Nördlicher Henry-Wetjen-Platz wird neu gestaltet Schaufeln für den Schmuckplatz

Weyhe-Leeste. Hinter der Abzäunung auf dem nördlichen Teil des Henry-Wetjen-Platzes hat nun die große Buddelei begonnen. Die Gemeinde Weyhe will hier einen Schmuckplatz entstehen lassen.
24.03.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gaby Wolf

Weyhe-Leeste. Der Frühling ist da - jetzt geht's los: Nachdem Ende vergangener Woche schon der Vermessungsingenieur da war, hat hinter der Abzäunung auf dem nördlichen Teil des Henry-Wetjen-Platzes (der neue Bereich gegenüber der Kirche) nun die große Buddelei begonnen. Dort, wo bis zum Abriss 2007 noch der frühere Eitmann'sche Laden und ein altes Bauernhaus standen, will die Gemeinde Weyhe einen Schmuckplatz entstehen lassen. Dafür stießen die Bauarbeiter Ernst Taubhorn und Patrick Busemann am Dienstag kräftig ihre Schaufeln in die Erde.

Der Platz soll als kleine Grünfläche mit Bänken und Sitzmauern für rund 45000 Euro neu gestaltet werden, kündigt Steffen Nadrowski, Leiter des Fachbereichs Bau, Planung und Umwelt im Weyher Rathaus, an. Die Gestaltung basiert auf Anregungen und Wünschen aus der Bürgerwerkstatt im Jahr 2008.

Wie berichtet, hatten sieben 'Bürger-Planer' die Gedanken kreisen und Ideen sprudeln lassen, wie man aus dem durch die Hauptstraße zweigeteilten Henry-Wetjen-Platz einen Hingucker im Eingangsbereich des Ortsteils machen kann, der auch zum längeren Verweilen einlädt. Klar, dass die Werkstatt-Teilnehmer damals ordentlich Sitzgelegenheiten in den Skizzen vermerkten, eingerahmt von Blumenbeeten. Davon haben sich nun auch die Planer der Gemeinde Weyhe leiten lassen, wie die mitgelieferte Zeichnung zeigt.

Demnach wird der nördliche Platz in zwei Bereiche gegliedert - in eine mit Klinkern und einer Sitzmauer eingefassten Fläche auf der Ostseite und in einen breiten wassergebundenen Weg mit Bänken im übrigen Teil (wassergebunden heißt mit unbefestigter Deckschicht aus Natursteinmaterial wie Kies, Splitt oder Sand). Als Abtrennung zwischen Straßenverkehr und Sitzenbereich wird parallel zum Gehweg entlang des Platzes ein etwa 2,50 Meter breites Pflanzbeet mit Saisonbepflanzung angelegt.

Bäume als 'grünes Tor'

Auch einige Bäume sind in dieser Grünpufferzone eingeplant. Sie sollen sich nach den Vorstellungen der Grünplaner aus dem Rathaus in Verbindung mit den Bäumen auf der anderen Seite des Henry-Wetjen-Platzes im Laufe der Jahre zu einer Art 'grünem Tor' entwickeln. An drei Stellen ist das 2,50-Meter-Beet unterbrochen, damit Besucher den Minipark auf der Ostseite ohne Umwege erreichen können. Als grüne Kulisse im Hintergrund soll dabei die schon jetzt recht große Rotbuche dienen - im Verbund mit der vorhandenen Strauch-Bepflanzung, die aus Blütengehölzen besteht.

Die gesamte Anlage soll ebenerdig - also ohne Stufen und Rampen - gebaut werden, damit auch Menschen im Rollstuhl oder Mütter mit Kinderwagen nicht von einem Ausflug in die Kleinoase ausgeschlossen werden. Nahe des Miniparks soll außerdem nach Fertigstellung des Platzes auch der Schlussstein einen würdigen Platz finden, der einst den Bogen über der Dielentür des alten Bauernhauses zierte, in dem zuletzt das Toto- und Schreibwarengeschäft von Hilde van Dyck untergebracht war. Als das Gebäude Ende August 2007 abgerissen wurde, hatte Gemeindearchivar Wilfried Meyer mit Hilfe des Baggerfahrers Peter Heineke den Stein retten können. Der schwere Block aus Sandstein war seit 1900 durch das daneben errichtete Kaufhaus Dunkhase (später Eitmanns Laden) eingemauert und seitdem nicht mehr sichtbar gewesen. Doch Meyer wusste aufgrund einer alten Fotografie aus seinem Archiv-Fundus, dass sich dort ein Schlussstein befinden musste. Und so konnte Baggerfahrer Heineke an der entsprechenden

Gebäudestelle die nötige Vorsicht beim Abriss walten lassen. Nachdem Meyer den Stein von diversen Farb- und Tapetenschichten befreit hatte, offenbarte sich auch dessen Inschrift: die Jahreszahl 1836 und Initialen der damaligen Hofbewohner LM (Lütje Meinke) und B. (Beke) gb. Ln (geborene Legenhausen).

Erfreut reagierte Wilfried Meyer daher, als er sah, dass der Schlussstein nun - wie er es sich gewünscht hat - Bestandteil der Planungen für den Henry-Wetjen-Platz ist. 'Immerhin liegt der nun schon seit gut zwei Jahren bei mir zu Hause auf der Schubkarre.' Die von der Gemeinde ausgeguckte Position für den Sandsteinblock hält er für die richtige. 'Da, wo früher auch das Hofgebäude gestanden hat.'

Meyer geht davon aus, dass auch eine entsprechende Informationstafel mit Hinweis auf die verschwundene Hofstelle an der Stelle vorgesehen ist. 'Besucher von außerhalb und neu Hinzugezogene wissen ja sonst gar nicht, was es mit diesem Stein auf sich hat.' Eine Geschichtstafel sei machbar, hieß es dazu gestern von Planer Thomas Krause aus dem Rathaus, auch relativ kostengünstig.

Finanziell nicht zu stemmen gewesen sei dagegen der in der Bürgerwerkstatt vorgeschlagene Wasserlauf zur Belebung des Platzes. Ebenfalls nicht mit berücksichtigt, aber immerhin für die Zukunft nicht ausgeschlossen ist der Vorschlag für ein Podest mit wechselnden Kunstwerken. Krause: 'Insgesamt dürfte es nicht zu groß sein, aber Platz wäre da.'

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