Stuhrer Flüchtlingsnetz eröffnet neue Anlaufstelle – Spielen, Lernen, Treffpunkt, Beratung und einiges mehr Sieben Tage voller Leben

Stuhr-Brinkum. Neues Jahr, neues Angebot. Pünktlich zum Jahr 2017 plant das Stuhrer Flüchtlingsnetz in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Stuhr eine Anlaufstelle für Ehrenamtliche und Flüchtlinge.
22.12.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Friebel

Stuhr-Brinkum. Neues Jahr, neues Angebot. Pünktlich zum Jahr 2017 plant das Stuhrer Flüchtlingsnetz in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Stuhr eine Anlaufstelle für Ehrenamtliche und Flüchtlinge. Als Standort soll das Gebäude an der Bremer Straße 5 dienen – mitten im Brinkumer Ortskern und somit gut zu erreichen.

„Das Thema beschäftigt uns seit eineinhalb Jahren“, sagt der Stuhrer Bürgermeister Niels Thomsen. Es gebe zwar Anlaufstellen im Stuhrer Rathaus und an der Stuhrer Landstraße. „Aber bis jetzt hat eine feste Anlaufstelle für Ehrenamtliche und solche, die ehrenamtliche Hilfe brauchen, gefehlt“, so Thomsen weiter. Zwischendurch habe dafür zwar die eine oder andere Räumlichkeit zur Verfügung gestanden, aber nie von Dauer. Das soll sich ab dem 2. Januar kommenden Jahres ändern.

„Ich bin am Ziel“, freut sich Ute Sydow vom Stuhrer Flüchtlingsnetz und ergänzt: „Wir sind in Stuhr sehr gut aufgestellt, was die Flüchtlingsarbeit angeht.“ Vor allem weil man schnell und nachhaltig auf Anliegen reagieren könne. „Mit der neuen Anlaufstelle wird es noch besser“, ist sich Sydow sicher.

Die Räume an der Bremer Straße sollen künftig nicht nur als Anlaufstelle für Hilfesuchende, sondern auch als Treffpunkt dienen. „Bevor man den Gang zur Behörde macht, kann man ersteinmal dorthin kommen“, so Sydow. Sieben Tage in der Woche wolle sie den Standort mit Leben füllen, betont sie. Auch die Lernwerkstatt, die vorher in den Räumen des Frauentreffpunktes Sie(h) da zu finden war, soll künftig mit an die Bremer Straße ziehen.

Um das neue Angebot zu optimieren, hat Ute Sydow im Vorfeld eine Umfrage unter den Flüchtlingen gemacht. „Die Kinder wollen lernen und spielen, wobei das Lernen meist zuerst genannt wurde. Die Männer wünschen sich einen Treffpunkt und die Frauen haben viel übers Kochen gesprochen und wünschen sich ebenfalls Gemeinschaftsräume“, zählt Sydow auf. Vor allem sonnabends und sonntags seien viele Flüchtlinge auf ihre Unterkünfte beschränkt. Das wolle man mit dem neuen Angebot künftig ändern.

„Viele Flüchtlinge haben sich bereits sehr gut integriert und können uns beim Aufbau der Anlaufstelle unterstützen“, betont Sydow und ergänzt: „Es sind so viele Handwerker dabei, die einiges selbst machen können.“ Andere würden beim Streichen und der Gestaltung helfen, ist sie sich sicher. Eine Küche wolle man einbauen, falls keine vorhanden sein sollte. Auch die Gemeinde werde mit anpacken, kündigt Niels Thomsen an. „Das Angebot bleibt zwar keine 20 Jahre“, räumt er ein. Schließlich stehe die Umgestaltung des Brinkumer Ortskerns an. „Aber bis es soweit ist, können die Räume vom Flüchtlingsnetz genutzt werden“, verspricht der Bürgermeister.

Die Lage der geplanten Anlaufstelle sagt Ute Sydow besonders zu. „Viele sind zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs“, meint sie. „Da ist Brinkum der ideale Ort für das Angebot.“ Aber auch Bürger, die sich engagieren möchten, ohne gleich eine Patenschaft zu übernehmen, können künftig in die Räume an der Bremer Straße kommen. Spenden können dort ebenfalls abgegeben werden.

Anlässlich der Ereignisse in Berlin planen die Stuhrer Flüchtlinge zudem, ein Zeichen zu setzen, verrät Ute Sydow. „Sie wollen so viel zurückgeben und sind so dankbar“, sagt sie. „Zwischen Weihnachten und Neujahr wollen wir zeigen, dass wir in Stuhr gut miteinander auskommen.“ Gleichzeitig soll auch mit dem Umbau der Räume begonnen werden. Insgesamt 156 Quadratmeter stehen dem Flüchtlingsnetz künftig zur Verfügung. Diese sind unterteilt in einen großen Raum, ein Büro und einen Lagerraum.

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