Ausstellung in der Klostermühle Heiligenberg bis zum 27. Januar Terence Walkers neue Heimat

Heiligenberg. „Nicht ,Wie es euch gefällt’. Ich male, wie es mir gefällt.
08.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von BÄRBEL RÄDISCH

„Nicht ,Wie es euch gefällt’. Ich male, wie es mir gefällt. Das Shakespeare-Zitat habe ich für mich ein wenig umgewandelt“, warf Terence Walker während der Laudatio zur Ausstellungseröffnung von Andreas Achberger in der Klostermühle Heiligenberg launig ein. Seinen starken britischen Akzent hat er nicht verloren, obwohl er schon so lange hier lebt.

Als junger Soldat kam er im Januar 1947 das erste Mal aus der Nähe von Manchester nach Deutschland. Zurück in England unterrichtete er Migranten in Englisch. Beim zweiten Deutschlandbesuch lernte er in Delmenhorst seine Frau kennen, nahm sie mit auf die Insel, und so ging das noch ein paar Mal hin und her. In Achim und Bremen arbeitete er später ebenfalls als Englischlehrer, und seit 28 Jahren ist er in Bruchhausen-Vilsen zu Hause. Gemalt hat er schon mit 16, sich in Kursen fortgebildet, besonders nach seiner Pensionierung. „Einer meiner Lehrer war Holbein“, warf er in die Runde und nickte vielsagend, „das war aber nur zufällig sein Name.“

„Er, der Migranten unterrichtete, lebte nun selber in einem fremden Land“, fuhr Achberger fort. „Täglich erfahren wir aus Presse und Fernsehen, was es heißt, seine Heimat verlassen zu müssen. Auch wenn Krieg oder Vertreibung nicht der Grund sind. Typisch ist für einen solchen Menschen: Er braucht Zeit, damit sein Herz am neuen Ort warm wird. Aber wer sich in der Region engagiert, wird ein Teil der Region.“ Terence Walker tat dies. Er ist Gründungsmitglied des Vereins Art-Projekt und stellt nun einzig aufgrund seiner Bescheidenheit zum ersten Mal im großen Rahmen unter dem Titel „Meine neue Heimat“ hier aus.

Mit dem Fahrrad und oft zu Fuß hat Walker die Gegend durchstreift – to walk heißt übersetzt: gehen. Nomen est omen. Mit seinem typischen Humor ergänzte der Brite augenzwinkernd: „Nicht nur Walker bin ich, sondern auch Nordic-Walker!“ Seine Motive skizzierte er, griff ab und zu zur Kamera, um festzuhalten, was er sah, um dann Impressionen aus Hoya, Schwarme oder Wachendorf in Tusche zu zeichnen.

Aber auch Collagen sind zu sehen wie „Falling Water“ – oder ein Viadukt. Den größten Anteil der Ausstellung bilden Aquarelle oder Pastellzeichnungen. Ein Bauernhaus in Schwarme, das es nicht mehr gibt, ist verewigt. Hofstellen in Wienhausen, Wöpse oder Bruchhöfen haben die Zeiten überstanden und lassen sich an Ort und Stelle entdecken. Dazwischen hängt ein Blumenaquarell eines Brokser Gartens und eine Ansicht vom Vilser Holz.

Frühlingsfrisch und sommerlich heiter kommen die Aquarelle daher, und Terence Walker dürfte bei seiner moderaten Preisgestaltung unbedingt Käufer finden, die sagen: „Auch uns gefällt, was Sie in unserer Heimat gemalt haben.“ Christa Hufnagl, die Hausherrin, eilte gleich nach der Eröffnung los, um die roten Punktaufkleber für eventuelle Interessenten zu holen.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Januar täglich außer donnerstags ab 14 Uhr zu sehen sonnabends und sonntags ab 12 Uhr.

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