Tarmstedter Segelflieger Mal eben nach Berlin gesegelt

Tarmstedter Segelflieger fliegen nach Berlin
26.04.2022, 16:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Sechs Segelflieger der Airbus Segelfluggemeinschaft in Tarmstedt sind jetzt nach Berlin geflogen – und wieder zurück. In zwei Arcus-T Doppelsitzern nutzten die Teams Lars Hagemann und Sören Auen sowie Björn-Christian Michaelis mit Ralf Paulsen eine in Richtung Berlin günstige Wetterlage, um in den Norden der Hauptstadt zu segeln, wie der Verein mitteilt. Tim Rühenbeck und Timo Stöven waren mit den vereinseigenen Einsitzern LS-8 und LS-4 dabei.

Lange Zeit nicht möglich

Ein Flug nach Berlin, so schreiben die Segelflugfreunde, war lange Zeit nicht möglich. Zunächst riegelte der Eiserne Vorhang die damalige DDR nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft ab. "Der Flug eines westdeutschen Flugzeuges nach Berlin war praktisch undenkbar", so Ralf-Michael Hubert. "Selbst wenn es nur ein Segelflugzeug gewesen wäre, hätte ein solcher Flug im Nachgang die Ständigen Vertretungen der beiden Länder bemühen müssen."

Seit dem Fall der Mauer sei ein Flug jenseits der Elbe zwar problemlos möglich, Berlin aber lag aufgrund seiner bisher zwei Verkehrsflughäfen und des Regierungsviertels unter Schutzzonen, die ein Befliegen nur mit Genehmigungen erlauben. Ein Flug im Schutzbereich des nunmehr einzigen, viel diskutierten Berliner Flughafens „BER“ und des direkten Innenstadtkerns setze weiterhin eine Freigabe voraus. Mit der Schließung des bisherigen Flughafens Tegel aber sei auch dessen Schutzzone aufgehoben worden. "Damit ist es möglich geworden, den Norden der Stadt und den Flughafen Tegel zu überfliegen", so Hubert.

Landung nicht vorgesehen

Eine Landung auf dem für den Luftverkehr gesperrten ehemaligen Flughafen Tegel war von vornherein nicht vorgesehen. Zum einen sei die sportliche Herausforderung im Segelflug, eine möglichst weite Strecke zu fliegen und ohne Zwischenlandung am Abend wieder an den Heimatflugplatz zurückzukehren. Zum anderen wäre eine Landung auf dem menschenleeren, verlassenen Flughafen auch nicht sehr reizvoll gewesen und hätte zudem einen Rücktransport der Segelflugzeuge im Anhänger erfordert. "So war denn das sechseckige Terminalgebäude des alten Flughafens Tegel der Wendepunkt für den anschließenden Rückflug", berichtet Hubert.

Auch wenn die Aufwind-Suche die Aufmerksamkeit der Segelflieger unablässig forderte, habe die gute Sicht an diesem Tag kurze Blicke auf das Stadtzentrum ermöglicht, in dem die markanten Gebäude Berlins selbst aus einiger Entfernung deutlich erkennbar waren. Da nicht alle beteiligten Piloten haargenau die gleichen Routen flogen, traf man sich am Abend in Tarmstedt mit Streckenlängen zwischen 583 und 702 Kilometern und Flugzeiten zwischen sechs und sieben Stunden wieder.

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