantik, von Irland über die Färöer Inseln nach Nordamerika.

Genau 40 Jahre nach Tim Severins Reise konnte in Bassum, angelehnt an die historische Reiseroute der North-Atlantic-Bridge-Tour, auch ein akustisches Fest, mit keltischer und nordischer Musik und vielen europäischen und amerikanischen Einflüssen – von Klassik über Bluegrass zu Jazz und Rock – gemeinsam auf der Kulturbühne gefeiert werden. Angelika Nielsen und Thomas Loefke eröffneten die musikalische Reise mit der Geige und der Harfe und mit Liedern von den Färöer Inseln und Schottland. Mit dem „Gischt-Lied“ besänftigte Angelika Nielsen die Wellen vom schweren Seegang bis hin zum anschließenden Sonnenschein. Die große Leinwand zeigte entsprechende Fotos von den Inseln, um die Naturereignisse nicht nur musikalisch, sondern auch bildlich zu vermitteln.

Hannah Alkire und Joe Scott haben einen unverwechselbar eigenen Sound im Bereich „New Acoustic Music“ geschaffen. Joe Scott spielt das „double-neck guitjo“, eine von ihm entworfene Gitarre mit zwei Hälsen und 14 Saiten. Nicht nur der tosende Beifall, sondern auch die immer wieder zu hörenden „Bravo-Rufe“ beflügelten die Musiker zusehends.

Voller Bewunderung und anerkennend still war der Saal in den nächsten Augenblicken, als die Sologesänge von Hannah Alkire und Máire Breatnach das Publikum erreichten. „Ich komme gerade vom meditativen Kreistanz aus dem Bassumer Gemeindehaus und schließe hier den heutigen Abend voller Entspannung ab“, gesteht Anja Beckmann aus Syke. „Der Abend kann doch keinen schöneren Ausklang finden“, ergänzte Beckmann.

„Ich habe zwei Eintrittskarten als Überraschung für meine Frau gekauft“, erklärt Otto-Karl Hoffmann aus Bassum. „Jetzt genießen wir beide diese wundervollen Klänge der fünf Musiker“, schwärmt Hoffmann. Ein wahrer Leckerbissen, ausgewählt von Gudrun Lösche, Claus Ulbrich und Berthold Kollschen, den Mitarbeitern des Bassumer Kulturforums. Die Drei haben es sich zur Aufgabe gemacht, attraktive Künstler der verschiedensten Richtungen nach Bassum zu holen, um das kulturelle Angebot der Lindenstadt bunt und abwechslungsreich, aber mit Anspruch zu gestalten. Dabei geht es dem Trio nicht um Masse, es geht ihnen um Klasse.

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