Verletzter dankt DLRG Stuhr

Umsichtige Helfer

Bisher musste die DLRG Stuhr die Geräte nur bei Übungen bedienen, nun hat sie gezeigt, dass sie es auch im Ernstfall kann. Dafür bedankt sich nun die Familie eines verletzten Jungen.
05.06.2018, 15:02
Lesedauer: 3 Min
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Umsichtige Helfer
Von Claudia Ihmels

Stuhr. Lukas Roddewig hat viel Glück gehabt, seine Verletzung nach einem Badeunfall im Stuhrer Silbersee erwies sich im Nachhinein als harmloser als es zunächst den Anschein hatte. Doch auch wenn: Die Ehrenamtlichen der DLRG-Station am See handelten offenbar so umsichtig, dass selbst bei einer schweren Halsverletzung des Jungen noch Schlimmeres hätte verhindert werden können. Dafür gab es später nicht nur ein Lob vom Notarzt, sondern nun auch ein großes Dankeschön von Lukas und seiner Familie.

Der letzte Sonntag im Mai wird Lutz Graupner, technischer Leiter beim DLRG-Ortsverein Stuhr, noch lange als ein besonders ereignisreicher in Erinnerung bleiben. "Plötzlich kamen zwei Jugendliche an die Station gerannt und berichteten von einem Sprungunfall", berichtet er vom ersten Vorfall an dem Nachmittag. Der See war an diesem heißen Tag gut besucht, allein am Strandbereich rund um die DLRG-Station tummelten sich laut Graupner 250 bis 300 Menschen. Darunter auch der elfjährige Lukas aus Moordeich mit seiner Mutter, seiner kleinen Schwester und seinem größeren Bruder sowie einige Freunde.

Lukas hatte sich im Bereich des Sprungturms im Wasser aufgehalten, als ein anderes Kind vom Drei-Meter-Brett geschubst wurde und dem Elfjährigen dadurch in den Nacken fiel. Dadurch sei er im tiefen Wasser auch unter die Oberfläche gedrückt worden, erzählt seine Mutter Ines Roddewig. Als Lutz Graupner und ein weiteres DLRG-Mitglied am Wasser eintrafen, hatten andere Badegäste den Elfjährigen schon aus dem Wasser gezogen. "Er klagte über Schmerzen", sagt Graupner. Die Gefahr einer schweren Verletzung im Hals- und Nackenbereich sei groß gewesen.

"Wir haben ihn daraufhin sofort demobilisiert", so der technische Leiter zu den weiteren Ereignissen. Das heißt: Graupner und sein Kollegen ließen sich sofort aus der Station ein Stifneck (eine spezielle Halskrause) und ein Spineboard (eine Trage zur Rettung von Menschen mit Verdacht auf Wirbelverletzungen) bringen. Beide Hilfsmittel befinden sich laut Graupner seit zwei oder drei Jahren im Besitz der Stuhrer DLRG. Das Board sei vor Kurzem schon bei einer Massenkarambolage auf der A1 zum Einsatz gekommen, bei der DLRG selbst vorher nur bei Übungen.

Die haben aber offenbar gut gefruchtet, wie Graupner selbst jetzt sagt. Denn nachdem kurze Zeit später Sanitäter und Notarzt per Rettungswagen und Hubschrauber eingetroffen waren, entschied der Notarzt, dass Lukas wie von der DLRG fixiert auch ins Krankenhaus transportiert wird. "Der Notarzt hat uns bestätigt, dass wir alles richtig gemacht haben", sagt Graupner. Nicht ganz so bescheiden drückt es Ines Roddewig aus: "Die hinzugezogenen Sanitäter und selbst der per Hubschrauber eingetroffene Notarzt zeigten sich beeindruckt und lobten die umsichtige Handlungsweise", sagt die Mutter des Verletzten. In der Klinik gab es dann für Lukas Entwarnung: Er hatte sich zwar ein schmerzhaftes Schleudertrauma zugezogen, durfte aber bald schon wieder nach Hause.

Am Silbersee aber war die Aufregung noch nicht vorbei. Direkt nachdem Lukas den See mit einem Rettungswagen in Richtung Krankenwagen verlassen hatte, wurde ein fünfjähriger Junge vermisst (wir berichteten). Doch auch in diesem Fall bestätigte sich das Schlimmste nicht, denn der Junge hatte sich aus Angst vor dem startenden Rettungshubschrauber im Toilettenraum versteckt, konnte dort aber kurze Zeit später wohlbehalten gefunden werden.

Lukas Roddewig nutzte nun den vergangenen Sonntag, um erneut am Silbersee vorbeizuschauen. Seine direkten Helfer traf er dort nicht, stattdessen waren andere Ehrenamtliche der DLRG vor Ort. Ihnen übergab der Elfjährige zum Dank eine Tüte mit Leckereien. "Das soll ihnen ihre anspruchsvolle Tätigkeit am Badesee erleichtern", sagt seine Mutter. Auch sie ist der DLRG sehr dankbar. „Vielen Dank, dass Sie sich so toll um meinen Sohn gekümmert haben. Allein wäre ich mit der korrekten Versorgung der Verletzung wohl überfordert gewesen. Ihre umsichtige Handlungsweise hat mir in der Situation wirklich geholfen. Toll, dass Sie vor Ort waren", sagt sie. Aber auch das Verhalten der anderen Kinder, mit denen ihr Sohn unterwegs war, beeindruckte sie. Die Gruppe habe sich hilfsbereit gezeigt, sich um Lukas' Sachen gekümmert und dem großen Bruder bei der Beaufsichtigung der kleinen Schwester geholfen. Dadurch konnte Ines Roddewig Lukas ins Krankenhaus begleiten. Für diese Hilfe will sich die Familie beim nächsten Seebesuch mit einem Eis bei den Freunden bedanken, verspricht sie.

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