Stuhr-Moordeich Unterkunft für alte Landmaschinen gesucht

Stuhr-Moordeich. Nach 22 Jahren schließt demnächst der Moordeicher Standort des Landmaschinen-Handels Eberhardt & Hachmeister. Doch mit dem Verkauf des Grundstücks werden auch zahlreiche historische und dort untergestellte Landmaschinen heimatlos. Nun wird eine neue Unterkunft gesucht.
16.01.2010, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Claudia Gilbers

Stuhr-Moordeich. Nach 22 Jahren schließt demnächst der Moordeicher Standort des Landmaschinen-Handels Eberhardt & Hachmeister. Doch mit dem Verkauf des Grundstücks werden auch zahlreiche historische und dort untergestellte Landmaschinen heimatlos. Bekannt dürften die Maschinen vielen Stuhrern vom Bauernmarkt sein, wo sie alljährlich einen Einblick in vergangene Zeiten gewähren. Damit das auch zukünftig so bleibt, wird nun eine neue Unterkunft für die historischen Maschinen gesucht.

'Die Krise hat uns richtig erwischt', sagt Helmut Hutfilter, seit 1983 Inhaber von Eberhardt & Hachmeister. Da die Landwirtschaft von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffen sei, müsse man den Standort Moordeich aufgeben. Verkauf und Geschäfte würden an einem verkleinerten Standort in Wardenburg fortgeführt.

Nun ist Hutfilter aber nicht nur Inhaber von Eberhardt & Hachtmeister, sondern auch begeisterter Sammler alter Landmaschinen und Schriftführer beim Landwirtschaftlichen Verein Stuhr. Letzterer organisiert den jedes Jahr am letzten Septemberwochenende beim Gasthaus Nobel stattfindenden Bauernmarkt. Der Markt, der 1995 erstmals als Dreschfest über die Bühne gegangen ist, hat sich längst zum Besuchermagnet entwickelt - nicht zuletzt auch wegen der historischen Landmaschinen des Landwirtschaftlichen Vereins, die dort ausgestellt werden und teilweise sogar noch ihr Können unter Beweis stellen.

Den Rest des Jahres verbrachten die Landmaschinen - darunter Traktoren, Mähdrescher, Anhänger, Selbstbinder und Kartoffelroder - bislang sicher und trocken in einer Halle auf dem Firmengelände von Eberhardt & Hachmeister. Ein optimaler Standort, denn die Halle befindet sich in direkter Nähe zum Gasthaus Nobel, und die empfindlichen Maschinen konnten zum Bauernmarkt einfach hinüber geschoben werden.

Doch das ist Geschichte und die Suche nach einem neuen Standort läuft. Bislang konnte nur für vereinzelte Gerätschaften eine neue Unterstellmöglichkeit gefunden werden. Auch unter den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins kann niemand helfen, da viele Söhne von Bauern sind und gar keine eigene Landwirtschaft mehr betreiben.

Nun drängt die Zeit. 'In den nächsten 14 Tagen muss eine Lösung gefunden werden', sagt Helmut Hutfilter nicht ohne Wehmut. Er hofft jetzt, dass sich jemand findet, der etwa 100 bis 150 Quadratmeter Platz in einer Scheune oder Halle zur Verfügung stellen kann. Wichtig ist, dass der neue Standort sich im Umkreis von zwei bis drei Kilometern vom Gasthaus Nobel befindet, damit der Transport der Maschinen vom und zum Bauernmarkt einfach und sicher vonstatten gehen kann. Für den Versicherungsschutz der Maschinen werde natürlich gesorgt.

Auch der Gemeinde Stuhr ist es ein großes Anliegen, dass eine Lösung gefunden wird. 'Nur wenige Menschen sammeln etwas und stellen es dann auch der Allgemeinheit zur Verfügung. Und man sieht ja, was für ein Magnet der Bauernmarkt ist', sagt Bürgermeister Cord Bockhop. Viele ältere Menschen würden die Maschinen noch von früher kennen und sich freuen, sie wieder zu sehen. Viele jüngere Besucher würden hingegen fragen, wie die Geräte funktionieren.

Unter den Maschinen befinden sich übrigens einige echte Sammlerstücke, darunter eine Schrotmühle von 1890, ein Anhänger aus von 1950, ein 60 bis 70 Jahre alter Kartoffelleger und einer der ersten Kartoffelvollernter von 1960. Mit einem Mähdrescher verbindet Hutfilter dagegen eine ganz besondere Erinnerung: 'Den habe ich in meiner Lehre 1964 selbst verkauft und vor zehn Jahren wieder eingekauft.'

Wer einen Platz für die Maschinen oder einen Teil davon anbieten kann, sollte sich bei Helmut Hutfilter unter Tel. 0172/4521181.

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