Samtgemeindebürgermeisterwahl in Tarmstedt

Schwiering und Moje gehen ins Stechen

Markus Schwiering (38,8 Prozent) und Oliver Moje (33,9 Prozent) sind bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl in Tarmstedt eine Runde weiter. Die beiden Parteilosen gehen am 26. September in die Stichwahl.
12.09.2021, 23:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg
Schwiering und Moje gehen ins Stechen

Diese vier Männer sind angetreten, um Samtgemeindebürgermeister in Tarmstedt zu werden. In die Stichwahl gehen nun (von links) Oliver Moje und Markus Schwiering, während Jochen Albinger und Bernd Sievert aus dem Rennen sind.

Johannes Heeg

Landkreis Rotenburg. Bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl in Tarmstedt gehen zwei Parteilose in die Stichwahl: Weder der für die CDU angetretene Markus Schwiering (38,8 Prozent) noch der Einzelbewerber Oliver Moje (33,9 Prozent) erreichten auf Anhieb die absolute Mehrheit. Aus dem Rennen sind der SPD-Kandidat Bernd Sievert (23,4 Prozent) und der Einzelbewerber Jochen Albinger (3,9 Prozent). Der noch amtierende Samtgemeindebürgermeister Frank Holle steckte derweil in der Stadt Rotenburg eine Niederlage ein. Mit 34,7 Prozent unterlag der CDU-Bewerber dem parteilosen Einzelkandidaten Torsten Oestmann (65,3 Prozent), der von SPD und Grünen unterstützt wurde.

Schwiering zeigte sich "total zufrieden" mit seinem Tarmstedter Ergebnis. Schließlich seien vier Kandidaten angetreten, auf die die Wähler ihre Stimmen verteilt hätten, so der Hepstedter. Er gehe nun "sehr optimistisch und entspannt in die Stichwahl", die am Sonntag, 26. September, zusammen mit der Bundestagswahl stattfindet. "Ich werde mit der SPD und mit Jochen Albinger sprechen, um sie als Unterstützer zu gewinnen", kündigte Schwiering an. Auch mit Oliver Moje werde er reden, denn möglicherweise komme noch eine Podiumsdiskussion zustande, diesmal eben in einer Zweierkonstellation. Auf die Frage, ob er denn sein Mandat im Samtgemeinderat annehmen werde, falls er in der Stichwahl unterliegen sollte, aber in den Rat gewählt wird, sagte Schwiering: "Ich gehe davon aus, dass ich in zwei Wochen zum Samtgemeindebürgermeister gewählt werde." Schwiering steht auf Platz eins der CDU-Samtgemeindeliste.

Zuversicht vor der Stichwahl

Von einem Erfolg in der Stichwahl geht auch Oliver Moje aus. Zu seinem Ergebnis sagt er: "Ich war zuversichtlich, dass es so ausgeht." Er hoffe nun, dass er bei der Stichwahl auch die Stimmen jener Wählerinnen und Wähler bekomme, die jetzt SPD und Albinger gewählt haben. Auch er wolle nun mit seinen drei Mitbewerbern sprechen, auch, um sich "für das freundliche Klima im Wahlkampf zu bedanken". Die Stimmung in der Samtgemeinde schätzt er so ein: "Die meisten Menschen wünschen sich kein weiter so, sondern einen überparteilichen Bürgermeister, der frischen Wind ins Rathaus bringt." Daher sehe er für sich "gute Chancen bei der Stichwahl".

Bernd Sievert haderte am Abend noch mit seinem für ihn unbefriedigenden Wahlergebnis: "Ich weiß nicht, warum es nicht geklappt hat", sagte der Tarmstedter Sozialdemokrat. Er habe fest damit gerechnet, dass er in die Stichwahl kommt. Stutzig mache ihn vor allem, dass er in Tarmstedt nicht besser abgeschnitten habe. Als Vorsitzender des TuS Tarmstedt engagiere er sich doch seit Jahren fürs Dorf, sagte er. An seinem Wahlkampf könne es nicht gelegen haben, denn seit Ende Juni sei er durch sämtliche Ortschaften getourt, dabei seien ihm "95 Prozent der Haustüren geöffnet" worden. 2400 Pralinen, sämtlich von seiner Frau selbst produziert, habe er dabei verteilt. "Etliche Kilometer" habe er dabei mit seinem Lastenrad zurückgelegt. Nun müsse er sich eingestehen: "Der viele Aufwand hat sich nicht rentiert." Welchen der beiden verbliebenen Kandidaten die SPD nun unterstützen werde, wisse er noch nicht. "Das kann ich erst am Montag oder Dienstag sagen."

Neuer Landrat ist gefunden

Marco Prietz aus Bremervörde wird neuer Landrat im Kreis Rotenburg. Der 33-jährige CDU-Mann aus Bremervörde bekam 60,36 Prozent der Wählerstimmen und setzte sich damit gegen seine Mitbewerber Gabriele Hornhardt aus Kirchwalsede (parteilos, 24,8 Prozent) und Stefan Klingbeil aus Rotenburg (Die Linke, 14,84 Prozent) durch. Erst um 22.19 Uhr standen alle 221 Ergebnisse fest. Prietz wird Nachfolger von Hermann Luttmann (CDU), der nicht mehr angetreten war. Mit dem Wahlabend endete für Prietz ein Wahlkampfmarathon mit 250 Terminen, darunter Wanderungen, Radtouren, Grillabende und Betriebsbesichtigungen. "Meine Hoffnung war, dass ich ein ähnliches Ergebnis erziele wie Hermann Luttmann bei seiner letzten Wahl, als er 62 Prozent erreichte", so Prietz während der Auszählung. Auch Mitbewerber Klingbeil freute sich über sein Ergebnis: "Alles über fünf Prozent ist völlig in Ordnung."

Details zur Wahl in Niedersachsen finden Sie auf unserer Themenseite.

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