Tier starb offenbar an Durchfall Schwarzes Schaf: Todesursache steht fest

Weyhe-Sudweyhe. Nun ist es - zumindest fast - offiziell: Das junge Schaf, dass zum Jahreswechsel am Weyher Holtwischdamm von einer Leserin gefunden wurde, ist offenbar an Durchfall verendet.
16.02.2010, 06:00
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Von Nils Hartung

Weyhe-Sudweyhe. Nun ist es - zumindest fast - offiziell: Das junge Schaf, dass zum Jahreswechsel am Weyher Holtwischdamm von einer Leserin gefunden wurde, ist offenbar an Durchfall verendet. Das ergibt zumindest das Sektionsergebnis des Veterinäramtes Nienburg. Beim Landkreis Diepholz wartetman allerdings noch mit weiteren Schritten. Denn das Sektionsergebnis liegt immer noch nicht in schriftlicher Form vor.

Genau 46 Tage ist es mittlerweile her, dass die Weyherin das etwa einjährige Tier auf einer Weide gefunden hat. Die Erkenntnisse über den Fall halten sich trotz der beachtlichen Zeitspanne in Grenzen. So viel steht mittlerweile fest: 'Das Schaf ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Durchfall gestorben. Das Vlies (Fell, d. Red.) war hochgradig mit Kot verklebt', erklärt Dörthe Schrader, Veterinärin des Landkreises Nienburg. Sie hat das Tier seziert und das Ergebnis vor einigen Wochen auch mündlich an ihre Kollegen nach Diepholz übermittelt.

Doch da hakt die Geschichte des toten Tieres. Denn die Diepholzer warten - bis heute - auf ein schriftliches Sektionsergebnis. Aber erst wenn das eintrifft, wird der Fall weiter aufgerollt. 'Das muss schon in Papierform vorliegen. Dann werden wir untersuchen, wer die Verantwortung hat', betont Heinz-Jürgen Greszik vom Landkreis Diepholz. Das heißt, erst dann werden eventuell auch Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Ganz und gar untätig im Fall Schaf sind die Landkreisler dann aber doch nicht geblieben. Ein Experte hat schon mal die anderen Tiere des betreffenden Schäfers unter die Lupe genommen. 'Die übrigen Tiere waren nicht auffällig. Ein Tierarzt hat sich das vor Ort angesehen', sagt Greszik. Bei Auffälligkeiten hätte die Kreisverwaltung im Zuge der Gefahrenabwehr tätig werden müssen. Zurzeit sieht es so aus, als wenn sich der Halter des toten Schafs nur wegen Verstoßes gegen Tierschutzbestimmungen verantworten muss. 'Das wäre dann unsere Geschichte', so Greszik. Dazu

kommen für den Halter die Kosten für die Sektion. Gerüchte um Tierquälerei haben sich durch die Sektion im übrigen nicht bestätigt. 'Das Schaf war zwar schlank, aber nicht abgemagert. Und das könnte auch vom Durchfall kommen', erklärt Dörthe Schrader. Eine Seuchengefahr bestand bei dem Tier nicht, daher 'ist der Fall für uns abgeschlossen', sagt sie.

Einer, der sich mit Schafen auskennt, ist Schäfer Horst Klucken aus Stuhr. Er sagt: 'Ich bin entsetzt über diese Vorkommnisse. Aber es kann bei Schafen schnell passieren, dass sie von heute auf morgen krank werden. Und wenn die einmal liegen, dann stehen die auch nicht mehr auf.'

Etwas verwundert ist Klucken darüber, dass das tote Schaf vom Holtwischdamm keinerlei Ohrmarke trug. 'Da müsste sich das Veterinäramt doch eigentlich für interessieren', findet er. Seine Schafe, so versichert Klucken, seien in einem sehr guten Zustand. 'Aber es kostet Kraft in diesem harten Winter. Die Tiere brauchen einfach deutlich mehr Futter als sonst', sagt er.

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