Projekt Stade-Landesbergen Tennet sieht Entlastungen durch Trassen-Ersatzneubau

Der niederländische Netzbetreiber Tennet hat beim Projekt Stade-Landesbergen nunmehr die Antragsunterlagen zum Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt 4 zwischen Sottrum und Verden eingereicht.
28.09.2022, 14:38
Lesedauer: 3 Min
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Tennet sieht Entlastungen durch Trassen-Ersatzneubau
Von Lars Köppler

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet plant zwischen Stade und Landesbergen den Ersatz einer bestehenden 220-kV-Stromleitung durch eine neue 380-kV-Höchstspannungsleitung. Das Ziel des Projekts ist laut Tennet die Erhöhung der Übertragungskapazität. In dem etwa 29 Kilometer langen Abschnitt 4 „Sottrum – Verden“ sind derweil zahlreiche Ortschaften in der Samtgemeinde Sottrum und im Landkreis Verden vom Neubau der Stromtrasse betroffen. Auf Infomärkten und in Fachgesprächen erläutern Mitarbeiter des niederländischen Unternehmens derzeit den Trassenverlauf und die individuelle Betroffenheit von Anliegern. Für den Abschnitt zwischen Sottrum und Verden hat das Unternehmen nunmehr die Antragsunterlagen zum Planfeststellungsverfahren eingereicht. Damit ist der letzte der sieben Abschnitte des Leitungsbauprojektes in diese Planungsphase eingetreten. „Der Start des Planfeststellungsverfahrens im Abschnitt 4 ist für das Projekt Stade – Landesbergen ein Meilenstein“, unterstreicht die Tennet-Bürgerreferentin Renate Gaus die Bedeutung des nun Erreichten. 

Weil es dem Unternehmen nach eigenem Bekunden äußerst wichtig sei, die Menschen in der betroffenen Region mit der Planung vertraut zu machen, tingeln die Fachmitarbeiter seit Monaten durch die betroffenen Regionen, um etwa an interaktiven Monitoren und in persönlichen Gesprächen für Offenheit und Transparenz zu sorgen. Dies gelingt jedoch nur in Teilen, wie zum Beispiel der Widerstand der Hassendorfer Bürgerbewegung "Hassendorf unter Strom" gegen die von Tennet favorisierte Freilandleitung verdeutlicht. Im nördlichen Bereich des Abschnitts 4 seien laut Tennet entsprechend einer Auflage aus dem Raumordnungsverfahren vom Juni 2018 neben der geplanten Freileitung auch vier weitere Varianten in Erdkabel-Bauweise untersucht worden. "Alle wurden beschrieben und in Bezug auf Umweltverträglichkeit, Raumverträglichkeit, technische und wirtschaftliche Belange sowie private und sonstige Belange bewertet. Im Ergebnis hat sich für uns die Freileitung als vorzugswürdig erwiesen", erklärt Renate Gaus hierzu.

Infomarkt in Hellwege

Um die Fragen aus allen Richtungen beantworten zu können und das formelle Verfahren durch Gespräche zu begleiten, hat am Mittwoch ein Infomarkt unter hoher Beteiligung in Verden stattgefunden. Für diesen Freitag, 30. September, ist zudem in der Zeit von 17 bis 20 Uhr im Gasthof Prüser in Hellwege noch ein weiterer Infomarkt geplant. Hier können sowohl allgemeine Informationen vermittelt als auch individuelle Gespräche geführt werden. Eine Anmeldung ist derweil über den Link pretix.eu/Tennet/IM4/ oder telefonisch unter 09 21 / 50 740-25 67 möglich.

Trotz der teilweise vorherrschenden Kritik aus der Bevölkerung wähnt sich der niederländische Netzbetreiber bei der Umsetzung des Leitungsprojekts auf dem richtigen Weg und spricht sogar von Entlastungen, die sich durch den Ersatzneubau in den Bereichen Sottrum, Hassendorf, Fährhof, Hellwege, Hintzendorf und Allerdorf, Etelsen, Intschede, Blender, Einste und Hiddestorf sowie Eitzendorf und Wechold ergeben sollen. "Innerhalb dieser Ortschaften in Abschnitt 4 sind bei der Bestandsleitung 700 Wohngebäude näher als 400 Meter an der Bestandsleitung – bei der neuen Leitung dagegen werden lediglich 15 Wohngebäude weniger als 400 Meter von der Leitung entfernt sein. Außerhalb von Ortschaften liegt statt bisher 48 Gebäuden nur noch eines näher als 200 Meter an der Neubauleitung", erklärt Renate Gaus.

Beteiligung bis 11. November

Das Planfeststellungsverfahren als nächster Schritt sei derweil das vorgeschriebene Verfahren für die Genehmigung von Stromleitungen. "Für den Planfeststellungsantrag werden Pläne sowie technische und umweltplanerische Ausarbeitungen zu jedem Mast und jeder technischen Anlage erarbeitet. Dabei werden etwa Maststandorte, genaue Masthöhen, notwendige Zufahrten sowie temporäre Arbeitsflächen beschrieben", informiert Gaus.

Nachdem Tennet bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Antrag auf Planfeststellung gestellt hat, werden Unterlagen zur Einsicht für die Öffentlichkeit in den folgenden Gemeinden oder Flecken ausgelegt: Langwedel, Ottersberg, Dörverden, Bothel, Fintel, Grafschaft Hoya, Sottrum, Steimbke, Thedinghausen, Verden, Visselhövede und Zeven. Parallel sind die Unterlagen im Internet unter planfeststellung.strassenbau.niedersachsen.de/overview abrufbar.

Alle Bürgerinnen und Bürger haben ebenso wie die Vertreter von Gemeinden und Kreisen sowie weitere Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, sich innerhalb einer Frist von zwei Monaten zu beteiligen und Einwände gegen die Planung vorzubringen. Die Planfeststellungsunterlagen werden noch bis zum 11. Oktober ausgelegt. Die Frist für Einwendungen läuft indes bis zum 11. November dieses Jahres.

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