Schüsse in Rotenburg

Strafverfahren gegen drei von vier Angeklagten eingestellt

Ein Angeklagter ist noch übrig. Gegen drei weitere junge Männer hat das Landgericht Verden die Verfahren eingestellt. Sie sollen an einer Auseinandersetzung in Rotenburg beteiligt gewesen sein.
14.09.2021, 10:00
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Von Angelika Siepmann
Strafverfahren gegen drei von vier Angeklagten eingestellt

Derzeit verhandelt das Landgericht Verden in den Räumen der Stadthalle Verden. Das Archivfoto wurde in einem anderen Prozess gemacht.

FOCKE STRANGMANN

Verden/Rotenburg. Am achten Verhandlungstag im Prozess um eine gewalttätige Gruppenauseinandersetzung auf dem Gelände einer Rotenburger Autowaschanlage hat sich der große Saal des Landgerichts Verden auf einen Schlag deutlich geleert. Die Jugendkammer hat die Strafverfahren gegen drei der vier Angeklagten – vorläufig – eingestellt. Die 20-Jährigen und ihre Verteidiger konnten gehen. Wegen gefährlicher Körperverletzung hat sich nun nur noch ein Gleichaltriger aus Scheeßel zu verantworten.

Der Hauptangeklagte hat bereits eingeräumt, am 18. Januar dieses Jahres während des eskalierten Konflikts mehrere Revolverschüsse auf die Beine eines mutmaßlichen Kontrahenten abgegeben zu haben. Der 21-Jährige, der drohend mit einer Axt hantiert haben soll, hatte erhebliche Verletzungen erlitten und musste operiert werden. Wie es dazu gekommen ist und was dem ganzen Geschehen im Bereich des „Cleanparks“ vorausgegangen ist, versucht das Gericht mit Hilfe von Zeugen weiter aufzuklären. Die bislang Befragten aus der gegnerischen Gruppe des angeblich in einen Hinterhalt gelockten Quartetts haben recht unterschiedliche Darstellungen der Vorgeschichte geliefert; vom „Bestellen“ zum Tatort und dem Einsatz „gefährlicher Werkzeuge“ war nicht oder nur ansatzweise die Rede.

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Mit der Verfahrenseinstellung im Fall der drei anderen 20-Jährigen aus Lindla (Nordrhein-Westfalen), Lauenbrück und Scheeßel gab die große Jugendkammer den Anträgen statt, die die Verteidiger in der vergangenen Woche gestellt hatten. Dem Trio war bereits vor einiger Zeit avisiert worden, dass es bei geständigen Einlassungen wohl allenfalls mit Arresten zu rechnen habe. Ihre vergleichsweise geringen Tatbeiträge hatten sie dann auch eingeräumt. Die Vertreterinnen der Jugendgerichtshilfe und letztlich auch der Staatsanwalt hatten sich dafür ausgesprochen, den Anträgen zu folgen. Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem auch damit, dass mögliche Arreste durch Untersuchungshaft schon kompensiert wären. Die Heranwachsenden haben etwa einen Monat beziehungsweise zwei Wochen in U-Haft verbracht.   

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