In der Gemeinde nisten zwei Vogelpaare mit jeweils zwei Jungen

Storchenheimat Stuhr

Stuhr. Wer in den vergangenen Wochen und Tagen durch Blocken gefahren ist, hatte große Chancen, die ersten Flugversuche junger Störche zu erleben. „Ich könnte mich dort einfach eine Stunde hinsetzen und die Tiere beobachten“, freut sich Hilmer Schumacher, Storchenbeauftragter des Nabu Stuhr, über den Nachwuchs der Storchenpaare in der Gemeinde Stuhr.
04.08.2016, 00:00
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Storchenheimat Stuhr
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Wer in den vergangenen Wochen und Tagen durch Blocken gefahren ist, hatte große Chancen, die ersten Flugversuche junger Störche zu erleben. „Ich könnte mich dort einfach eine Stunde hinsetzen und die Tiere beobachten“, freut sich Hilmer Schumacher, Storchenbeauftragter des Nabu Stuhr, über den Nachwuchs der Storchenpaare in der Gemeinde Stuhr.

Zwei Paare haben sich in diesem Jahr in den Horsten in Blocken und an der Kladdinger Straße niedergelassen, berichten Hilmer Schumacher und Stuhrs Umweltbeauftragter Marc Plitzko weiter. Beide Paare hätten Nachwuchs, jeweils zwei Jungtiere seien geschlüpft, sagt Schumacher. Die neuen Nester in der Brinkumer Marsch und am Feuerwehrhaus der Brinkumer Feuerwehr an der Brunnenstraße (wir berichteten) seien jedoch noch unbesetzt. „Ein Junggeselle war noch unterwegs“, weiß Hilmer Schumacher. Dieser habe allerdings kein Nest bezogen.

Den Zuwachs der Storchenpopulation werten Marc Plitzko und Hilmer Schumacher als Erfolg für die Gemeinde Stuhr. „Störche sind eine Indikatorart“, sagt der Umweltbeauftragte. Das bedeute, wo viele Störche vorkommen, leben auch viele andere Tiere, wie zum Beispiel Mäuse, Maulwürfe oder Amphibien, die als Nahrung für die Vögel dienen.

Diese Artenvielfalt auf den Flächen in der Gemeinde führt Marc Plitzko wiederum auf die Förderung der extensiven Landwirtschaft zurück. So gebe es mit dem Feucht-Grünland-Programm einen Anreiz für Landwirte, ihre Flächen weniger intensiv zu nutzen. Auch bei Pachtverträgen versuche die Gemeinde immer wieder eine extensive Flächennutzung zu erreichen. „Wir fördern die Flächen der Landwirte, damit sich eine vielfältige Vegetation entwickeln kann“, erklärt Plitzko. Vor allem die kontinuierliche Förderung seit den 1990er-Jahren zeige Erfolge. Auch Hilmer Schumacher hat sich für die Flächen rund um den Storchenhorst für die extensive Nutzung der Flächen entschieden. Zu dem seien mehrere kleine Teiche angelegt worden, um Rückzugsgebiete für Amphibien zu schaffen.

Hilmer Schumacher hat aber in diesem Jahr noch eine andere Beobachtung gemacht. „Früher hieß es immer, die Störche kommen im März oder April“, sagt er. Diesmal seien sie aber bereits Mitte Februar in die Gemeinde gekommen. Diese Veränderung führt er auf den Klimawandel zurück. Auch die ersten Eier gab es bereits am 1. März, erzählt er. Um die jungen Vögel bei ihren ersten Flugversuchen nicht allzu groß zu stören, habe die Gemeindeverwaltung auch in diesem Jahr Hinweisschilder und Tempobegrenzungen auf der Blockener Straße aufgestellt.

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